eic kyf msh nnz uhz tv nt
Anzeige symplr (4)
Mo, 08:37 Uhr
18.02.2008

Arterner Ansichten (6): Hausmusik

Ja, man denkt an Bayern, das Erzgebirge oder auch den tiefen Thüringer Wald, wenn man das Wort Hausmusik hört. Doch Hausmusik war vor gar nicht so langer Zeit auch in unserer Region Gang und Gäbe, wie eine historische Fotografie aus den 60er Jahren beweist...

Hausmusiker (Foto: Henze) Hausmusiker (Foto: Henze)

Diese drei Freunde der Hausmusik trafen sich in den 50er und 60er Jahren nicht nur im Klampfenchor und Volksmusikensemble der Kyffhäuserhütte Artern, sondern oftmals auch bei uns zu Hause. Mein Vater, Friedrich Henze (rechts), er wäre heute 100 Jahre geworden, spielte leidenschaftlich gern Zither. Zweimal die Woche traf er sich am Abend mit seinem Freund Georg Bock, Arbeiter in der Kyffhäuserhütte, der ebenfalls leidenschaftlich Zither spielte. Schorsch, wie ihn alle nannten, sprach nicht viel.

Er kam: “Wolln wür wieder mol spüln“ und dann waren die Noten bereits ausgetauscht und wir acht Kinder saßen, sofern wir noch nicht ins Bett mussten, mit Mutter auf dem Sofa und Stühlen drum rum und lauschten. Zugegeben, meine älteren Geschwister, obwohl meine vier Schwestern selbst Instrumente (Gitarre, Mandoline, Akkordeon) im Hütten-Ensemble und Schulorchester spielten, hätten sicherlich oftmals lieber eine Schlagersendung oder ein Hörspiel im Radio gehört.

Doch es erklangen Rheinländer oder dann auch Herbert-Roth-Melodien. Eigene Zimmer und schon gar ein eigenes Radio gab es für uns nicht. Heute steht in fast jedem Kinderzimmer ein Fernsehgerät, Hifi-Anlage und Computer. Der dritte Mann im Bunde war Hans Guderna mit seiner Geige. Er kam nicht regelmäßig, nur hin und wieder. Zusammen spielten sie aber öfters im Veteranenklub oder auch im Altersheim in Kalbsrieth waren sie willkommen. Hans Guderna hatte das Glück sein musikalisches Hobby mit seinem Beruf verbinden zu können.

Er zeichnete zeitweise in der Kyffhäuserhütte für den Betriebsfunk und Kulturarbeit verantwortlich. So etwas leisteten sich die volkseigenen Betriebe. Ich selbst habe nie ein Instrument spielen gelernt. Aber die Musikabende sind mir in guter Erinnerung und gerne höre ich auch heute noch Volksmusik und wenn dabei eine Zither erklingt, denke ich an meinen Vater und diese schönen Abende.
Klaus Henze
Autor: kn

Anzeige symplr (6)
Kommentare

Bisher gibt es keine Kommentare.

Kommentare sind zu diesem Artikel nicht möglich.
Es gibt kein Recht auf Veröffentlichung.
Beachten Sie, dass die Redaktion unpassende, inhaltlose oder beleidigende Kommentare entfernen kann und wird.
Anzeige symplr (8)