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Sa, 07:45 Uhr
29.03.2008

Zoll findet immer mehr gefälschte Arzneimittel

Das Bundeskriminalamt (BKA) warnt erneut vor einer gestiegenen Arzneimittelkriminalität. Demnach erhöht sich nach Erkenntnissen des BKA mit dem illegalen Versandhandel via Internet die Gefahr "von schweren gesundheitlichen Schäden bis hin zum Tod", schätzen die Thüringer Apotheker ein.


Die Aussagen des BKA verdeutlichen, dass das Internet das Einfallstor der organisierten Kriminalität beim Handel von Medikamenten ist. "Das ist hoffentlich der Weckruf, damit Politik und Behörden die organisierte Arzneimittelkriminalität jetzt bekämpfen", sagt Danny Neidel, Geschäftsführer der Landesapothekerkammer Thüringen.

Laut BKA handelt es sich um eine internationale Dimension mit hohen Gewinnmargen und konspirativen Handelsstrukturen. Das Amt hatte im November 2007 bereits in einer Studie das wachsende Problem beschrieben. Insbesondere bei Internetangeboten haben die unseriösen und teilweise gefährlichen Angebote von Arzneimittelfälschungen in den letzten Jahren erschreckend zugenommen. Bereits im Februar 2007 wies das Zentrallaboratorium Deutscher Apotheker (ZL) Fälschungen sowohl bei dem Haarwuchsmittel Propecia als auch bei dem Potenzmittel Viagra nach. 60 Prozent der Arzneimittel waren gefälscht und enthielten nur die Hälfte des deklarierten Wirkstoffs.

Neben dem BKA und der Weltgesundheitsorganisation warnt auch die EU-Kommission eindringlich vor den Gefahren des illegalen Versandhandels. Im gerade veröffentlichten Konsultationspapier stellt die Kommission fest, dass Arzneimittelfälschungen eine immer größere Gefahr für die Gesundheit der Bürger in der EU geworden sind. So wurden im Jahr 2006 laut EU-Statistik 384 Prozent mehr Fälschungen entdeckt als noch ein Jahr zuvor. Die Fälschungen betreffen auch lebenswichtige Arzneimittel, etwa gegen Krebs, Herzerkrankungen und psychiatrische Erkrankungen. Insgesamt wurden allein von den Zollbehörden rund 2,7 Millionen gefälschte Produkte sichergestellt.

Auch der deutsche Zoll beschlagnahmt immer mehr gefälschte Arzneimittel. Deren Menge hat sich innerhalb eines Jahres mehr als verdreifacht. 2006 fanden die Fahnder gefälschte Medikamente im Wert von 2,5 Millionen Euro; im Jahr 2007 waren es schon 8,3 Millionen Euro.

"Die Zahlen belegen, dass Arzneimittelkriminalität im Internet unüberschaubar und kaum kontrollierbar ist", sagte Apotheker Danny Neidel. Die Apothekerschaft fordert die Politik auf, die Erkenntnisse in die Gesetzgebung einzubringen und die Verbraucher durch eine strenge Regulierung und scharfe Kontrollen zu schützen. "Dem illegalen und gesundheitsgefährdenden Treiben muss ein Ende gesetzt werden. Wir brauchen eine schnelle Lösung für ein dramatisch schnell wachsendes Problem. Der Patienten- und Verbraucherschutz gehört in dieser Frage ganz oben auf die Prioritätenliste", so Neidel.
Autor: nnz/kn

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