Sa, 05:10 Uhr
05.04.2008
Arterner Ansichten (13) - Roland-Geschichten
In unserer Reihe Arterner Ansicht wenden wir uns heute einem weiteren Wahrzeichen der Stadt Artern zu, dem Roland. Warum es so viel Trubel um ihn gab, erfahren Sie hier....
Roland Artern (Foto: Klaus Henze, Artern)
Die Arterner sind stolz auf ihr wuchtiges, monumentales Rathaus, das im Jahre 1906 gebaut wurde und dessen 100. Geburtstag sie vor zwei Jahren nicht nur mit einem Rathausfest, sondern mit einer ganzen Reihe Veranstaltungen feierten.
Alljährlich im Oktober schmückt nun bereits seit 1972 das Rathaus die bunte Zwiebelkrone. Doch der bedeutsamste Schmuck mit einer skurrilen Geschichte ist der Arterner Roland, der heute im Mittelpunkt unserer Arterner Ansichten stehen soll.
Seinen ersten Roland erhielt das Rathaus am 14. April 1907. Er wurde von Paul Juckoff geschaffen und soll Bismarck-Züge gehabt haben. Zu Paul Juckoff erfährt man u. a. im Internet: Paul Juckoff wurde am 2. August 1874 in Merseburg geboren und war zur damaligen Zeit ein recht bekannter Steinbildhauer. Nach der Schulzeit studierte er fünf Jahre an der Akademie der Künste in Leipzig. Im Jahre 1901 zog er mit seiner Frau nach Schkopau, wo er dann bis zu seinem Lebensende wohnhaft blieb. Er verstarb am 20. April 1936. Gespendet hatte diese Roland-Figur Paul Reuß, der Begründer der Kyffhäuserhütte.
Doch die Arterner hatten nicht viel Glück mit ihrer Roland-Figur. Am 2. September 1911, gerade zur 40-Jahr-Feier des Sieges über Frankreich, fiel der Figur der Unterarm samt dem Schwert ab.
Nach dem Zusammenbruch des 3. Reiches war es, wie es bei politischen Umbrüchen wohl immer sein wird. Da sollen einige gemeint haben, die Rolandsfigur mit Bismarcks Gesichtszügen passe nicht in die neue Zeit und holten ihn von seinem Sockel. Namen fielen wohl in diesem Zusammenhang nie, nur bedeutsame Bemerkungen wurden immer wieder gemacht. Selbst nach der Wende wollte oder konnte niemand die Namen aussprechen. Zeitangaben gingen weit auseinander. Klaus Schmölling, durch die Fernsehsendung Stadt der Träume zur Galionsfigur der Arterner Heimatgeschichtsschreibung gemacht, nennt im Aratora-Heft 1995 das Jahr 1947. Egal. Nach dem Sturz des Rolands zierte diese Stelle an der Rathausfassade das Symbol des 5-Jahrplanes und später dann wohl schon etwas besser das Stadtwappen.
Inzwischen steht ja ein Roland wieder. Als Auftakt zum Barbarossa-Stadtfest im Mai 1994 kam er wieder auf seinen Platz. Er wurde nach dem alten Vorbild geschaffen. Als seine Schöpfer werden die Bildhauer Karin Peiler und Christian Späthe sowie die Erfurter Denkmals- und Sanierungs-GmbH genannt. Die Arterner waren auf den Beinen, als am Abend vorher der Roland angeliefert, mit Geschick von Manfred Kohls per Kran hoch gehievt wurde auf seinen Standplatz. Das wollte man sich nicht entgehen lassen. Am nächsten Tag dann die feierliche Enthüllung – und wieder ein kleines Problem: Das Tuch wollte nicht fallen, der Roland hielt es fest. Doch der damalige Ordnungsamtsleiter Horst Löschmann holte die Leiter und löste unter dem Beifall und Gelächter der Arterner das Problem. Dann kam das große staunende Aahh der Arterner zu ihrem neuen Roland.
Unser Foto oben zeigt noch das Arterner Rathaus nackig – ohne Roland. In der Galerie kann man dann verfolgen, wie er zum Stadtfest 1994 seinen Platz einnimmt.
Text und Fotos: Klaus Henze
Autor: khh
Roland Artern (Foto: Klaus Henze, Artern)
Die Arterner sind stolz auf ihr wuchtiges, monumentales Rathaus, das im Jahre 1906 gebaut wurde und dessen 100. Geburtstag sie vor zwei Jahren nicht nur mit einem Rathausfest, sondern mit einer ganzen Reihe Veranstaltungen feierten.Alljährlich im Oktober schmückt nun bereits seit 1972 das Rathaus die bunte Zwiebelkrone. Doch der bedeutsamste Schmuck mit einer skurrilen Geschichte ist der Arterner Roland, der heute im Mittelpunkt unserer Arterner Ansichten stehen soll.
Seinen ersten Roland erhielt das Rathaus am 14. April 1907. Er wurde von Paul Juckoff geschaffen und soll Bismarck-Züge gehabt haben. Zu Paul Juckoff erfährt man u. a. im Internet: Paul Juckoff wurde am 2. August 1874 in Merseburg geboren und war zur damaligen Zeit ein recht bekannter Steinbildhauer. Nach der Schulzeit studierte er fünf Jahre an der Akademie der Künste in Leipzig. Im Jahre 1901 zog er mit seiner Frau nach Schkopau, wo er dann bis zu seinem Lebensende wohnhaft blieb. Er verstarb am 20. April 1936. Gespendet hatte diese Roland-Figur Paul Reuß, der Begründer der Kyffhäuserhütte.
Doch die Arterner hatten nicht viel Glück mit ihrer Roland-Figur. Am 2. September 1911, gerade zur 40-Jahr-Feier des Sieges über Frankreich, fiel der Figur der Unterarm samt dem Schwert ab.
Nach dem Zusammenbruch des 3. Reiches war es, wie es bei politischen Umbrüchen wohl immer sein wird. Da sollen einige gemeint haben, die Rolandsfigur mit Bismarcks Gesichtszügen passe nicht in die neue Zeit und holten ihn von seinem Sockel. Namen fielen wohl in diesem Zusammenhang nie, nur bedeutsame Bemerkungen wurden immer wieder gemacht. Selbst nach der Wende wollte oder konnte niemand die Namen aussprechen. Zeitangaben gingen weit auseinander. Klaus Schmölling, durch die Fernsehsendung Stadt der Träume zur Galionsfigur der Arterner Heimatgeschichtsschreibung gemacht, nennt im Aratora-Heft 1995 das Jahr 1947. Egal. Nach dem Sturz des Rolands zierte diese Stelle an der Rathausfassade das Symbol des 5-Jahrplanes und später dann wohl schon etwas besser das Stadtwappen.
Inzwischen steht ja ein Roland wieder. Als Auftakt zum Barbarossa-Stadtfest im Mai 1994 kam er wieder auf seinen Platz. Er wurde nach dem alten Vorbild geschaffen. Als seine Schöpfer werden die Bildhauer Karin Peiler und Christian Späthe sowie die Erfurter Denkmals- und Sanierungs-GmbH genannt. Die Arterner waren auf den Beinen, als am Abend vorher der Roland angeliefert, mit Geschick von Manfred Kohls per Kran hoch gehievt wurde auf seinen Standplatz. Das wollte man sich nicht entgehen lassen. Am nächsten Tag dann die feierliche Enthüllung – und wieder ein kleines Problem: Das Tuch wollte nicht fallen, der Roland hielt es fest. Doch der damalige Ordnungsamtsleiter Horst Löschmann holte die Leiter und löste unter dem Beifall und Gelächter der Arterner das Problem. Dann kam das große staunende Aahh der Arterner zu ihrem neuen Roland.
Unser Foto oben zeigt noch das Arterner Rathaus nackig – ohne Roland. In der Galerie kann man dann verfolgen, wie er zum Stadtfest 1994 seinen Platz einnimmt.
Text und Fotos: Klaus Henze








