So, 06:00 Uhr
27.04.2008
Schachtgeschichte (5): Der Raudeschacht
In unserer Reihe Schachtgeschichten setzt Hans-Jürgen Schmidt die Darstellung der Bergbaugeschichte unserer Region mit dem Raudeschacht (Schacht IV) in Berka fort...
Raudeschacht (Foto: Archiv Hans-Jürgen Schmidt)
Am 13.April wurde berichtet, dass aus der Gewerkschaft Glückauf Sondershausen auf Beschluss der Gewerkenversammlung vom 28.3.1908 6 Gewerkschaften neu gebildet wurden. Heute soll zur Gewerkschaft Ost, speziell zur Schachtanlage in Berka berichtet werden.
Zunächst die Feststellung, dass zur Gewerkschaft Ost die Schachtanlagen der Grube V (Esserschacht), die Schachtanlage der Grube VI ( Nesseschacht) und die Schachtanlage IV (Raudeschacht) gehörten.
Die Feldesaufteilung der Berechtsame der Gewerkschaft Glückauf Sondershausen wurde am 5.4.1909 behördliche bestätigt. Von der insgesamten Berechtsame in Höhe von 519129382 m² wurde der Gewerkschaft Ost 75000522 m² zugeteilt. Mit den Schachtabteufarbeiten wurde am 2.10. 1911 begonnen. Am 10.4.1913 waren die Teufarbeiten mit einer Schachttiefe von 746 m beendet. Neben dem Raudeschacht wurde ein Chlorkaliumfabrik (Fabrik II) aufgebaut, die rechtlich dem Chemischen Werken Glückauf zugeordnet wurden. In der sogenannten Fabrik II in Berka wurde Kali (Chlorkalium - KCL), Kaliumsulfat (K2SO4) und Brom hergestellt. In der Fabrik in Berka wurde auch das Rohsalz vom Müserschacht in Hachelbich verarbeitet. Dazu war am 10.4.1913 die Anschlussbahn vom Müserschacht zur Fabrik II mit einer Länge von 2,6 km fertiggestellt. Die Fabrik in Berka nahm die Produktion am 1.6.1913 auf. Jedoch bereits im Juli 1916 wurde die Produktion von der Fabrik II wieder eingestellt. Gleichzeitig wurde die Rohsalzförderung auf Schacht III und in Berka vorübergehend gestoppt.. Am 22.10.1921 wurde ein Novelle zum Kaliwirtschaftsgesetz beschlossen. Die quotierenden Schächte wurden in 3 Kategorien eingeteilt: in Förderung stehenden Schächte, in Reserve gehaltene Schächte und bis 1953 stillgelegt Schächte. Das hatte zur Folge, das 1924 die Fabrik II stillgelegt wurde und der Schacht IV und III in Reserve gehalten wurde.
Im Jahre 1938 wurde der Schacht der Heeresmunitionsanstalt (HMA) übergeben. Es wurde unter Tage Munition hergestellt. Dazu soll in einem weiteren Bericht separat berichtet werden.
Im Jahre 1948 wurde der Schacht mit einem Betonpfropfen verschlossen.
Im Jahre 1961 wurde wieder begonnen von Schacht I aus das Grubenfeld der Schachtanlage in Berka zu erschließen. Dazu soll in einer der nächsten Ausgaben die Erinnerungen eines Zeitzeuges veröffentlicht werden.
Raudeschacht (Foto: Archiv Hans-Jürgen Schmidt)
Im Jahre 1966 wurde deshalb eine Turmfördermaschine aufgestellt. Die Förderkörbe hatten eine Nutzlast von 0,8 t. Die Seilfahrgeschwindigkeit betrug nur 2,5 m/s. Der Schacht wurde vom Schachtbau Nordhausen wieder für Seilfahrten und kleinere Materialtransporte hergerichtet und diente als Wetterschacht. So mussten unter anderen Arbeiten an den Tübbingselementen vorgenommen werden, da es zu Korrosionserscheinungen gekommen war.
Im Jahre 1997 wurde der Schacht verfüllt und mit einer Betonplatte versehen auf der ein Grabstein mit den Fakten zum Schacht eingelassen wurde.
Die Fakten um 1911 wurden aus der Schrift vom Bergrat Baer mit dem Titel Die Gewerkschaft Glückauf Sonderhausen (seihe Titelbild) entnommen.
Hans-Jürgen Schmidt
Alle Bilder Archiv Hans-Jürgen Schmidt.
Hinweis Redaktion:
Der Raudeschacht kann sehr schön mit dem Auto erreicht werden. Von der Verbindungsstraße Bad Frankenhausen – Sondershausen über den alten Bahnübergang in Berka abbiegen und immer der Hauptstraße folgen. Von jetzt geht es immer geradeaus durch den ganzen Ort und weiter Richtung Sondershausen. Wenn die letzten Häuser passiert sind, sehen Sie rechts schon von weitem den alten Kalischuppen. Vor dem alten Wasserturm geht es rechts in eine Straße rein. Ca. 100 m weiter sehen Sie dann links die große Wiese mit dem Schachtdeckel.
Autor: khh
Raudeschacht (Foto: Archiv Hans-Jürgen Schmidt)
Am 13.April wurde berichtet, dass aus der Gewerkschaft Glückauf Sondershausen auf Beschluss der Gewerkenversammlung vom 28.3.1908 6 Gewerkschaften neu gebildet wurden. Heute soll zur Gewerkschaft Ost, speziell zur Schachtanlage in Berka berichtet werden.Zunächst die Feststellung, dass zur Gewerkschaft Ost die Schachtanlagen der Grube V (Esserschacht), die Schachtanlage der Grube VI ( Nesseschacht) und die Schachtanlage IV (Raudeschacht) gehörten.
Die Feldesaufteilung der Berechtsame der Gewerkschaft Glückauf Sondershausen wurde am 5.4.1909 behördliche bestätigt. Von der insgesamten Berechtsame in Höhe von 519129382 m² wurde der Gewerkschaft Ost 75000522 m² zugeteilt. Mit den Schachtabteufarbeiten wurde am 2.10. 1911 begonnen. Am 10.4.1913 waren die Teufarbeiten mit einer Schachttiefe von 746 m beendet. Neben dem Raudeschacht wurde ein Chlorkaliumfabrik (Fabrik II) aufgebaut, die rechtlich dem Chemischen Werken Glückauf zugeordnet wurden. In der sogenannten Fabrik II in Berka wurde Kali (Chlorkalium - KCL), Kaliumsulfat (K2SO4) und Brom hergestellt. In der Fabrik in Berka wurde auch das Rohsalz vom Müserschacht in Hachelbich verarbeitet. Dazu war am 10.4.1913 die Anschlussbahn vom Müserschacht zur Fabrik II mit einer Länge von 2,6 km fertiggestellt. Die Fabrik in Berka nahm die Produktion am 1.6.1913 auf. Jedoch bereits im Juli 1916 wurde die Produktion von der Fabrik II wieder eingestellt. Gleichzeitig wurde die Rohsalzförderung auf Schacht III und in Berka vorübergehend gestoppt.. Am 22.10.1921 wurde ein Novelle zum Kaliwirtschaftsgesetz beschlossen. Die quotierenden Schächte wurden in 3 Kategorien eingeteilt: in Förderung stehenden Schächte, in Reserve gehaltene Schächte und bis 1953 stillgelegt Schächte. Das hatte zur Folge, das 1924 die Fabrik II stillgelegt wurde und der Schacht IV und III in Reserve gehalten wurde.
Im Jahre 1938 wurde der Schacht der Heeresmunitionsanstalt (HMA) übergeben. Es wurde unter Tage Munition hergestellt. Dazu soll in einem weiteren Bericht separat berichtet werden.
Im Jahre 1948 wurde der Schacht mit einem Betonpfropfen verschlossen.
Im Jahre 1961 wurde wieder begonnen von Schacht I aus das Grubenfeld der Schachtanlage in Berka zu erschließen. Dazu soll in einer der nächsten Ausgaben die Erinnerungen eines Zeitzeuges veröffentlicht werden.
Raudeschacht (Foto: Archiv Hans-Jürgen Schmidt)
Im Jahre 1966 wurde deshalb eine Turmfördermaschine aufgestellt. Die Förderkörbe hatten eine Nutzlast von 0,8 t. Die Seilfahrgeschwindigkeit betrug nur 2,5 m/s. Der Schacht wurde vom Schachtbau Nordhausen wieder für Seilfahrten und kleinere Materialtransporte hergerichtet und diente als Wetterschacht. So mussten unter anderen Arbeiten an den Tübbingselementen vorgenommen werden, da es zu Korrosionserscheinungen gekommen war.Im Jahre 1997 wurde der Schacht verfüllt und mit einer Betonplatte versehen auf der ein Grabstein mit den Fakten zum Schacht eingelassen wurde.
Die Fakten um 1911 wurden aus der Schrift vom Bergrat Baer mit dem Titel Die Gewerkschaft Glückauf Sonderhausen (seihe Titelbild) entnommen.
Hans-Jürgen Schmidt
Alle Bilder Archiv Hans-Jürgen Schmidt.
Hinweis Redaktion:
Der Raudeschacht kann sehr schön mit dem Auto erreicht werden. Von der Verbindungsstraße Bad Frankenhausen – Sondershausen über den alten Bahnübergang in Berka abbiegen und immer der Hauptstraße folgen. Von jetzt geht es immer geradeaus durch den ganzen Ort und weiter Richtung Sondershausen. Wenn die letzten Häuser passiert sind, sehen Sie rechts schon von weitem den alten Kalischuppen. Vor dem alten Wasserturm geht es rechts in eine Straße rein. Ca. 100 m weiter sehen Sie dann links die große Wiese mit dem Schachtdeckel.


