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Fr, 07:12 Uhr
02.05.2008

KDD zwischen Drehbuch und Wirklichkeit

Heute beginnt das ZDF mit der Ausstrahlung der zweiten Staffel der Serie „KDD – Kriminaldauerdienst“. Die erste Staffel wurde reihenweise mit Preisen überhäuft. Die nnz wollte wissen, wie der „KDD“ im wahren Leben aussieht und hat bei der Nordhäuser Kripo „ermittelt“.

Nacharbeit (Foto: nnz) Nacharbeit (Foto: nnz)
Bei der „Nacharbeit“: Jens Lange, Frank Silbersack und Anita Kratzing (v.l.n.r.)

Die Schicht am Mittwoch hatte um 6 Uhr kaum richtig begonnen, schon geht’s raus zum ersten Einsatz. In den Schlecker-Markt an der Halleschen Straße wurde eingebrochen. Jens Lange, Frank Silbersack und Anita Kratzing müssen los. Der erste Angriff beginnt, wie Kommissariatsleiter Frank Kluczkowski erzählt.

Am Tatort werden Spuren gesichert, Zeugen befragt. Dann geht’s zurück zur Dienststelle. Dort beginnt die Syssiphusarbeit. Protokolle schreiben, Zeugenaussagen dokumentieren, Tatortskizzen anfertigen. Letztlich muß alles hieb- und stichfest sein, muß eventuell vor Gericht Beweiskraft haben, muß der Staatsanwaltschaft genügen.

12 Stunden ist die Schicht lang, für vier Teams ist der Kriminalhauptkommissar verantwortlich. „Ich bin stolz auf meine Kolleginnen und Kollegen. Mitunter ist ihre Arbeit eine Zumutung, da kann man nur den Hut ziehen.“ Im Gegensatz zu den Fachkommissariaten müssen die Frauen und Männer des Nordhäuser KDD wahre Alleskönner sein. Sie sind in den meisten Fällen nach der Schutzpolizei die ersten Kriminalisten am Tatort. Sie müssen Spuren sichern, Tatorte fotografisch dokumentieren, müssen schnelle Entscheidungen treffen, müssen eventuell Fahndungen nach Fahrzeugen oder Personen auslösen. Sie sind Allrounder, sind oftmals das wichtigste Glied in der Ermittlungs- und Aufklärungskette.

Da gibt es nicht nur Tatorte wie jenen am Mittwoch Morgen in Nordhausen. Die Beamten müssen in Räume, in denen verwesene Leichen liegen, müssen Opfer von Sexualstraftaten befragen, sehen Leid und Elend, sehen den Tod, rund 250 mal im Jahr. Da passen Schlips und Kragen wie im Film nicht, da sind eher Kombi und Gummistiefel, manchmal aus Gasmasken angesagt. Das ist ein Job hart an der Belastungsgrenze – physisch wie psychisch. Frank Kluczkowski kennt einige Kollegen, die ausgestiegen sind, die meisten bleiben dabei. Sie spüren: ihre Arbeit ist notwendig, sie werden gebraucht.

Um 18 Uhr endet der 12-Stunden-Dienst. Glücklich sind sie, wenn pünktlich Feierabend gemacht werden kann. Das aber ist eher Ausnahme denn Regel. Wenn es zum Beispiel um 16 Uhr nach Artern geht, dann ist das Team vielleicht erst 19 Uhr zurück, anschließend die „geliebte“ Schreibtischarbeit. Die muß so akribisch sein, daß die Spätschicht da weitermachen kann, wo die Frühschicht endlich nach Hause konnte.

Was den Kriminalhauptkommissar am meisten bei TV-Krimis wie Tatort stört: „Da gibt es immer Action, nie wird die Arbeit am Schreibtisch gezeigt, die scheint in den Drehbüchern einfach nicht zu existieren.“ Mehr will er dazu nicht sagen, er lächelt, er kennt den Unterschied zwischen Fiktion und Realität aus 30 Dienstjahren. In Richtung seiner Mannschaft gibt es noch ein Kompliment: Für „die“ vom Kriminaldauerdienst würde er durchs Feuer gehen.

Wer sich über die Fiktion informieren will, der kann heute beim „KDD“ im ZDF zuschauen. Der erste Teil der zweiten Staffel wird um 21.15 Uhr ausgestrahlt.
Autor: nnz

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