Mi, 15:17 Uhr
08.10.2008
Staat in Verantwortung
Der Staat ist in Verantwortung, wenn es um die Arbeit mit Opfern häuslicher Gewalt geht. Das sagte Sozialstaatssekretär Falk Oesterheld heute zur Eröffnung der Interventionsstelle der Caritas in Nordhausen. Klar wurde heute auch, das es mehr Verantwortlichkeiten gibt...
Netzwerk für Opfer (Foto: nnz)
Die nnz hatte bereits mehrfach über die Aufgaben der Interventionsstelle für Opfer häuslicher Gewalt berichtet. Seit dem 1. Oktober arbeiten die beiden Sozialpädagoginnen Steffi Mayer und Katrin Meinert (Foto) im Haus der Caritas in der Nordhäuser Domstraße. Heute fand die offizielle Einweihung der Interventionsstelle statt. Gekommen waren all die, die in Vorbereitung, Planung, die aber auch künftig mit der Arbeit der beiden Frauen verstrickt sind. Auch deshalb fiel heute sehr oft das Wort Netzwerke.
In der Tat, die Betreuung von Opfern ist nicht Angelegenheit der Caritas, der Polizei oder diverser Ämter, sie ist die Angelegenheit der Gesellschaft. Neben den Institutionen, die sich zu diesem Netzwerk zusammengefügt haben, komme es dringender denn je auf die Zivilcourage des Einzelnen an. Nicht wegschauen, sondern den Opfern helfen, mahnte Falk Oesterheld an. Der Staatssekretär im Thüringer Sozialministerium übergab offiziell den Netz-Teil des Freistaates, einen Bewilligungsbescheid von rund 21.000 Euro, mit denen die Interventionsstelle in Nordhausen, die zweite in Thüringen, in diesem Jahr finanziert wird. Wie der Nordhäuser Caritas-Chef Norbert Klodt der nnz sagte, sei auch die Finanzierung im kommenden Jahr seitens des Landes abgesichert.
Staatssekretär Oesterheld (rechts) übergibt den Bescheid an Caritasdirektor Heller
Bruno Heller, der Erfurter Caritas-Direktor, dankte für das Vertrauen des Freistaates in die Arbeit seiner Mitarbeiter, indem der Zuschlag seitens des Landes eben für die Caritas in Nordhausen erfolgte. Das Netz, das in der zurückliegenden Zeit geknüpft und das durch diese Interventionsstelle in Nordhausen für Nordthüringer enger geworden sei, müsse auch stabil gehalten werden.
Der Chef der Nordhäuser Polizeidirektion, Uwe Köppen, erinnerte daran, dass neue Gesetzlichkeiten bessere Möglichkeiten des polizeilichen Handelns geschaffen hätten. Die Täter müssen erfahren, das sie zur Rechenschaft gezogen werden, so Köppen.
255 Strafanzeigen wurden im vergangenen Jahr aufgrund häuslicher Gewalt von der Polizei aufgenommen, 231 waren es im Jahr davor. Besonders beunruhigend ist die Tatsache, das die Zahl der Wiederholungstäter um sieben auf 41 zugenommen hat. Verwunderlicher ist das schon der Umstand, daß die Zahl der weiblichen Opfer gesunken ist. Gab es in Nordthüringen im Jahr 2006 241 weibliche Opfer, so waren es im vergangenen Jahr 217. Gestiegen ist die Zahl der männlichen Opfer im gleichen Zeitraum – und zwar von 16 auf 40.
Im Jahr 2007 wurden in 33 Fällen Verbote zum Betreten der gemeinschaftlichen Wohnung erteilt, 22 mal wurden Täter in polizeiliches Gewahrsam genommen.
All diese Zahlen belegen: Über zu wenig Arbeit werden sich Steffi Mayer und Katrin Meinert nicht beklagen. Und wie das bei einem Netzwerk so ist – es muß täglich neu gespannt werden, es muß funktionieren, damit letztlich den Opfern geholfen werden kann und hinsichtlich der Täter eine abschreckende Wirkung erzielt wird.
Peter-Stefan Greiner
Autor: nnz
Netzwerk für Opfer (Foto: nnz)
Die nnz hatte bereits mehrfach über die Aufgaben der Interventionsstelle für Opfer häuslicher Gewalt berichtet. Seit dem 1. Oktober arbeiten die beiden Sozialpädagoginnen Steffi Mayer und Katrin Meinert (Foto) im Haus der Caritas in der Nordhäuser Domstraße. Heute fand die offizielle Einweihung der Interventionsstelle statt. Gekommen waren all die, die in Vorbereitung, Planung, die aber auch künftig mit der Arbeit der beiden Frauen verstrickt sind. Auch deshalb fiel heute sehr oft das Wort Netzwerke.In der Tat, die Betreuung von Opfern ist nicht Angelegenheit der Caritas, der Polizei oder diverser Ämter, sie ist die Angelegenheit der Gesellschaft. Neben den Institutionen, die sich zu diesem Netzwerk zusammengefügt haben, komme es dringender denn je auf die Zivilcourage des Einzelnen an. Nicht wegschauen, sondern den Opfern helfen, mahnte Falk Oesterheld an. Der Staatssekretär im Thüringer Sozialministerium übergab offiziell den Netz-Teil des Freistaates, einen Bewilligungsbescheid von rund 21.000 Euro, mit denen die Interventionsstelle in Nordhausen, die zweite in Thüringen, in diesem Jahr finanziert wird. Wie der Nordhäuser Caritas-Chef Norbert Klodt der nnz sagte, sei auch die Finanzierung im kommenden Jahr seitens des Landes abgesichert.
Staatssekretär Oesterheld (rechts) übergibt den Bescheid an Caritasdirektor Heller
Bruno Heller, der Erfurter Caritas-Direktor, dankte für das Vertrauen des Freistaates in die Arbeit seiner Mitarbeiter, indem der Zuschlag seitens des Landes eben für die Caritas in Nordhausen erfolgte. Das Netz, das in der zurückliegenden Zeit geknüpft und das durch diese Interventionsstelle in Nordhausen für Nordthüringer enger geworden sei, müsse auch stabil gehalten werden.
Der Chef der Nordhäuser Polizeidirektion, Uwe Köppen, erinnerte daran, dass neue Gesetzlichkeiten bessere Möglichkeiten des polizeilichen Handelns geschaffen hätten. Die Täter müssen erfahren, das sie zur Rechenschaft gezogen werden, so Köppen.
255 Strafanzeigen wurden im vergangenen Jahr aufgrund häuslicher Gewalt von der Polizei aufgenommen, 231 waren es im Jahr davor. Besonders beunruhigend ist die Tatsache, das die Zahl der Wiederholungstäter um sieben auf 41 zugenommen hat. Verwunderlicher ist das schon der Umstand, daß die Zahl der weiblichen Opfer gesunken ist. Gab es in Nordthüringen im Jahr 2006 241 weibliche Opfer, so waren es im vergangenen Jahr 217. Gestiegen ist die Zahl der männlichen Opfer im gleichen Zeitraum – und zwar von 16 auf 40.
Im Jahr 2007 wurden in 33 Fällen Verbote zum Betreten der gemeinschaftlichen Wohnung erteilt, 22 mal wurden Täter in polizeiliches Gewahrsam genommen.
All diese Zahlen belegen: Über zu wenig Arbeit werden sich Steffi Mayer und Katrin Meinert nicht beklagen. Und wie das bei einem Netzwerk so ist – es muß täglich neu gespannt werden, es muß funktionieren, damit letztlich den Opfern geholfen werden kann und hinsichtlich der Täter eine abschreckende Wirkung erzielt wird.
Peter-Stefan Greiner
