So, 17:29 Uhr
26.10.2008
Gelebte Solidarität
Das Treffen der Tafeln in Thüringen war ein Meilenstein für die Arbeit der Tafelleitern. Zum ersten Mal trafen sie sich für zwei Tage – so blieb ihnen neben Erfahrungsaustausch, Weiterbildung und Treffen mit dem Schirmherrn des Vereins, Ministerpräsident Dieter Althaus, genügend Raum für Gespräche in lockerer Runde...
Dafür ist sonst keine Zeit – lange Anfahrtswege und der Arbeitsanfall in den Tafeln mahnten immer zur Eile. Diesmal war alles anders ….. Dank einer Unterstützung der Ehrenamtsstiftung Thüringens konnte für die Tafelleiter der Aufenthalt in der Evangelischen Akademie Neudietendorf finanziert werden.
Hans Mengeringhaus, Mitglied des Bundesvorstandes Deutsche Tafel e.V. und Gast der Veranstaltung, berichtete von 812 Tafeln in Deutschland, in Thüringen arbeiten davon 30. Weit über eine Million Menschen erhalten unkomplizierte praktische Hilfe von den Tafeln, in Thüringen kommen über 35.000 Menschen in diesen Genuss. Ein Drittel dieser Hilfesuchenden sind Kinder, ihnen gilt das besondere Augenmerk.
Um zu verstehen, wie der Stand der Armut in Thüringen ist, welche Zusammenhänge zu sehen sind und welchen Stellenwert die Tafeln dabei haben, berichtete Prof. Dr. Roland Merten von der Universität Jena über seine Forschungsergebnisse und Erfahrungen als Wissenschaftler, Pädagoge und Mensch.
Frau Voll, Fundraising – Expertin, erläuterte den Tafelleitern den Zusammenhang zwischen der Bitte um Hilfe und den Umgang damit in jeglicher Form und der Haltung und Motivation des Gebenden (Fundraising ist die Beschaffung von benötigten Ressourcen – Geld, ehrenamtliche Arbeit, Sachmittel – ohne dass die Organisation dafür eine marktadäquate Gegenleistung erbringen muss).
Dieter Althaus, Ministerpräsident und Schirmherr des Vereins, stellte sich den Fragen, auch dies ein besonderes Novum in der Tafellandschaft: kein Ministerpräsident in Deutschland hat bisher den Tafeln eine derartige Aufwartung gemacht. Er bezeichnet die Tafelarbeit als Spiegel der gelebten Solidarität. Tafeln sind in einem besonderen Feld tätig. Sie arbeiten still, erhalten kaum öffentliche Beachtung. Aber es zeigt auch, so Althaus, dass es kein breites Echo für Bedürftige gibt. Mit seinem Interesse möchte er die Wahrnehmung und die Aufgaben der Tafeln aufzuwerten und ihren Stellenwert im Sozialstaat betonen. Die Tafeln haben natürlich auch konkrete Anliegen an ihren Schirmherren:
Sie erhoffen sich von ihm Unterstützung für ihre Arbeit: es geht u.a. um Speditionsleistungen, hochwertige Lebensmittel, die noch immer vernichtet werden, enorme Kfz – und Betriebskosten der Tafelorganisationen. Gemeinsame Veranstaltungen zur Erreichung einer breiteren Unterstützung der Tafelarbeit und konkrete Gespräche mit Entscheidern hat der Ministerpräsident den Tafeln versprochen. Sie werden ihn beim Wort nehmen.
Beate Weber-Kehr
Autor: nnz/knDafür ist sonst keine Zeit – lange Anfahrtswege und der Arbeitsanfall in den Tafeln mahnten immer zur Eile. Diesmal war alles anders ….. Dank einer Unterstützung der Ehrenamtsstiftung Thüringens konnte für die Tafelleiter der Aufenthalt in der Evangelischen Akademie Neudietendorf finanziert werden.
Hans Mengeringhaus, Mitglied des Bundesvorstandes Deutsche Tafel e.V. und Gast der Veranstaltung, berichtete von 812 Tafeln in Deutschland, in Thüringen arbeiten davon 30. Weit über eine Million Menschen erhalten unkomplizierte praktische Hilfe von den Tafeln, in Thüringen kommen über 35.000 Menschen in diesen Genuss. Ein Drittel dieser Hilfesuchenden sind Kinder, ihnen gilt das besondere Augenmerk.
Um zu verstehen, wie der Stand der Armut in Thüringen ist, welche Zusammenhänge zu sehen sind und welchen Stellenwert die Tafeln dabei haben, berichtete Prof. Dr. Roland Merten von der Universität Jena über seine Forschungsergebnisse und Erfahrungen als Wissenschaftler, Pädagoge und Mensch.
Frau Voll, Fundraising – Expertin, erläuterte den Tafelleitern den Zusammenhang zwischen der Bitte um Hilfe und den Umgang damit in jeglicher Form und der Haltung und Motivation des Gebenden (Fundraising ist die Beschaffung von benötigten Ressourcen – Geld, ehrenamtliche Arbeit, Sachmittel – ohne dass die Organisation dafür eine marktadäquate Gegenleistung erbringen muss).
Dieter Althaus, Ministerpräsident und Schirmherr des Vereins, stellte sich den Fragen, auch dies ein besonderes Novum in der Tafellandschaft: kein Ministerpräsident in Deutschland hat bisher den Tafeln eine derartige Aufwartung gemacht. Er bezeichnet die Tafelarbeit als Spiegel der gelebten Solidarität. Tafeln sind in einem besonderen Feld tätig. Sie arbeiten still, erhalten kaum öffentliche Beachtung. Aber es zeigt auch, so Althaus, dass es kein breites Echo für Bedürftige gibt. Mit seinem Interesse möchte er die Wahrnehmung und die Aufgaben der Tafeln aufzuwerten und ihren Stellenwert im Sozialstaat betonen. Die Tafeln haben natürlich auch konkrete Anliegen an ihren Schirmherren:
Sie erhoffen sich von ihm Unterstützung für ihre Arbeit: es geht u.a. um Speditionsleistungen, hochwertige Lebensmittel, die noch immer vernichtet werden, enorme Kfz – und Betriebskosten der Tafelorganisationen. Gemeinsame Veranstaltungen zur Erreichung einer breiteren Unterstützung der Tafelarbeit und konkrete Gespräche mit Entscheidern hat der Ministerpräsident den Tafeln versprochen. Sie werden ihn beim Wort nehmen.
Beate Weber-Kehr