So, 07:00 Uhr
22.03.2009
Die höchste Hauptstadt der Welt
Wenn man am Titicacasee startet muss man zirka 90 km fahren, um nach La Paz, der höchsten Hauptstadt der Welt zu kommen, deren Namen ausführlich Nuesta Senora de La Paz (Unsere Liebe Frau des Friedens) heißt...
Man fährt durch das Altiplano , ein Hochebene, und erreicht als erstes die Stadt El Alto mit einer Einwohnerzahl von zirka 770 000 Einwohnern. Sie zählt eigentlich schon zu La Paz und liegt auf 4100 m Höhe. Hier befindet sich auch der Flugplatz - La Paz –El Alto. Entsprechend der Höhe benötigen hier die Flieger einen größere Startbahn. Sie beträgt 4 km. Wer hier als Flachlandtiroler landet kann mit der Höhenkrankheit konfrontiert werden. Als Höhenkrankheit (auch D'Acosta-Krankheit, nach José de Acosta) bezeichnet man einen Komplex von Symptomen, der bei Menschen auftritt, die sich in große Höhe begeben, z. B. beim Besteigen von Bergen über etwa 2000 m.
In Lateinamerika, wo zahlreiche große Städte wie La Paz (3600 m), Cuzco (3500 m) oder Quito (2850 m) in den Anden auf einer Höhe bis über 3000 m liegen, ist die Höhenkrankheit ein ständiges Problem für viele Einheimische und Reisende und nicht nur für Bergsteiger. Symptome der Höhenkrankheit sind Kopfschmerzen, Appetitverlust, Übelkeit, Erbrechen, Müdigkeit, Atemnot, Schwindel, Ohrensausen, Schlafschwierigkeiten, Ödeme sowie verminderte Wasser- und Salzausscheidung Die Ursache liegt darin, dass der Luftdruck mit zunehmender Höhe absinkt. Damit wird auch der Sauerstoff-Partialdruck geringer, also die Menge Sauerstoff, die 1 Kubikmeter Atemluft enthält. Dadurch verringert sich zunächst die Sauerstoffaufnahme in der Lunge. Es tritt eine Sauerstoffunterversorgung ein. Die körpereigene Atemregulation wirkt dem nicht entgegen, da sie vornehmlich auf den Kohlendioxidgehalt des Blutes reagiert. Dieser steigt bei abnehmendem Luftdruck aber nicht an. Der Körper kann sich innerhalb weniger Tage in gewissem Ausmaß an diese Situation anpassen, indem er mehr rote Blutkörperchen produziert. Diese Anpassung wird als Akklimatisation bezeichnet. Die Hauptgefahr des geringen Druckes liegt jedoch darin, dass sich durch die Blutdruckerhöhung in der Lunge und anderen Körpergeweben (z. B. im Gehirn) Flüssigkeit ansammelt, die zu einem Ödem führen können. Dies sollte man bei einer Anreise beachten. Reiner Sauserstoff aus der Flasche kann hier Abhilfe schaffen.
Der Höhenunterschied zwischen den weiter talabwärts gelegenen südlichen Stadtteilen mit vielen Villen und dem Stadtrand am oberen Ende des Talkessels beträgt knapp 1000 m, was bei der Abfahrt von El Alto hinunter nach La Paz zu einem der spektakulärsten Ausblicke Boliviens führt. Die Wohnviertel weisen eine deutliche Übereinstimmung zwischen Höhenlage und sozialem Status auf: je höher die Lage, desto ärmer die Bewohner und umgekehrt. Bei einer durchschnittlichen Abnahme der Temperatur um 0,6 °C je 100 m liegt die Differenz zwischen den tiefsten und den höchsten Wohnlagen bei immerhin 6 °C im Jahresmittel; auch die Höhenkrankheit stellt in den oberen Vierteln ein größeres Problem dar.
Die Stadt wird vom mächtigen Illimani (6.439 m) mit seinen drei Gipfeln beherrscht. Aufgrund der Höhe, an dem die Stadt liegt, sind die Temperaturen konstant das ganze Jahr über kühl, auch wenn die täglichen Temperaturschwankungen in der Regel groß ist. Die Stadt hat ein relativ trockenes Klima, mit Niederschlägen, die vor allem in den etwas wärmeren Monaten von November bis März höher sind.
Die Stadt ist geprägt von der Architektur der spanischen Kolonialzeit. Die wird vor allem am Plaza Murillo mit den Regierungsgebäuden dokumentiert. Das heißt jedoch nicht, dass es keine Hochhäuser oder moderne Hotels gibt. Im Gegenteil, im Stadtzentrum dominieren sie. Die bekanntesten Straße, mit Namen Prado im Stadtzentrum ist von Bäumen gezäumt. Nicht vergessen sollte man das Stadion Estado Hermando Siles. Hier gewinnt die Nationalmannschaft von Bolivien fast immer, da die auswärtigen Mannschaften sich nicht so schnell an die klimatischen Bedingungen anpassen können. Sehenswert ist auch das Goldmuseum in der Altstadt.
Zu beachten sei, dass Zebrastreifen bei den Autofahrern kaum Beachtung finden. Man versucht es mit Verkehrsleiter, die als Zebra verkleidet sind, um erzieherische auf die Autofahrer einzuwirken. Landschaftlich reizvoll ist das sogenannten Tal des Mondes (kn berichtete bereits). Die Erosion hat in dem Kalkgestein ganze Arbeit geleistet, so dass bizzare Felsgebilde und Schluchten zu sehen sind.
Von der Stadt kann man sehenswerte Ziele, wie den Titicacasee oder Sie Stadt Copacabana mit der Kirche der schwarzen Madonna ansteuern.
Text und Bilder: Hans-Jürgen Schmidt
Bildtexte:
Bild 01 – Kirche in der Stadt am Titicacasee – Copacabana
Bild 02 – Schwarze Madonna als Symbolfigur über dem Eingang der Kirche in Copacabana
Bild 03 - Auf der Straße Titicacasee – La Paz
Bild 04 – Die Main Street in Alto – aus dem Bus fotografiert
Bild 05 – Blick aus dem Bus auf der Fahrt von Alto nach La Paz
Bild 06 – La Paz im Talkessel
Bild 07 – Das Zentrum von La Paz
Bild 08 – Die Kathedrale am Plaza Murillo
Bild 09 – Restaurierte Gebäude in der Altstadt
Bild 10 – Regierungsgebäude am Plaza Murillo
Bild 11 – In dieser Straße/Gasse befindet sich das Goldmuseum
Bild 12 – Der Zebramann als Verkehrserzieher
Bild 13 – Die Hauptstraße in La Paz – Prado
Bild 14 – Schüler in einheitlicher Schulkleidung
Bild 15 – Der Autor mit Bergleuten aus einer Zinnerzgrube
Bild 16 bis 18 – Markttreiben
Bild 19 bis 20 – Mittagspause
Bild 21 – Symbolfigur Mutter Erde
Bild 22 bis 23 – Im Tal des Mondes
Bild 24 – Stadion Estado Hermando Siles
Autor: khhMan fährt durch das Altiplano , ein Hochebene, und erreicht als erstes die Stadt El Alto mit einer Einwohnerzahl von zirka 770 000 Einwohnern. Sie zählt eigentlich schon zu La Paz und liegt auf 4100 m Höhe. Hier befindet sich auch der Flugplatz - La Paz –El Alto. Entsprechend der Höhe benötigen hier die Flieger einen größere Startbahn. Sie beträgt 4 km. Wer hier als Flachlandtiroler landet kann mit der Höhenkrankheit konfrontiert werden. Als Höhenkrankheit (auch D'Acosta-Krankheit, nach José de Acosta) bezeichnet man einen Komplex von Symptomen, der bei Menschen auftritt, die sich in große Höhe begeben, z. B. beim Besteigen von Bergen über etwa 2000 m.
In Lateinamerika, wo zahlreiche große Städte wie La Paz (3600 m), Cuzco (3500 m) oder Quito (2850 m) in den Anden auf einer Höhe bis über 3000 m liegen, ist die Höhenkrankheit ein ständiges Problem für viele Einheimische und Reisende und nicht nur für Bergsteiger. Symptome der Höhenkrankheit sind Kopfschmerzen, Appetitverlust, Übelkeit, Erbrechen, Müdigkeit, Atemnot, Schwindel, Ohrensausen, Schlafschwierigkeiten, Ödeme sowie verminderte Wasser- und Salzausscheidung Die Ursache liegt darin, dass der Luftdruck mit zunehmender Höhe absinkt. Damit wird auch der Sauerstoff-Partialdruck geringer, also die Menge Sauerstoff, die 1 Kubikmeter Atemluft enthält. Dadurch verringert sich zunächst die Sauerstoffaufnahme in der Lunge. Es tritt eine Sauerstoffunterversorgung ein. Die körpereigene Atemregulation wirkt dem nicht entgegen, da sie vornehmlich auf den Kohlendioxidgehalt des Blutes reagiert. Dieser steigt bei abnehmendem Luftdruck aber nicht an. Der Körper kann sich innerhalb weniger Tage in gewissem Ausmaß an diese Situation anpassen, indem er mehr rote Blutkörperchen produziert. Diese Anpassung wird als Akklimatisation bezeichnet. Die Hauptgefahr des geringen Druckes liegt jedoch darin, dass sich durch die Blutdruckerhöhung in der Lunge und anderen Körpergeweben (z. B. im Gehirn) Flüssigkeit ansammelt, die zu einem Ödem führen können. Dies sollte man bei einer Anreise beachten. Reiner Sauserstoff aus der Flasche kann hier Abhilfe schaffen.
Der Höhenunterschied zwischen den weiter talabwärts gelegenen südlichen Stadtteilen mit vielen Villen und dem Stadtrand am oberen Ende des Talkessels beträgt knapp 1000 m, was bei der Abfahrt von El Alto hinunter nach La Paz zu einem der spektakulärsten Ausblicke Boliviens führt. Die Wohnviertel weisen eine deutliche Übereinstimmung zwischen Höhenlage und sozialem Status auf: je höher die Lage, desto ärmer die Bewohner und umgekehrt. Bei einer durchschnittlichen Abnahme der Temperatur um 0,6 °C je 100 m liegt die Differenz zwischen den tiefsten und den höchsten Wohnlagen bei immerhin 6 °C im Jahresmittel; auch die Höhenkrankheit stellt in den oberen Vierteln ein größeres Problem dar.
Die Stadt wird vom mächtigen Illimani (6.439 m) mit seinen drei Gipfeln beherrscht. Aufgrund der Höhe, an dem die Stadt liegt, sind die Temperaturen konstant das ganze Jahr über kühl, auch wenn die täglichen Temperaturschwankungen in der Regel groß ist. Die Stadt hat ein relativ trockenes Klima, mit Niederschlägen, die vor allem in den etwas wärmeren Monaten von November bis März höher sind.
Die Stadt ist geprägt von der Architektur der spanischen Kolonialzeit. Die wird vor allem am Plaza Murillo mit den Regierungsgebäuden dokumentiert. Das heißt jedoch nicht, dass es keine Hochhäuser oder moderne Hotels gibt. Im Gegenteil, im Stadtzentrum dominieren sie. Die bekanntesten Straße, mit Namen Prado im Stadtzentrum ist von Bäumen gezäumt. Nicht vergessen sollte man das Stadion Estado Hermando Siles. Hier gewinnt die Nationalmannschaft von Bolivien fast immer, da die auswärtigen Mannschaften sich nicht so schnell an die klimatischen Bedingungen anpassen können. Sehenswert ist auch das Goldmuseum in der Altstadt.
Zu beachten sei, dass Zebrastreifen bei den Autofahrern kaum Beachtung finden. Man versucht es mit Verkehrsleiter, die als Zebra verkleidet sind, um erzieherische auf die Autofahrer einzuwirken. Landschaftlich reizvoll ist das sogenannten Tal des Mondes (kn berichtete bereits). Die Erosion hat in dem Kalkgestein ganze Arbeit geleistet, so dass bizzare Felsgebilde und Schluchten zu sehen sind.
Von der Stadt kann man sehenswerte Ziele, wie den Titicacasee oder Sie Stadt Copacabana mit der Kirche der schwarzen Madonna ansteuern.
Text und Bilder: Hans-Jürgen Schmidt
Bildtexte:
Bild 01 – Kirche in der Stadt am Titicacasee – Copacabana
Bild 02 – Schwarze Madonna als Symbolfigur über dem Eingang der Kirche in Copacabana
Bild 03 - Auf der Straße Titicacasee – La Paz
Bild 04 – Die Main Street in Alto – aus dem Bus fotografiert
Bild 05 – Blick aus dem Bus auf der Fahrt von Alto nach La Paz
Bild 06 – La Paz im Talkessel
Bild 07 – Das Zentrum von La Paz
Bild 08 – Die Kathedrale am Plaza Murillo
Bild 09 – Restaurierte Gebäude in der Altstadt
Bild 10 – Regierungsgebäude am Plaza Murillo
Bild 11 – In dieser Straße/Gasse befindet sich das Goldmuseum
Bild 12 – Der Zebramann als Verkehrserzieher
Bild 13 – Die Hauptstraße in La Paz – Prado
Bild 14 – Schüler in einheitlicher Schulkleidung
Bild 15 – Der Autor mit Bergleuten aus einer Zinnerzgrube
Bild 16 bis 18 – Markttreiben
Bild 19 bis 20 – Mittagspause
Bild 21 – Symbolfigur Mutter Erde
Bild 22 bis 23 – Im Tal des Mondes
Bild 24 – Stadion Estado Hermando Siles























