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Do, 16:38 Uhr
23.04.2009

nnz-doku: Befördert

Heute sind in Nordhausen Beamte der Nordthüringer Polizei befördert worden. Bei diesen Anlässen wird auch immer eine Rede gehalten. In unserer doku-Reihe veröffentlichen wir die Ansprache von Polizeidirektor Uwe Köppen in der Polizeidirektion Nordhausen.


Befördert (Foto: Polizei) Befördert (Foto: Polizei)
Reihe hinten, von links: Olaf John (KYF), Wolfgang Hendrich (NDH), Jurij Schleip-Ols (VPI), Georg Lindner (KYF), Siegfried Schwabe (ZBS); Reihe vorn, von links: Bettina Röhl (PD), Ines Schwarze (KYF), Manja Braunsdorf (KYF), LPD Uwe Köppen, Knut Hoffman (KPI), Ronny Klose (KPI)


Sehr geehrte Frau Abgeordnete Becker,
Herr Abgeordneter Primas,
liebe Kolleginnen und Kollegen,

es ist in der Polizeidirektion Nordhausen zu einer guten Tradition geworden, den Festakt zur Beförderung an historischen und geschichtsträchtigen Orten durchzuführen. Auch wenn wir den heutigen Anlass hier in unserer Dienststelle begehen, befinden wir uns dennoch an einem geschichtsträchtigen Ort. Wir wollen dabei aber nicht vergessen, dass eine lange Zeit der Nutzung dieses Geländes in eine unrühmliche Epoche unserer Geschichte fällt. Heute erinnert hier nur noch wenig an diese Zeit. Dennoch haben wir vieles erhalten können, das an die Nutzung in den vergangenen Jahrzehnten erinnert.

Seit 1928 gab es hier einen kleinen Zivilflugplatz. Erst im Jahr 1935 begann man mit der Einrichtung eines Fliegerhorstes und feierte im November Richtfest für das neue Wirtschaftsgebäude (heute Haus E), also das Gebäude hinter mir. Die 550 Mann starke Fliegertruppe des neu gebildeten III. Kampfgeschwaders 253 bezog im Frühjahr 1936 die noch nicht ganz fertige Kaserne hier am Südrand der Stadt. Kampfeinsätze wurden von hier aus nie gestartet. Vielmehr diente der Standort der Ausbildung und Versorgung.

Bereits unmittelbar nach dem Krieg gab es schon einmal eine Nutzung durch die Polizei. Damals befand sich hier eine Transportpolizei-Schule. Bis wir als Thüringer Polizei die Liegenschaft 1993 wieder übernommen haben, erfolgte eine Nutzung durch die NVA und die Grenztruppen. Nun werden Sie sich vermutlich fragen, warum erzählt er uns das alles?

Ganz einfach: Zum Einen ist es interessant ein wenig zu wissen über die Geschichte der Gebäude, in denen man fast täglich arbeitet. Zum Anderen ging es ja um das Fliegen. Und fliegen hat etwas mit Beförderung zu tun. Auch Sie, liebe Kolleginnen und Kollegen, sollen heute befördert werden. Dazu schon jetzt meinen herzlichen Glückwunsch.

Wir haben uns diesmal gedacht, das schöne Wetter zu nutzen und die Beförderung im Freien vorzunehmen. Bei ausgesprochen schlechtem Wetter wären wir in den Saal gegangen. Wir sind also auf alle Möglichkeiten vorbereitet. Mit dem Wetter ist es ja immer so eine Sache. Mal kommt ein kräftiges Hoch, dann wieder ein Tief. So, wie im richtigen Leben.

Sie, meine Damen und Herren dürfen heute unmittelbar ein kräftiges Hoch im Polizeialltag erleben. Die Freude, die heute in Ihnen darüber ist, heute hier zu sein, ist mit der Enttäuschung bei vielen ihrer Kolleginnen und Kollegen verbunden, die heute nicht dabei sein dürfen. Erst vor wenigen Tagen haben wir im Friederikenschlösschen in Bad Langensalza 27 Ihrer Kolleginnen und Kollegen befördern können.

Umso mehr freue ich mich, dass wir heute in einer nachgeschobenen Beförderung noch einmal 10 Beamte befördern können. Ich persönlich hätte es gern gesehen, wenn die Zahl der zu Befördernden noch größer wäre. Aber wir unterliegen dabei insbesondere wirtschaftlichen Zwängen. Das kräftige Hoch im Polizeialltag ist sozusagen begrenzt.

Deshalb können Sie, liebe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter durchaus stolz darauf sein, sich solch einen Platz erkämpft zu haben. Das soll aber die Arbeit der Anderen, die heute hier nicht mit dabei sein können, keinesfalls schmälern. Generell leisten unsere Beamten in den Dienststellen eine gute Arbeit.

Liebe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter,
wir alle wissen, dass wir dieses Jahr ein Wahljahr haben. Niemand weiß, wie es nach den Wahlen in Thüringer weitergehen wird und welche Veränderungen auf uns, die Polizei zukommen. Ich möchte sie an dieser Stelle bitten, sich nicht an Spekulationen und Gerüchten zu beteiligen, sondern mit gebührender Sachlichkeit in die Zukunft zu blicken.

Es wird mit Sicherheit Veränderungen geben, die für Verschiedene von uns auch mit neuen Aufgaben, vielleicht sogar mit einem Neuanfang verbunden sein können. Ich bin überzeugt, man wird bei notwendigen Veränderungen eine Lösung finden, die den heutigen wirtschaftlichen Bedingungen und einer zeitgemäßen Polizeiarbeit entspricht.

Letztlich geht es heutzutage nicht mehr darum, eine Lösung zu finden, die für alle Zeit Gültigkeit hat. Dazu ist der Wandel viel zu schnell; zu rasch ändern sich die Bedingungen. Eigentlich heißt es für jeden, der heute Erfolg haben will, immer wieder neu anzufangen.

Denken sie doch nur einmal an die vielen Menschen, die in der Geschichte unseres Landes vieles durchleben mussten. Oder die Menschen hier in Nordhausen. Im 14 Jahrhundert hatte die Pest in der kleinen Stadt die Bevölkerung fast ausgelöscht. 1710 brannte die Stadt fast vollständig nieder.

Und am 3. und 4. April 1945 wurde sie durch den Abwurf von mehr als 6.000 Bomben bis zur Unkenntlichkeit zerstört. 8.800 Menschen fanden dabei den Tod. Man möchte meinen, irgendwann haben die Menschen einmal resigniert. Nein, jede Katastrophe war für die Menschen in Nordhausen ein Neubeginn.

Auch wir brauchen diesen Optimismus des ständigen Neubeginns. Auch unsere Ziele gelten nicht für die Ewigkeit, auch sie werden oft hinweg gewischt, wenn sich die gesellschaftlichen Bedingungen, das Kriminalitätslagebild oder die Belastungen innerhalb einzelner Deliktfelder verändern.

Wir haben hier im Norden Thüringens in den vergangenen Jahren hervorragende Ergebnisse in der polizeilichen Arbeit erreicht. Das aber nur, weil wir flexibel waren und anpassungsfähig, weil wir oft auch neue oder ungewöhnliche Wege beschritten und dabei Schwerpunkte gesetzt haben. Weil wir wachsam waren und richtig auf die Hochs und Tiefs des Polizeialltages reagiert haben..

Auch für die Zukunft bleibt uns keine Wahl: Wir müssen uns immer wieder neue Chancen und Möglichkeiten suchen, immer wieder einen neuen Kurs, neue Ziele festlegen – und sie dann mit unerschütterlichem Optimismus verfolgen. Wir sind also während unserer Arbeit in einem Hoch unseres Lebens immer gespannt auf das nächste Tief und bereit, das in Angriff zu nehmen, was uns dort erwartet.

Nun, die Geschichte mit dem Wetter kennen sie jetzt. Ich bin sicher, dass wir unsere Ziele bei Regen, Sturm oder Sonne immer erreichen, wenn jeder von Ihnen sich voll und ganz dafür einsetzt.

Ich danke Ihnen für alles, was Sie bisher für die Polizei in Thüringen, für unsere Thüringer Bevölkerung getan haben. Und wenn ich in Ihre Gesichter schaue, lese ich darin Mut und Zuversicht. Übertragen sie ihren Mut, ihre Zuversicht auch auf die anderen Kolleginnen und Kollegen in den Dienststellen. Das ist es auch, was wir brauchen. Der Erfolg gehört den Tüchtigen! Lassen Sie uns zupacken und nicht lockerlassen! Dazu wünsche ich uns eine stabile Wetterlage mit vielen Sonnenstunden und wenig Schatten.
Autor: nnz/kn

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