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Mi, 13:40 Uhr
25.11.2009

Fahne gehisst

Es ist uns zur Tradition geworden die Fahne von Terre de Femme zu hissen. So auch heute Vormittag vor dem Rathaus von Sondershausen...


Aus Anlass dazu hatte Ludmilla Krause vom Frauenhaus in Sondershausen ein Ansprache vorbereitet, die wir gern auch Ihnen nicht vorenthalten wollen:
Sie sagte "Wir wollen damit ausdrücken: "NEIN zu Gewalt an Frauen und Mädchen" "NEIN zu häuslicher Gewalt". Es gibt keine einzelnen Gründe oder Faktoren, die die Ursache von Gewalt sind. Männergewalt im häuslichen Bereich ist das komplexe Zusammenspiel von ökonomischen, psychischen, physischen und sozialen Bedingungen. Diese Komponenten lassen sich zurückführen auf das asymmetrische Geschlechterverhältnis, männliche Macht und Dominanz in unserer Gesellschaft.

Es gibt viele Mythen über Gewalt gegen Frauen. Mit solchen Anschauungen wird versucht, männliche Gewalt zu entschuldigen oder die Frau dafür verantwortlich zu machen. Sie beeinflussen die Frauen selbst und diejenigen, die ihnen helfen könnten.
DAS KOMMT DOCH NUR IN BESTIMMTEN SCHICHTEN VOR
ER SCHLÄGT JA NUR, WEIL ER GETRUNKEN HAT
SIE HAT IHN WAHRSCHEINLICH PROVOZIERT
SIE HAT SICH DIESEN MANN DOCH AUSGESUCHT
SIE KANN IHN DOCH VERLASSEN
ER IST IM STRESS, IHM IST HALT MAL DIE HAND AUSGERUTSCHT
DAS IST DOCH PRIVATSACHE
Dabei ist der Schutz vor Gewalt ein Recht, das allen gleichermaßen zusteht- und eine Aufgabe die nach dem Grundgesetz dem Staate zukommt. In Artikel 2 heißt es:
" Jeder hat das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit."

Fahne hissen (Foto: Karl-Heinz Herrmann) Fahne hissen (Foto: Karl-Heinz Herrmann)

Bisher werden nur in Hamburg, Schleswig- Holstein und Berlin die Frauenhauskosten komplett aus öffentlichen Kassen finanziert. In allen anderen Bundesländern müssen die Frauenhäuser Tagessätze fordern, die je nach Höhe der Beiträge von Kommune und Land unterschiedlich hoch sind.

Jede vierte Frau wird in ihrem Leben Opfer häuslicher Gewalt. Für viele ist ein Frauenhaus Rettung in höchster Not. Doch die Unterbringung und Betreuung gibt es nicht umsonst. In Thüringen sind Frauenhäuser unterfinanziert und darauf angewiesen, das die Opfer die Kosten für die Hilfe m der Not selbst zahlen.

Tausende Männer in Deutschland tun es jeden Tag: Sie schlagen ihre Frauen. Kaum zu glauben: Rund ein Viertel aller Frauen hier bei uns im zivilisierten Deutschland sind im eigenen Hause bereits geprügelt worden. Auch das ist kaum zu glauben: Bildung und Einkommen spielen dabei keine Rolle. Kein Wunder, dass etwa 40-tausend Frauen hierzulande pro Jahr in Frauenhäuser fliehen. Und schwer zu glauben auch dieses: Den Schutz, den die letzte Zuflucht Frauenhaus bietet, müssen die Opfer meist auch noch selbst bezahlen. Bevor eine Frau sich mit der Bitte um Hilfe an eine Institution wendet, hat sie schon viele Versuche unternommen, ihre Situation zu verändern.

Ihre Geschichte erscheint manchen unglaubwürdig. Sie wirkt vielleicht verstört, apathisch oder auch aggressiv. Dies können die Folgen einer langjährigen Misshandlungssituation sein. Ihre Gewalterfahrungen sind nicht einfach nur "Beziehungsstreitigkeiten", denn sie ist gedemütigt, bedroht, innerlich und äußerlich verletzt worden. Sie hat die Gewalt nicht erlebt, weil ihr Partner ein paar Mal die Kontrolle verloren hat, sondern weil er Gewalt als ein systematisches Mittel eingesetzt hat, sie zu kontrollieren und zu beherrschen. Ihr soziales Unifeld konnte ihr nicht mehr helfen, weil es sie nicht vor der Gewalt schützen konnte. Sie empfindet Schuldgefühle, die Situation zu verlassen, weil sie sich für den Erhalt der Familie verantwortlich fühlt.
SIE HAT ANGST ZU GEHEN, WEIL SIE EINE VÖLLIG UNGESICHERTE EXISTENZ VOR SICH HAT. SIE KANN NICHT BLEIBEN, WEIL IHR LEBEN BEDROHT IST.

Töchter und Söhne sind fast immer Zeugen der Gewalt gegen die Mutter. Sie werden vom Vater als Druckmittel benutzt, und meist sind sie auch Opfer massivster körperlicher, seelischer und oft sexueller Gewalt: Einer Studie zufolge werden Kinder misshandelter Frauen meistens vom Vater misshandelt, und der Grad der Kindesmisshandlung entspricht der Schwere der Frauenmisshandlung. Dabei tragen Mädchen ein höheres Risiko als Jungen. Auch wenn sie nicht misshandelt werden, sind Kinder direkt durch die Auswirkungen der Gewalt betroffen. Sie sind es oft, die die Atmosphäre der erlebten Gewalt mit deutlichen
Zeichen "veröffentlichen". Verhaltensauffälligkeiten, Entwicklungsdefizite und psychosomatische Störungen können auf mögliche Misshandlungserfahrungen hinweisen.

Fahne hissen (Foto: Karl-Heinz Herrmann) Fahne hissen (Foto: Karl-Heinz Herrmann)

Zum Abschluss Ihrer Rede dankte Ludmilla Krause dem anwesenden Bürgermeister Joachim Kreyer (CDU), sowie der 1. Beigeordneten, Cornelia Kraffzick (SPD) für die geleistete Unterstützung des Frauenhauses Sondershausen. Unterstützt wurde die Aktion durch die Gleichstellungsbeauftragte der Stadtverwaltung, Angela Böhme (ganz rechts) und die Gleichstellungsbeauftragte der Kreisverwaltung, Jans Schulz (3. von rechts).
Autor: khh

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