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Di, 14:42 Uhr
05.01.2010

Besser als das Jahr davor

Das Jahr 2009, das Jahr der Krisen. Am Nordthüringer Arbeitsmarkt scheinen die gnadenlos vorbeigegangen zu sein. Bis zum November taumelten die offiziellen Quoten nach unten. Hier der Rückblick auf ein durchaus turbulentes Jahr...


Die Arbeitslosigkeit des Jahres 2009 blieb in Nordthüringen unter dem Niveau des Vorjahres. Möglich ist dies vor allem deshalb geworden, weil die Nordthüringer Unternehmen zu einem Großteil sehr flexibel und vorausschauend gehandelt haben. Positiv niedergeschlagen hat sich außerdem der zielgerichtete Einsatz der Arbeitsmarktförderung der Agentur für Arbeit. Im Jahresdurchschnitt waren 19.310 Personen arbeitslos gemeldet (Vorjahr: 19.393). Das war, trotz schwieriger wirtschaftlicher Rahmenbedingungen, die geringste Arbeitslosigkeit seit 13 Jahren.

Die durchschnittliche Arbeitslosenquote, bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen, betrug 13,1 Prozent, 2008 waren es 13 Prozent, im Jahr zuvor noch 15,5 Prozent. Profitiert haben vor allem die Frauen. Mit 9.426 ging hier der Anteil gegenüber 2008 um 7,9 Prozent zurück. „Das vergangene Jahr konnte trotz schwieriger konjunktureller Bedingungen auf dem Arbeitsmarkt mit einem guten Resultat abgeschlossen werden“, so Gabriela Helbing, Geschäftsführerin Operativ der Nordhäuser Arbeitsagentur.

„Wir haben in diesem Jahr vor allem in berufliche Qualifizierungen investiert. Fast 9.000 Arbeitslose begannen 2009 mit einer Qualifizierungsmaßnahme. Das wird sich im Hinblick auf den künftigen Fachkräftebedarf auszahlen. Zahlreiche arbeitsmarktpolitische Instrumenten wurden eingesetzt und die von der Krise betroffenen Branchen konnten mit Hilfe des Kurzarbeitergeldes stabilisiert werden“, so die Vizechefin der Nordhäuser Agentur.

Sie wies außerdem darauf hin, dass nicht zuletzt auf die Bedürfnisse der Kunden zugeschnittene Programme und das Engagement der Mitarbeiter zu dem guten Ergebnis beigetragen haben. Mit diesen Aktivitäten konnten die intensiven Bemühungen vieler Unternehmen, ihr Fachpersonal weiterzubeschäftigen, erfolgreich unterstützt werden.

Die Dynamik am Arbeitsmarkt war auch 2009 ungebrochen hoch. Fast 50.000 Menschen haben sich im Laufe des Jahres bei der Arbeitsagentur und den Arbeitsgemeinschaften arbeitslos gemeldet, über 10 Prozent mehr als im Vorjahr. Jedoch konnten gleichzeitig über 50.000 Personen aus der Arbeitslosigkeit abgemeldet werden.

Der Arbeitgeber-Service, eine gemeinsame Einrichtung der Arbeitsagentur und den Arbeitsgemeinschaften, ist der Dreh- und Angelpunkt des Vermittlungsgeschäfts. Im Laufe des vergangenen Jahres sind ihm in Nordthüringen 8.300 Stellen von privaten und öffentlichen Einrichtungen gemeldet worden. Im Jahr zuvor waren es rund 250 weniger. Fast 60 Prozent der Stellen waren am ersten Arbeitsmarkt angesiedelt. Der Einbruch der deutschen Wirtschaft 2009 hat sich insgesamt gesehen in Nordthüringen kaum nieder geschlagen, wirkt sich dennoch auf die einzelnen Branchen recht unterschiedlich aus.

Während der Anteil der Stellen im verarbeitenden Gewerbe um fast 15 Prozent zurückging, erhöhte sich die Arbeitskräftenachfrage im Gastgewerbe um rund 24 und im Gesundheitswesen um 20 Prozent. Mehr Stellen gab es auch im Bereich des Finanz- und Dienstleistungssektors, der Land- und Forstwirtschaft und der Arbeitnehmerüberlassung. 2009 konnten 8.114 Stellen besetzt werden, mehr als die Hälfte davon waren ungefördert.

Positiv fällt die Bilanz des Berufsberatungsjahres 2008/2009 in Nordthüringen aus. Von den 2.016 Jugendlichen, die sich bei der Agentur für Arbeit als Lehrstellenbewerber gemeldet haben, waren Ende September bis auf sieben für alle Ausbildungsmöglichkeiten oder individuelle Alternativen gefunden worden. Für die verbliebenen Bewerber sind im Rahmen der Nachvermittlungsaktion die erforderlichen Maßnahmen eingeleitet, um noch jedem Jugendlichen im Rahmen der Nachvermittlungsaktion entsprechende Angebote unterbreiten zu können.

Leistungen der aktiven Arbeitsmarktförderung entlasteten insbesondere 2009 und mehr als in den Jahren zuvor den Arbeitsmarkt in Nordthüringen. Die Arbeitsagentur hat auf sowohl schnell als auch langfristig wirkende Maßnahmen gesetzt. Oberstes Ziel war zum einen die Sicherung vorhandener Beschäftigungsverhältnisse als auch die Unterstützung der Integrationen in den ersten Arbeitsmarkt. In den Spitzenzeiten Juni und Juli wurden 270 Betriebe und monatlich rund 4.000 Beschäftigte mit der Zahlung von Kurzarbeitergeld unterstützt.

Für die Unternehmen war es während auftragsschwacher Zeiten eine Abfederung in der Krise und für die Arbeitnehmer wurden die Arbeitsverhältnisse gesichert. Wie hoch die Arbeitslosigkeit im Jahr 2010 ausfallen wird, lässt sich auch aus Sicht der Nordhäuser Arbeitsagentur nur schwer prognostizieren. „Vom Verlauf des Arbeitslosenbestandes der letzten Monate lässt sich noch keine Trendwende ableiten“, meint Gabriela Helbing. „Wir sind zu Jahresbeginn auf einen saisonalen Anstieg der Arbeitslosigkeit eingestellt. Interessant wird sein, inwieweit im Frühjahr die Folgen der Konjunkturkrise sich auf den regionalen Arbeitsmarkt auswirken“, so die stellvertretende Agenturchefin.
Autor: nnz/kn

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