Di, 15:35 Uhr
12.01.2010
Warnung vor "Metabolic Balance"
Sie soll der neue Stern am Diät-Himmel sein. Doch die Versprechen, die von Verfechtern der "Metabolic Balance" gemacht werden, erscheinen Verbraucherschützern mehr als fragwürdig...
Mit einem an den Stoffwechsel angepassten Ernährungsplan sollen sowohl Fettpolster verschwinden, als auch Vitalität und Gesundheit bis ins hohe Alter erhalten bleiben. Das versprechen die Befürworter der neuen und recht teuren Trend-Diät "Metabolic Balance". Mit zum Teil fragwürdigen Ernährungsregeln und nicht nachvollziehbaren strikten sowie sehr detaillierten Lebensmittelzuweisungen kann das gewünschte Ziel jedoch kaum erreicht werden.
Die Diät beginnt unter anderem mit einer Blutuntersuchung. Selbst wenn man hier unterstellt, dass einmalig ermittelte Blutwerte tatsächlich aussagekräftig sind, so fehlt bisher der nachgewiesene Zusammenhang zur erfolgreichen Gewichtsreduzierung. Wissenschaftlich nicht begründbar sind Regeln, wie die letzte Mahlzeit vor 21 Uhr zu beenden oder bei der Zubereitung von Speisen auf Öl zu verzichten. Noch fragwürdiger ist jedoch die Zuweisung der Lebensmittel.
So darf der eine unter anderem Aprikosen und Schafs-Feta essen, wo hingegen einem anderen Kiwis und Limburger empfohlen werden. Klar ist hingegen die sehr niedrige Energiezufuhr. Die Teilnehmer nehmen also vor allem dadurch ab, dass sie am Essen sparen. "Nicht nur hier zeigt diese Diät, dass sie nichts anderes ist als eine gewöhnliche Reduktionskost", sagt Vera Schrodi von der Verbraucherzentrale Thüringen. "Ohne ein zusätzliches Bewegungsprogramm ist langfristig der allseits gefürchtete JoJo-Effekt aufgrund körperbedingter Anpassungen vorprogrammiert", so die Ernährungsexpertin weiter.
Glaubt man den Werbeaussagen, dann wäre diese Diät auch für erkrankte Personen geeignet. Danach sollten an Diabetes Typ 2, Rheuma, chronischer Migräne, Fettstoffwechselstörungen oder an Bluthochdruck Erkrankte an dieser Diät teilnehmen. Dazu Vera Schrodi: "Ohne ausdrücklichen ärztlichen Rat empfehlen wir im Krankheitsfall von dieser Diät Abstand zu nehmen. Das Wissen der meisten Betreuer reicht nach unserer Auffassung nicht aus, um Krankheiten angemessen zu therapieren."
Trotz der Qualitätszertifizierung nach DIN EU ISO 9001:2000 werden die Beratungsleistungen nicht automatisch von den Krankenkassen anerkannt, was dann auch eine Beteiligung an den Kosten ausschließt. Viele Anbieter der "Metabolic Balance" kooperieren zusätzlich mit Fitnessstudios. Bewegung ist grundsätzlich empfehlenswert, jedoch entstehen in dieser Kombination zusätzliche finanzielle und vertragliche Verpflichtungen für Abnehmwillige.
Die Verbraucherzentrale empfiehlt in Sachen Gewichtsreduktion die Umsetzung der wissenschaftlich nachgewiesenen Leitlinien zur Behandlung von Übergewicht. Dort wird für den Bereich "Ernährung und Lebensmittelauswahl" eine individuell angepasste Umstellung des Essverhaltens empfohlen.
"Entscheidend für langfristige Abnehmerfolge sind das Erlernen eines gesunden Essverhaltens, eine maßvolle und abwechslungsreiche Lebensmittelauswahl mit nährstoffschonender Zubereitung, bei gleichzeitiger Erhöhung des Bewegungsumfanges", so Vera Schrodi von der Verbraucherzentrale Thüringen.
Autor: nnz/knMit einem an den Stoffwechsel angepassten Ernährungsplan sollen sowohl Fettpolster verschwinden, als auch Vitalität und Gesundheit bis ins hohe Alter erhalten bleiben. Das versprechen die Befürworter der neuen und recht teuren Trend-Diät "Metabolic Balance". Mit zum Teil fragwürdigen Ernährungsregeln und nicht nachvollziehbaren strikten sowie sehr detaillierten Lebensmittelzuweisungen kann das gewünschte Ziel jedoch kaum erreicht werden.
Die Diät beginnt unter anderem mit einer Blutuntersuchung. Selbst wenn man hier unterstellt, dass einmalig ermittelte Blutwerte tatsächlich aussagekräftig sind, so fehlt bisher der nachgewiesene Zusammenhang zur erfolgreichen Gewichtsreduzierung. Wissenschaftlich nicht begründbar sind Regeln, wie die letzte Mahlzeit vor 21 Uhr zu beenden oder bei der Zubereitung von Speisen auf Öl zu verzichten. Noch fragwürdiger ist jedoch die Zuweisung der Lebensmittel.
So darf der eine unter anderem Aprikosen und Schafs-Feta essen, wo hingegen einem anderen Kiwis und Limburger empfohlen werden. Klar ist hingegen die sehr niedrige Energiezufuhr. Die Teilnehmer nehmen also vor allem dadurch ab, dass sie am Essen sparen. "Nicht nur hier zeigt diese Diät, dass sie nichts anderes ist als eine gewöhnliche Reduktionskost", sagt Vera Schrodi von der Verbraucherzentrale Thüringen. "Ohne ein zusätzliches Bewegungsprogramm ist langfristig der allseits gefürchtete JoJo-Effekt aufgrund körperbedingter Anpassungen vorprogrammiert", so die Ernährungsexpertin weiter.
Glaubt man den Werbeaussagen, dann wäre diese Diät auch für erkrankte Personen geeignet. Danach sollten an Diabetes Typ 2, Rheuma, chronischer Migräne, Fettstoffwechselstörungen oder an Bluthochdruck Erkrankte an dieser Diät teilnehmen. Dazu Vera Schrodi: "Ohne ausdrücklichen ärztlichen Rat empfehlen wir im Krankheitsfall von dieser Diät Abstand zu nehmen. Das Wissen der meisten Betreuer reicht nach unserer Auffassung nicht aus, um Krankheiten angemessen zu therapieren."
Trotz der Qualitätszertifizierung nach DIN EU ISO 9001:2000 werden die Beratungsleistungen nicht automatisch von den Krankenkassen anerkannt, was dann auch eine Beteiligung an den Kosten ausschließt. Viele Anbieter der "Metabolic Balance" kooperieren zusätzlich mit Fitnessstudios. Bewegung ist grundsätzlich empfehlenswert, jedoch entstehen in dieser Kombination zusätzliche finanzielle und vertragliche Verpflichtungen für Abnehmwillige.
Die Verbraucherzentrale empfiehlt in Sachen Gewichtsreduktion die Umsetzung der wissenschaftlich nachgewiesenen Leitlinien zur Behandlung von Übergewicht. Dort wird für den Bereich "Ernährung und Lebensmittelauswahl" eine individuell angepasste Umstellung des Essverhaltens empfohlen.
"Entscheidend für langfristige Abnehmerfolge sind das Erlernen eines gesunden Essverhaltens, eine maßvolle und abwechslungsreiche Lebensmittelauswahl mit nährstoffschonender Zubereitung, bei gleichzeitiger Erhöhung des Bewegungsumfanges", so Vera Schrodi von der Verbraucherzentrale Thüringen.