So, 09:05 Uhr
17.01.2010
Die Leidenschaften des Lothar Hensel
Es gab ein Schlüsselerlebnis in seinem Leben: Lothar Hensel, der in Berlin Schulmusik im Hauptfach Klarinette studierte, hörte auf einer Aufnahme das Spiel eines Bandoneons. Er besorgte sich daraufhin selbst eines, lernte darauf zu spielen. Ende dieses Monats auch in Nordhausen und Sondershausen...
Hensel wurde bald einer der weltweit gefragtesten Bandoneonisten. Seine Leidenschaft auf dem Instrument gilt dem Tango, den er eindrucksvoll zum Leben erweckt. Dass Peter Hensel im 4. Sinfoniekonzert des Loh-Orchesters zu Gast ist, ist eine wirklich große Besonderheit.
Durch die Popularität des Tangos erlebt zwar auch das Bandoneon – das Instrument des Tangos schlechthin – eine Blüte, doch auf dem Konzertpodium ist es immer noch vergleichsweise selten zu hören. Das mit dem Akkordeon verwandte Bandoneon ist eigentlich eine deutsche Erfindung aus der Mitte des 19. Jahrhunderts und war bis zum Verbot durch die Nationalsozialisten sehr beliebt und verbreitet.
Es gab in Deutschland zeitweise mehr Bandoneonvereine als Fußballvereine! Mit deutschen Einwanderern gelangte das Instrument irgendwann Anfang des 20. Jahrhunderts nach Argentinien, wo es für den damals noch jungen Tango entdeckt wurde. Bis heute gehören Tango und Bandoneon untrennbar zusammen.
Lothar Hensel hatte schon vor seinem Schlüsselerlebnis mit dem Bandoneon den Tango für sich entdeckt, als er ihn während des Studiums als Straßenmusiker auch spielte, zunächst auf Klarinette und Akkordeon. Doch so richtig nach Tango klang das noch nicht. Nachdem er das Bandoneon entdeckt hatte, war er nicht mehr aufzuhalten: Jetzt lernte er richtig Tango spielen.
Ende der Achtziger ging Lothar Hensel für ein Jahr nach Argentinien, um sich dort einen Lehrer zu suchen. Ich wollte ja nicht nur Bandoneonspielen lernen. Ich wollte Tango spielen lernen. Das konnte er nur dort, wo der Tango seine Wurzeln hatte. Später lernte er weiter in Paris.
In seinem Repertoire steht natürlich die Musik von Piazzolla – dem großen Tangokönig – an vorderster Stelle. Doch irgendwann bemerkte er, dass ihm das Repertoire, das er spielte, nicht genügte. Er begann selbst Stücke für sein Instrument zu schreiben, die natürlich auch wesentlich vom Tango geprägt sind. Dazu gehört sein 2. Konzert für Bandoneon und großes Orchester.
Dieses Konzert spielt er nun gemeinsam mit dem Loh-Orchester. Tangomusik vom Feinsten, impressionistische Klänge und noch viel mehr stecken in diesem Stück, in dem Hensel dem Orchester einen wichtigen Part einräumt. Aber auch Piazzolla darf nicht fehlen. Hensel spielt mit Adiós Nonino eines der berühmtesten Stücke von Piazzolla.
Das 4. Sinfoniekonzert unter dem Motto Dunkle Leidenschaften dirigiert Golo Berg, langjähriger Generalmusikdirektor des Anhaltischen Theaters in Dessau. Neben Tangomusik erklingt die letzte Sinfonie von Dmitri Schostakowitsch, ein musikalischer Rückblick des Komponisten auf sein Leben. Grotesk verzerrt erscheint darin ein Zitat aus der Ouvertüre zu Rossinis letzter Oper Wilhelm Tell.
Das 4. Sinfoniekonzert mit Werken von Rossini, Schostakowitsch, Piazzolla und Hensel findet jeweils um 19.30 Uhr am 30. Januar im Haus der Kunst Sondershausen sowie am 31. Januar im Theater Nordhausen statt. Jeweils um 18.45 Uhr laden Golo Berg und Konzertdramaturgin Juliane Hirschmann zu einer Einführung in das Foyer ein.
Ganz besonders willkommen sind zu diesem Konzert Schülerinnen und Schüler: Nach beiden Konzerten lädt das Junge Theater zu einem Stammtisch in den Erbprinzen in Sondershausen bzw. im Theaterrestaurant Da Capo Nordhausen ein, in dem die jungen Zuhörer mit den beiden Gästen des Abends in lockerer Atmosphäre ins Gespräch kommen können.
Karten gibt es an der Theaterkasse (Tel. 0 36 31/98 34 52), in der Sondershausen-Information (Tel. 0 36 32/78 81 11) und an allen Vorverkaufsstellen der Theater Nordhausen/Loh-Orchester Sondershausen GmbH.
Autor: nnz/knHensel wurde bald einer der weltweit gefragtesten Bandoneonisten. Seine Leidenschaft auf dem Instrument gilt dem Tango, den er eindrucksvoll zum Leben erweckt. Dass Peter Hensel im 4. Sinfoniekonzert des Loh-Orchesters zu Gast ist, ist eine wirklich große Besonderheit.
Durch die Popularität des Tangos erlebt zwar auch das Bandoneon – das Instrument des Tangos schlechthin – eine Blüte, doch auf dem Konzertpodium ist es immer noch vergleichsweise selten zu hören. Das mit dem Akkordeon verwandte Bandoneon ist eigentlich eine deutsche Erfindung aus der Mitte des 19. Jahrhunderts und war bis zum Verbot durch die Nationalsozialisten sehr beliebt und verbreitet.
Es gab in Deutschland zeitweise mehr Bandoneonvereine als Fußballvereine! Mit deutschen Einwanderern gelangte das Instrument irgendwann Anfang des 20. Jahrhunderts nach Argentinien, wo es für den damals noch jungen Tango entdeckt wurde. Bis heute gehören Tango und Bandoneon untrennbar zusammen.
Lothar Hensel hatte schon vor seinem Schlüsselerlebnis mit dem Bandoneon den Tango für sich entdeckt, als er ihn während des Studiums als Straßenmusiker auch spielte, zunächst auf Klarinette und Akkordeon. Doch so richtig nach Tango klang das noch nicht. Nachdem er das Bandoneon entdeckt hatte, war er nicht mehr aufzuhalten: Jetzt lernte er richtig Tango spielen.
Ende der Achtziger ging Lothar Hensel für ein Jahr nach Argentinien, um sich dort einen Lehrer zu suchen. Ich wollte ja nicht nur Bandoneonspielen lernen. Ich wollte Tango spielen lernen. Das konnte er nur dort, wo der Tango seine Wurzeln hatte. Später lernte er weiter in Paris.
In seinem Repertoire steht natürlich die Musik von Piazzolla – dem großen Tangokönig – an vorderster Stelle. Doch irgendwann bemerkte er, dass ihm das Repertoire, das er spielte, nicht genügte. Er begann selbst Stücke für sein Instrument zu schreiben, die natürlich auch wesentlich vom Tango geprägt sind. Dazu gehört sein 2. Konzert für Bandoneon und großes Orchester.
Dieses Konzert spielt er nun gemeinsam mit dem Loh-Orchester. Tangomusik vom Feinsten, impressionistische Klänge und noch viel mehr stecken in diesem Stück, in dem Hensel dem Orchester einen wichtigen Part einräumt. Aber auch Piazzolla darf nicht fehlen. Hensel spielt mit Adiós Nonino eines der berühmtesten Stücke von Piazzolla.
Das 4. Sinfoniekonzert unter dem Motto Dunkle Leidenschaften dirigiert Golo Berg, langjähriger Generalmusikdirektor des Anhaltischen Theaters in Dessau. Neben Tangomusik erklingt die letzte Sinfonie von Dmitri Schostakowitsch, ein musikalischer Rückblick des Komponisten auf sein Leben. Grotesk verzerrt erscheint darin ein Zitat aus der Ouvertüre zu Rossinis letzter Oper Wilhelm Tell.
Das 4. Sinfoniekonzert mit Werken von Rossini, Schostakowitsch, Piazzolla und Hensel findet jeweils um 19.30 Uhr am 30. Januar im Haus der Kunst Sondershausen sowie am 31. Januar im Theater Nordhausen statt. Jeweils um 18.45 Uhr laden Golo Berg und Konzertdramaturgin Juliane Hirschmann zu einer Einführung in das Foyer ein.
Ganz besonders willkommen sind zu diesem Konzert Schülerinnen und Schüler: Nach beiden Konzerten lädt das Junge Theater zu einem Stammtisch in den Erbprinzen in Sondershausen bzw. im Theaterrestaurant Da Capo Nordhausen ein, in dem die jungen Zuhörer mit den beiden Gästen des Abends in lockerer Atmosphäre ins Gespräch kommen können.
Karten gibt es an der Theaterkasse (Tel. 0 36 31/98 34 52), in der Sondershausen-Information (Tel. 0 36 32/78 81 11) und an allen Vorverkaufsstellen der Theater Nordhausen/Loh-Orchester Sondershausen GmbH.
