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Di, 12:14 Uhr
23.02.2010

Thüringer schrumpfen

Nicht in der Körpergröße, nein, aber zahlenmäßig entwickeln sich die Thüringer zurück. Die heute veröffentlichten Zahlen zur Bevölkerungsentwicklung verheißen nichts Gutes.

Das Statistische Bundesamt (Destatis) wird heute die Länderergebnisse der 12. koordinierten Bevölkerungsvorausberechnung (12. kBV) veröffentlichen. Koordiniert bedeutet, dass Modell und Annahmen zwischen dem Bund und den Ländern abgestimmt sind. Die Vorausberechnungen basieren auf dem fortgeschriebenen Bevölkerungsstand zum 31.12.2008 und reichen bis zum Jahr 2060. Die Ergebnisse für Deutschland wurden am 18. November letzten Jahres von Destatis veröffentlicht und können unter (weiterführender Link - www.destatis.de) eingesehen werden.

Für die Thüringer Ergebnisse wurden zwei Varianten gerechnet, die sich im Wesentlichen im Außenwanderungssaldo unterscheiden (siehe Anlage). Variante 1 geht von einem ansteigenden, ab dem Jahr 2020 konstanten jährlichen Wanderungsgewinn von 1,7 Tausend Personen aus. Variante 2 nimmt einen ansteigenden, ab 2020 konstanten jährlichen Außenwanderungsgewinn von 3,5 Tausend Personen an.

Ab dem Jahr 2031 haben beide Rechnungen Modellcharakter, da besonders die Wanderungen zwischen den Bundesländern mit zunehmendem Abstand vom Basisjahr immer schwerer schätzbar sind und demzufolge ab dem Jahr 2030 keine Binnenwanderungen mehr zum Ansatz gebracht werden. Die Gesamtwanderungssalden beider Varianten bleiben ab dem Jahr 2030 konstant.

Nach den Ergebnissen der 12. kBV wird sich die Thüringer Bevölkerung weiter stark reduzieren. Lebten Ende 2008 rund 2 267,8 Tausend Personen in Thüringen, werden es im Jahr 2030 noch 1 842,8 Tausend bis 1 873,2 Tausend Personen sein. Das sind im Durchschnitt 19,3 Tausend bis 17,9 Tausend Einwohner, die Thüringen jährlich 'verloren gehen'.

Hauptursache für den Bevölkerungsrückgang ist der anhaltende Sterbefallüberschuss. Sollten die koordinierten Annahmen so eintreffen, werden bis zum Jahr 2030 im Durchschnitt jährlich 15,4 Tausend bis 15,3 Tausend Kinder weniger geboren werden als Menschen sterben. Es ist mit einem jährlichen Gesamtwanderungsverlust von 3,8 Tausend bzw. 2,6 Tausend Personen im betrachteten Zeitraum zu rechnen.

Die Bevölkerung Thüringens wird sich nicht nur weiter verringern, sondern zudem immer älter werden. Ende 2008 betrug der Anteil der über 65-Jährigen an der Gesamtbevölkerung 22,6 Prozent. Im Jahr 2030 werden bereits 35,4 Prozent bzw. 34,9 Prozent der Bevölkerung 65 Jahre und älter sein.
Der Anteil der jungen Menschen unter 20 Jahren an der Gesamtbevölkerung wird sich im gleichen Zeitraum von 15,1 Prozent auf 13,9 Prozent (beide Varianten) reduzieren.
Die Bevölkerung der 20- bis unter 65-Jährigen wird 2030 einen Anteil an der Gesamtbevölkerung von 50,7 Prozent bzw. 51,2 Prozent haben, während er 2008 noch 62,3 Prozent betrug.
Das Durchschnittsalter der Thüringer lag 2008 bei 45,3 Jahren und wird demnach bis zum Jahr 2030 auf 51,4 Jahre bzw. 51,1 Jahre ansteigen.

Weitere Vorausberechnungsergebnisse für Thüringen können im Internet unter (weiterführender Link - www.statistik.thueringen.de) in der Rubrik 'Thüringer Daten/Bevölkerung, Mikrozensus/ Zusammenfassende Darstellungen zur Bevölkerungsentwicklung' abgerufen werden.
Autor: nnz

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