Fr, 11:48 Uhr
12.03.2010
Keine Entwarnung auf der Straße
Es gibt seit Jahren eine erfreuliche Tendenz bei den Verkehrsunfällen. Sie gehen zurück. Dieser Trend setzte sich auch im vergangenen Jahr nicht fort. Heute wurden die Einzelheiten vorgestellt...
So hatten sich zwar im Jahr 2009 exakt 129 Unfälle mehr ereignet als im Jahr davor, allerdings gingen die Zahlen bei den Unfällen mit Personenschaden um 36 auf 1.322 zurück. Der Ausreißer der Statistik sind jedoch die Zahlen der bei Unfällen getöteten Personen. Verloren im Jahr 2008 noch 21 Menschen ihr Leben, so waren es im vergangenen Jahr schon 30 in Nordthüringen. Thüringen- und deutschlandweit waren die Zahlen der getöteten Personen rückläufig.
Die Unfallursachen, die in Nordthüringen erfasst wurden, sind in ihrer Wertung nahezu konstant. Zu schnelles Fahren, unangepasstes Fahren, Nichtbeachten der Vorfahrt und – leider – Fahren unter Alkohol sind die Spitzenreiter. Dramatisch ist vor allem der Anstieg bei Alkoholfahrten, die zu Unfällen führten, um fast 13 Prozent.
Statistisch gesehen, ereigneten sich im August und September sowie an Freitagen die meisten Unfälle, die meisten Toten waren wiederholt am Wochenende zu registrieren.
Im Landkreis Nordhausen sind im vergangenen Jahr 2.525 Unfälle erfasst worden, dabei wurden 306 Personen verletzt und fünf getötet. Im Kyffhäuserkreis starben acht Menschen bei Verkehrsunfällen, 276 wurden verletzt. Insgesamt krachte es hier 1.980 mal.
Ein ewiger Schwerpunkt, vor allem in der Präventionsarbeit, sind die so genannten jungen Fahrer. Zurückgegangen sind die Unfälle insgesamt, allerdings starb mit zehn jungen Menschen einer mehr als im Jahr 2008. Zu schnelles Fahren, unangepasste Geschwindigkeit sowie Alkoholfahrten waren hier klar die Hauptunfallursachen.
Nicht nur durch den demografischen Faktor bedingt, machen die älteren Kraftfahrer jenseits der 65 Jahre den Polizeibeamten immer mehr Sorgen. So sind in Nordthüringen 1.310 Verkehrsunfälle registriert worden, an denen ältere Kraftfahrer beteiligt waren. Das waren 148 mehr als 2008. Vor allem bei den getöteten Personen war diese Altersgruppe betroffen. Starben im Jahr 2008 nur drei ältere Menschen bei Unfällen, so waren es im vergangenen Jahr bereits elf, sechs davon wurden von den Senioren selbst verursacht. Michael Köster, der Leiter des Führungsstabes der Polizeidirektion, kennt kein Patentrezept. Sicher gibt es Überlegungen der Fachleute, doch sei dabei die Politik gefragt.
Zum Schwerlastverkehr und zur A 38. Hier hat seit der durchgehenden Befahrbarkeit der Trasse die Zahl der Fahrzeuge zugenommen. Auch in den elf Monaten vor der Eröffnung des letzten Teilstücks ist der Anstieg der Unfallzahlen mehr als moderat. Vor allem bei Unfällen mit Schwerverletzten musste eine Steigerung um 61 Prozent verzeichnet werden. Allerdings rechnen die Beamten in diesem Jahr mit einer deutlichen Zunahme. Große Sorgen bereiten die Nichteinhaltung von Lenkzeiten sowie die ungenügende Sicherung von Ladungen.
Mit der (Wieder)Entdeckung des Fahrrades als klassisches Fortbewegungsmittel oder als Gesundheitsvehikel ist auch die Zahl der schweren Unfälle gestiegen, an denen die Drahtesel beteiligt waren. Zwar gingen die Zahlen der Unfälle von 2008 zu 2009 leicht zurück, gestiegen sind jedoch die Zahlen der Verletzten und der getöteten Radler.
Unerfreulich: Die Zahl der Unfallfluchten ist wiederum gestiegen. Insgesamt 1.821 mal wurde die Unfallstelle widerrechtlich verlassen. Nahezu jeder fünfte Unfall ist da betroffen und bringt für andere Beteiligte massive Probleme.
Wie all dem begegnen? Eine Variante, bei der es viele bewährte Partner gibt, sind Sicherheitsveranstaltungen mit den Kreisverkehrswachten. Aber es wird auch auf die Repression gesetzt. Im Jahr 2009 sind 747 Fahrer wegen Fahrens unter Alkohol und/oder Drogen aus dem Verkehr gezogen worden. 208 Mal wurden Blutentnahmen bei Verdacht auf illegale Drogen angeordnet. Ansonsten gab es in den Nordthüringer Landkreisen 1.239 Geschwindigkeitskontrollen mit 340 eingeleiteten Bußgeldverfahren, die Fahrverbote nach sich ziehen.
Autor: nnz/knSo hatten sich zwar im Jahr 2009 exakt 129 Unfälle mehr ereignet als im Jahr davor, allerdings gingen die Zahlen bei den Unfällen mit Personenschaden um 36 auf 1.322 zurück. Der Ausreißer der Statistik sind jedoch die Zahlen der bei Unfällen getöteten Personen. Verloren im Jahr 2008 noch 21 Menschen ihr Leben, so waren es im vergangenen Jahr schon 30 in Nordthüringen. Thüringen- und deutschlandweit waren die Zahlen der getöteten Personen rückläufig.
Die Unfallursachen, die in Nordthüringen erfasst wurden, sind in ihrer Wertung nahezu konstant. Zu schnelles Fahren, unangepasstes Fahren, Nichtbeachten der Vorfahrt und – leider – Fahren unter Alkohol sind die Spitzenreiter. Dramatisch ist vor allem der Anstieg bei Alkoholfahrten, die zu Unfällen führten, um fast 13 Prozent.
Statistisch gesehen, ereigneten sich im August und September sowie an Freitagen die meisten Unfälle, die meisten Toten waren wiederholt am Wochenende zu registrieren.
Im Landkreis Nordhausen sind im vergangenen Jahr 2.525 Unfälle erfasst worden, dabei wurden 306 Personen verletzt und fünf getötet. Im Kyffhäuserkreis starben acht Menschen bei Verkehrsunfällen, 276 wurden verletzt. Insgesamt krachte es hier 1.980 mal.
Ein ewiger Schwerpunkt, vor allem in der Präventionsarbeit, sind die so genannten jungen Fahrer. Zurückgegangen sind die Unfälle insgesamt, allerdings starb mit zehn jungen Menschen einer mehr als im Jahr 2008. Zu schnelles Fahren, unangepasste Geschwindigkeit sowie Alkoholfahrten waren hier klar die Hauptunfallursachen.
Nicht nur durch den demografischen Faktor bedingt, machen die älteren Kraftfahrer jenseits der 65 Jahre den Polizeibeamten immer mehr Sorgen. So sind in Nordthüringen 1.310 Verkehrsunfälle registriert worden, an denen ältere Kraftfahrer beteiligt waren. Das waren 148 mehr als 2008. Vor allem bei den getöteten Personen war diese Altersgruppe betroffen. Starben im Jahr 2008 nur drei ältere Menschen bei Unfällen, so waren es im vergangenen Jahr bereits elf, sechs davon wurden von den Senioren selbst verursacht. Michael Köster, der Leiter des Führungsstabes der Polizeidirektion, kennt kein Patentrezept. Sicher gibt es Überlegungen der Fachleute, doch sei dabei die Politik gefragt.
Zum Schwerlastverkehr und zur A 38. Hier hat seit der durchgehenden Befahrbarkeit der Trasse die Zahl der Fahrzeuge zugenommen. Auch in den elf Monaten vor der Eröffnung des letzten Teilstücks ist der Anstieg der Unfallzahlen mehr als moderat. Vor allem bei Unfällen mit Schwerverletzten musste eine Steigerung um 61 Prozent verzeichnet werden. Allerdings rechnen die Beamten in diesem Jahr mit einer deutlichen Zunahme. Große Sorgen bereiten die Nichteinhaltung von Lenkzeiten sowie die ungenügende Sicherung von Ladungen.
Mit der (Wieder)Entdeckung des Fahrrades als klassisches Fortbewegungsmittel oder als Gesundheitsvehikel ist auch die Zahl der schweren Unfälle gestiegen, an denen die Drahtesel beteiligt waren. Zwar gingen die Zahlen der Unfälle von 2008 zu 2009 leicht zurück, gestiegen sind jedoch die Zahlen der Verletzten und der getöteten Radler.
Unerfreulich: Die Zahl der Unfallfluchten ist wiederum gestiegen. Insgesamt 1.821 mal wurde die Unfallstelle widerrechtlich verlassen. Nahezu jeder fünfte Unfall ist da betroffen und bringt für andere Beteiligte massive Probleme.
Wie all dem begegnen? Eine Variante, bei der es viele bewährte Partner gibt, sind Sicherheitsveranstaltungen mit den Kreisverkehrswachten. Aber es wird auch auf die Repression gesetzt. Im Jahr 2009 sind 747 Fahrer wegen Fahrens unter Alkohol und/oder Drogen aus dem Verkehr gezogen worden. 208 Mal wurden Blutentnahmen bei Verdacht auf illegale Drogen angeordnet. Ansonsten gab es in den Nordthüringer Landkreisen 1.239 Geschwindigkeitskontrollen mit 340 eingeleiteten Bußgeldverfahren, die Fahrverbote nach sich ziehen.
