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Fr, 11:35 Uhr
12.03.2010

Regionalkonferenz abgehalten

Eine Regionalkonferenz der Partei Die Linken aus fünf Kreisverbänden fand am Mittwochabend im Carl-Schroeder-Saal von Sondershausen statt. Zu dieser Konferenz erreichte nnz/kn folgender Bericht...

Die Regionalkonferenz der Nordregion am 10.03.2010 fand in sachlicher aber kritischer Atmosphäre statt. Es wurden neben Erfolge auch negative Dinge angesprochen. Nach den einführenden Worten des Landesvorsitzenden Knut Korschewsky hatte jeder Redner ausführlich Zeit, seine Auffassungen vorzutragen.

Regionalkonferenz Die Linken (Foto: Karl-Heinz Herrmann) Regionalkonferenz Die Linken (Foto: Karl-Heinz Herrmann)

Jörg Kupizki (Landtagsmitglied aus Mühlhausen) und Birgit Keller (Landtagsmitglied aus Nordhausen)

Die Moderation führte im Auftrag der 5 Kreisverbände unsere Landtagsabgeordnete Birgit Keller durch. Im Anschluss fasste sie thesenartig nach über zweistündiger Diskussion die Schwerpunkte zusammen. Das Papier bildet die Grundlage weiterer Aussprachen mit der Basis und dient der Vorbereitung der Programmdiskussion.
Rainer Bachmann, Die Linke

Das Thesenpapier als PDF-Datei zum Download:
Regionalkonferenz Die Linken (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Regionalkonferenz Die Linken (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Regionalkonferenz Die Linken (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Autor: khh

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Kommentare
H.Buntfuß
12.03.2010, 15:26 Uhr
Fünf Thesen
Ich habe mir die Thesen einmal, zweimal und sogar ein drittes mal durchgelesen, aber vom Hocker wurde ich nicht gerissen. Ich sehe in dem Papier nur altbackene Phrasen. Im Punkt drei wird deutlich, was die Partei wirklich will, da heißt es.

„weg von öffentlich ausgetragenen Streitereien von Einzelnen auf dem Rücken der Mehrheit
der Mitglieder
- bedeutet Pluralismus in der Partei nicht gerade, dass wir mehr miteinander reden
müssen, einen kulturvollen Meinungsstreit üben, der dann in Mehrheitsentscheidungen
endet, Minderheitenmeinung respektiert, die aber wiederum
Mehrheitsentscheidungen akzeptiert.“

Das heißt im Klartext: „Ja, ihr dürft schon mal eure Meinung sagen, aber letzten Endes bestimmt die Mehrheit!“ Und nun schauen wir uns einmal die Mehrheit der Partei an.

Sie besteht doch meiner Meinung nach aus den alten lernunfähigen SED-Genossen, die nur an ihrem Stuhl kleben oder die ihre Ruhe haben wollen und deshalb alles abnicken, was ihnen die Leitung vorsetzt.
Real Human
13.03.2010, 11:52 Uhr
Das reißt niemanden vom Hocker!
Zunächst einmal zolle ich Herrn Bachmann Respekt dafür, dass er ein solches Thesenpapier überhaupt veröffentlicht hat. Ich muss aber gleich hinzufügen: Zur Veröffentlichung eines solchen wie zwischen Tür und Angel entstandenen Skizzenpapiers gehört tatsächlich einiger Mut!

Hat die Nordhäuser Linke niemand anderen als die sicher mit ihrer Landtagsarbeit voll ausgelastete Birgit Keller, um ein „Thesenpapier“ zu verfassen? Es sollte durchaus nicht weitschweifig sein, man sollte sich aber schon ein zwei Stunden Zeit nehmen, um aus einer mehr zum internen Gebrauch tauglichen Veranstaltungsmitschrift ein Thesenpapier zu fertigen, das eine solchen Namen verdient. Ansonsten muss man nämlich darauf gefasst sein, dass das passiert, was ich jetzt tue:

Mit dem Titel der Ersten These geht es schon los:
„ ... Alle wollen verändern, die Frage ist wohin und wie?“ (Das erinnert mich irgendwie an den Kindergarten, nachdem die Erzieherin die Kiste mit den Bauklötzen ausgeschüttet hat.)

Ja mei, würde der Bayer seufzen, fünf Jahre nach Hartz IV wissen die Linken immer noch nicht, wie sie die soziale Frage lösen können! Dabei besitzen sie einen theoretischen Hintergrund, dessen Weisheiten (allerdings auch Dummheiten) ganze Regalwände füllen. Und bald 100 Jahre nach der Oktoberrevolution sollten sie doch wohl ein bisschen genauer wissen, wie Sozialismus funktionieren könnte und wie nicht. Die traurige Wahrheit aber ist, dass es in dieser Partei jede Menge Knechtsseelen aus SED-Tradition gibt, die sich am liebsten der vom Wähler abgewatschten SPD vor die Füße werfen („Roter Deal“), einer Partei, die mit dem Kapitalismus längst ihren Frieden gemacht hat.

„ ... es herrscht eine große Erwartungshaltung in Hinsicht auf die Programmdiskussion ...“ Das erinnert mich an ein christliches Tischgebet, das beginnt mit:

„Aller Augen warten auf dich, o Herr,
du gibst uns Speise zur rechten Zeit.
... Amen.“

Dumm ist nur: Es erscheint weder ein „Herr“ noch ein „Gott“ mehr. Eine Herde ohne Hirten aber wird bald die Beute der Wölfe, würden Priester sagen. Eine Gruppe selbständig denkender Menschen käme freilich auch ohne einen „Hirten“ zurecht und wäre in der Lage, sich nach so langer Zeit auf ein schlüssiges Gegenkonzept zum Sozialdemokratismus zu einigen.

Unter 1.1. fragt man: „ ... wie kann die Mitgliedschaft mit genommen werden ...“ Und unter 2.2. formuliert man: „Wie können junge Mitglieder besser eingebunden werden und ihre Interessen kommuniziert werden?“

Die Formulierungen „mitnehmen“ und „einbinden“ verraten eigentlich schon alles. Wollen hier ergraute Vertreter eines gescheiterten Ancien Regime junge ahnungslose Neu-Mitglieder erst fesseln und dann mitnehmen, um zum Schluss auch noch deren vermeintlichen Interessen zu kommunizieren? Wer sich noch daran erinnert, wie zu SED-Zeiten der „weise greise Volkspapa“ (nach Wolf Biermann) die Interessen des "DDR-Volks" nach außen „kommuniziert“ hat, weiß genau, wie diese – natürlich aus dem Zusammenhang gerissenen(?!) – Zitate gemeint sind. „Gelernte DDR-Bürger“ mit ein wenig Grips in der Birne wissen, welche vormundschaftliche Staatsauffassung sich in solchen Formulierungen widerspiegelt.

Dieser – dennoch erfrischend ehrliche, weil ins Unreine geschriebene – Bericht über die inneren Zustände einer Partei gehörte eigentlich (ins Reine geschrieben) auf die Webseite der lokalen Parteiorganisation, aber mit dem Stand der Technik hat die scheinbar alles im Griff habende Altherrenriege um Herrn Bachmann offensichtlich ihre Probleme.
H.Buntfuß
13.03.2010, 15:05 Uhr
„Die Mümmelgreise“
Weil „Outsider“ Wolf Biermann zitiert, hier noch ein zum Thema passender Vers des von Honecker Verfemten:

Aus „aah – ja!“:

Die krummsten Hunde – na grade die!
Fordern Aufrichtigkeit
von uns Aufrichtigkeit
Die Mümmelgreise – na grade die!
Predigen neue Zeit
die große neue Zeit

aah – ja!
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