Fr, 11:25 Uhr
26.03.2010
nnz-Forum: Das Karussell der 3. Liga
Die Nordhäuser Zuschauer werden sich erinnern, als die hoch favorisierten Erfurter vor Monaten erst im Wiederholungspokalspiel gegen unsere FSV Wacker 90 im Albert-Kuntz-Sportpark eindeutig gewannen. In dieser Zeit war der Erfurter Club Aufstiegsanwärter für die 2. Bundesliga. Viel ist seit diesem Treffen passiert, wie nnz bereits am 19. und 26. Februar berichtete.
Es gibt aber einfach keine Ruhe im Verein der Erfurter Landeshauptstadt. Wenn, wie am vergangenen Dienstag geschehen, die beiden Thüringer Clubs aus Erfurt und Jena aufeinandertreffen, dann brennt förmlich die Luft. Endlich waren einmal über 10 000 Zuschauer dabei, um den wahren Thüringer König zu sehen, der nun eindeutig regiert und nach dem 3:0 Auswärtssieg Carl- Zeiss heißt. Es ist nur schade, dass bei solchen Derbys auch immer ein Aufgebot von über tausend Beamten, auch aus Bayern, Hessen und Brandenburg, dabei sein müssen, um für einen halbwegs sauberen Ablauf des Treffens zwischen Stadion und Bahnhof zu sorgen. So viele Polizeiautos hat man lange nicht gesehen!
Völlig überraschend erhitzte aber besonders eine nur einen Tag später stattgefundene Pressekonferenz die Gemüter. Der immer häufiger durch seine spektakulären Entscheidungen ins Zwielicht geratene Erfurter Präsident Rombach, verkündete erneut eine sofortige Beurlaubung. Diesmal war der von ihm erst vor Wochen zum Sportchef (Trainer und Manager in einer Person) beförderte Hörgl dran, nachdem es vor knapp vier Wochen Manager Beutel erwischte. Mit seiner Beförderung wurde gleichzeitig sein Vertrag um ein weiteres Jahr bis vorerst zum Sommer 2011 verlängert, obwohl zu dieser Zeit schon der angestrebte Aufstieg abgehakt war…..
Der Präsident und sein Vize Goss betonten, dass beide, die seit ca. 5 Jahren in Erfurt ehrenamtlich, zusammen mit den jeweils sportlichen Leitern auch das Präsidium verkörpern, trotz der Beurlaubung von Hörgl, diesen als einen Mann mit großem Fußballverstand und hohem Respekt einschätzen. Durch die immer lauter werdenden Hörgl raus-Rufe musste er aber als Buhmann aus der Schusslinie genommen werden. So begründeten die beiden Verantwortlichen diesen Schritt, der gleichzeitig die 11. Entlassung eines Trainers in der diesjährigen Drittligasaison bedeutete.
Statt dem von Rombach einst vorgegebenen Aufstiegsplatz steht der Club derzeit lediglich mit drei Punkten von einem Abstiegsplatz entfernt und muss trotz Weiterbezahlung von Hörgl plötzlich wieder einen Trainer und eventuell auch einen Manager suchen! Um die Wogen etwas zu glätten, versprach Rombach, Hörgl in irgendeiner Funktion, welche es auch immer sein mag, weiter an den Verein zu binden.
Fast wäre Rombach seinen langjährigen Ex- Manager auch finanziell losgeworden, der angeblich bereits vertraglich seit dem 01.03.2010 als Sportdirektor bei Dynamo Dresden arbeiten soll. Der Dresdener Stadtrat bewilligte aber den kürzlich erfolgten Zuschuss für die hohe Stadionmiete nur, wenn der Dresdener Club dafür auf die Einstellung eines Sportdirektors verzichtet. Somit schwebt diese Angelegenheit wieder. Der nicht so sehr beliebte Beutel wird bis zur Klärung sein Geld deshalb weiter vom Konto des FC Rot-Weiß Erfurt erhalten. Ob die Dynamos mit oder ohne Beutel erneut in die Insolvenz schlittern, bleibt abzuwarten.
Trotz der in den letzten fünf Pflichtspielen geholten 13 Punkte gibt es auch in der Jenaer Carl-Zeiss- Führungsetage erhebliche Unruhe, weil ausgerechnet vor dem Erfurter Derby gleich zwei Personalentscheidungen vom Präsidium und Aufsichtsrat getroffen wurden, da Verschiedenes vorzeitig an die Öffentlichkeit gelangte. In Jena trennte man sich von Geschäftsführer Born und Sportdirektor Weber.
Der besonders bei den Spielern beliebte Born war von dieser Aktion völlig überrascht, hat er doch in seiner Probezeit fast vier Monate unentgeltlich gearbeitet. Sein besonderer Verdienst war die erst kürzlich organisierte und erhaltene Bürgschaft über fast eine Millionen €, die der DFB forderte, wobei sogar der Erfurter Präsident zum Spenden aufrief (der dadurch erhaltene Betrag wurde allerdings nie veröffentlicht). Born darf den Club am 15. April 2010 verlassen, sein menschliches Verhältnis zum Präsidenten Beyer schien gestört.
Die zweite Jenaer Personalie betrifft Weber, der seinen Wunsch, wieder nach erfolgreichem Abschluss seines Fußballlehrer-Lehrganges als Trainer arbeiten zu wollen, etwas vorzeitig verkündete. Er darf im Sommer gehen und wird sich ab sofort nicht mehr an den bereits begonnenen Planungen für die nächste Saison beteiligen. Es sickerte bereits durch, dass er die frei gewordene Trainerstelle in Magdeburg besetzen könnte.
Besonders schlaue Fußballinteressierte denken jetzt aber anders. Die Vision kann auch so sein: Statt Magdeburg folgt Weber den Ruf nach Erfurt (evtl. noch eine Klasse höher als die Regionalliga), denn dort sucht man ja auch wieder einen Trainer. Wenn es mit Beutel in Dresden nicht klappt, könnte Jena auf ihn warten, weil dort wieder ein sportlicher Leiter gesucht wird.
Da auch Erfurt immer Geld (auch für nicht mehr anwesende Leitungsmitglieder oder Akteure) und nun wieder einen neuen Manager benötigt, kann die Lösung der in Jena gerade ausgemusterte Geschäftsführer Dorn sein, den man auch eine gute Sponsorenpflege nachsagte.
So verrückt kann Fußball sein………
HUKL, Name ist der Redaktion bekannt
Autor: nnz/knEs gibt aber einfach keine Ruhe im Verein der Erfurter Landeshauptstadt. Wenn, wie am vergangenen Dienstag geschehen, die beiden Thüringer Clubs aus Erfurt und Jena aufeinandertreffen, dann brennt förmlich die Luft. Endlich waren einmal über 10 000 Zuschauer dabei, um den wahren Thüringer König zu sehen, der nun eindeutig regiert und nach dem 3:0 Auswärtssieg Carl- Zeiss heißt. Es ist nur schade, dass bei solchen Derbys auch immer ein Aufgebot von über tausend Beamten, auch aus Bayern, Hessen und Brandenburg, dabei sein müssen, um für einen halbwegs sauberen Ablauf des Treffens zwischen Stadion und Bahnhof zu sorgen. So viele Polizeiautos hat man lange nicht gesehen!
Völlig überraschend erhitzte aber besonders eine nur einen Tag später stattgefundene Pressekonferenz die Gemüter. Der immer häufiger durch seine spektakulären Entscheidungen ins Zwielicht geratene Erfurter Präsident Rombach, verkündete erneut eine sofortige Beurlaubung. Diesmal war der von ihm erst vor Wochen zum Sportchef (Trainer und Manager in einer Person) beförderte Hörgl dran, nachdem es vor knapp vier Wochen Manager Beutel erwischte. Mit seiner Beförderung wurde gleichzeitig sein Vertrag um ein weiteres Jahr bis vorerst zum Sommer 2011 verlängert, obwohl zu dieser Zeit schon der angestrebte Aufstieg abgehakt war…..
Der Präsident und sein Vize Goss betonten, dass beide, die seit ca. 5 Jahren in Erfurt ehrenamtlich, zusammen mit den jeweils sportlichen Leitern auch das Präsidium verkörpern, trotz der Beurlaubung von Hörgl, diesen als einen Mann mit großem Fußballverstand und hohem Respekt einschätzen. Durch die immer lauter werdenden Hörgl raus-Rufe musste er aber als Buhmann aus der Schusslinie genommen werden. So begründeten die beiden Verantwortlichen diesen Schritt, der gleichzeitig die 11. Entlassung eines Trainers in der diesjährigen Drittligasaison bedeutete.
Statt dem von Rombach einst vorgegebenen Aufstiegsplatz steht der Club derzeit lediglich mit drei Punkten von einem Abstiegsplatz entfernt und muss trotz Weiterbezahlung von Hörgl plötzlich wieder einen Trainer und eventuell auch einen Manager suchen! Um die Wogen etwas zu glätten, versprach Rombach, Hörgl in irgendeiner Funktion, welche es auch immer sein mag, weiter an den Verein zu binden.
Fast wäre Rombach seinen langjährigen Ex- Manager auch finanziell losgeworden, der angeblich bereits vertraglich seit dem 01.03.2010 als Sportdirektor bei Dynamo Dresden arbeiten soll. Der Dresdener Stadtrat bewilligte aber den kürzlich erfolgten Zuschuss für die hohe Stadionmiete nur, wenn der Dresdener Club dafür auf die Einstellung eines Sportdirektors verzichtet. Somit schwebt diese Angelegenheit wieder. Der nicht so sehr beliebte Beutel wird bis zur Klärung sein Geld deshalb weiter vom Konto des FC Rot-Weiß Erfurt erhalten. Ob die Dynamos mit oder ohne Beutel erneut in die Insolvenz schlittern, bleibt abzuwarten.
Trotz der in den letzten fünf Pflichtspielen geholten 13 Punkte gibt es auch in der Jenaer Carl-Zeiss- Führungsetage erhebliche Unruhe, weil ausgerechnet vor dem Erfurter Derby gleich zwei Personalentscheidungen vom Präsidium und Aufsichtsrat getroffen wurden, da Verschiedenes vorzeitig an die Öffentlichkeit gelangte. In Jena trennte man sich von Geschäftsführer Born und Sportdirektor Weber.
Der besonders bei den Spielern beliebte Born war von dieser Aktion völlig überrascht, hat er doch in seiner Probezeit fast vier Monate unentgeltlich gearbeitet. Sein besonderer Verdienst war die erst kürzlich organisierte und erhaltene Bürgschaft über fast eine Millionen €, die der DFB forderte, wobei sogar der Erfurter Präsident zum Spenden aufrief (der dadurch erhaltene Betrag wurde allerdings nie veröffentlicht). Born darf den Club am 15. April 2010 verlassen, sein menschliches Verhältnis zum Präsidenten Beyer schien gestört.
Die zweite Jenaer Personalie betrifft Weber, der seinen Wunsch, wieder nach erfolgreichem Abschluss seines Fußballlehrer-Lehrganges als Trainer arbeiten zu wollen, etwas vorzeitig verkündete. Er darf im Sommer gehen und wird sich ab sofort nicht mehr an den bereits begonnenen Planungen für die nächste Saison beteiligen. Es sickerte bereits durch, dass er die frei gewordene Trainerstelle in Magdeburg besetzen könnte.
Besonders schlaue Fußballinteressierte denken jetzt aber anders. Die Vision kann auch so sein: Statt Magdeburg folgt Weber den Ruf nach Erfurt (evtl. noch eine Klasse höher als die Regionalliga), denn dort sucht man ja auch wieder einen Trainer. Wenn es mit Beutel in Dresden nicht klappt, könnte Jena auf ihn warten, weil dort wieder ein sportlicher Leiter gesucht wird.
Da auch Erfurt immer Geld (auch für nicht mehr anwesende Leitungsmitglieder oder Akteure) und nun wieder einen neuen Manager benötigt, kann die Lösung der in Jena gerade ausgemusterte Geschäftsführer Dorn sein, den man auch eine gute Sponsorenpflege nachsagte.
So verrückt kann Fußball sein………
HUKL, Name ist der Redaktion bekannt
Anmerkung der Redaktion:
Die im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
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