Fr, 07:02 Uhr
09.04.2010
90 Jahre Frankenhäuser Heimatmuseum
Dieses Jahr steht ein interessantes Jubiläum in Bad Frankenhausen ins Haus. Deshalb gibt es im April einen Vortragsabend dazu: "90 Jahre Frankenhäuser Heimatmuseum - Leben und Wirken des Museumsgründers Emil August Reinbrecht (1882 - 1929)"...
In diesem Jahr vermag das Regionalmuseum Bad Frankenhausen auf das 90. Jahr seiner Gründung zurückblicken. Die Gründung war durchaus eine "schwere Geburt". Frankenhausen war 1920 wirtschaftlich nun durchaus nicht "auf Rosen gebettet". Die finanzielle Lage nicht dramatisch, jedoch angespannt. In einer solchen Situation dachte kaum jemand daran, einen mehr als ein Jahrzehnt alten Gedanken in die Tat umzusetzen, nämlich die Gründung eines Museums. Doch einer griff gerade jetzt diesen Gedanken auf und drängte beharrlich auf seine Umsetzung. Dieser eine war Emil August Reinbrecht. In Borxleben geboren, war er zu diesem Zeitpunkt Landrat des - noch - selbständigen Kreises Frankenhausen. Seine Beharrlichkeit zahlte sich nun fast doppelt aus. Zeigten sich Frankenhausens Stadtväter anfangs äußerst reserviert, wollten sie nun gleich die Gründung zweier Museen, eines Stadt- und eines Kreismuseums, auf den Weg bringen. Letztlich blieb es bei einem Museum, unserem heutigen Regionalmuseum.
Nicht allein die Gründung, sondern auch die Heimstatt unseres Museums im Frankenhäuser Schloss geht auf Landrat Reinbrecht zurück. Als Landrat besaß er im Schloss eine Dienstwohnung und Nebengelass. Während ins Nebengelass, dem Dachgeschoss, das Museum einzog, stellte er seine alte Dienstwohnung der von ihm ins Leben gerufenen Kreisbibliothek Sondershausen-Frankenhausen zur Verfügung.
Ein Landrat war damals weit weniger ein Politiker, er war ein gut ausgebildeter Beamter. Bereits sein Studium der Rechtswissenschaft war begleitet von einer umfangreichen Ausbildung im Staatsdienst des Fürstentums und Bundeslandes Schwarzburg - Rudolstadt. Von Fürst Günther Viktor zu Schwarzburg (1852-1925, reg. 1890-1918) in den Staatsdienst berufen, bewährte er sich bis zum Ende der Monarchie und darüber hinaus als fürstlicher wie republikanischer Beamter. Sein erworbenes Fachwissen ließen ihn der neuen thüringischen Landesregierung geeignet erscheinen, 1922 die schwierige Stellung als Landrat bzw. Kreisdirektor des neu gebildeten Kreises Sondershausen zu übernehmen.
Nun oblag ihm, was seinem ehemaligen Landesherrn, Fürst Günther Viktor, nicht geglückt war, die Wiedervereinigung der beiden schwarzburgischen Unterherrschaften Frankenhausen und Sondershausen zu einer territorialen Einheit. Eine Aufgabe, der er sich erfolgreich stellte. Mögliche Konflikte zwischen den rivalisierenden Residenzstädten Sondershausen und Frankenhausen suchte er auszugleichen. Bekam Frankenhausen Geld für sein Museum, bekam es - meistens - auch Sondershausen; bekam Sondershausen einen neuen Anbau fürs Krankenhaus, bekam ihn auch Frankenhausen.
Seine Verdienste um die Gründung unseres Museums sind dem Regionalmuseum und dem Heimat- und Museumsverein Bad Frankenhausen e. V. Anlass, das Leben und Wirken von August Reinbrecht einmal in den Mittelpunkt des April - Vortrages zu stellen.
Das Regionalmuseum läd herzlich zum Vortragsabend am Dienstag, dem 20. April 2010, um 19.30 Uhr ins Regionalmuseum Bad Frankenhausen ein. Referent wird sein Dr. Ulrich Hahnemann.
Autor: khhIn diesem Jahr vermag das Regionalmuseum Bad Frankenhausen auf das 90. Jahr seiner Gründung zurückblicken. Die Gründung war durchaus eine "schwere Geburt". Frankenhausen war 1920 wirtschaftlich nun durchaus nicht "auf Rosen gebettet". Die finanzielle Lage nicht dramatisch, jedoch angespannt. In einer solchen Situation dachte kaum jemand daran, einen mehr als ein Jahrzehnt alten Gedanken in die Tat umzusetzen, nämlich die Gründung eines Museums. Doch einer griff gerade jetzt diesen Gedanken auf und drängte beharrlich auf seine Umsetzung. Dieser eine war Emil August Reinbrecht. In Borxleben geboren, war er zu diesem Zeitpunkt Landrat des - noch - selbständigen Kreises Frankenhausen. Seine Beharrlichkeit zahlte sich nun fast doppelt aus. Zeigten sich Frankenhausens Stadtväter anfangs äußerst reserviert, wollten sie nun gleich die Gründung zweier Museen, eines Stadt- und eines Kreismuseums, auf den Weg bringen. Letztlich blieb es bei einem Museum, unserem heutigen Regionalmuseum.
Nicht allein die Gründung, sondern auch die Heimstatt unseres Museums im Frankenhäuser Schloss geht auf Landrat Reinbrecht zurück. Als Landrat besaß er im Schloss eine Dienstwohnung und Nebengelass. Während ins Nebengelass, dem Dachgeschoss, das Museum einzog, stellte er seine alte Dienstwohnung der von ihm ins Leben gerufenen Kreisbibliothek Sondershausen-Frankenhausen zur Verfügung.
Ein Landrat war damals weit weniger ein Politiker, er war ein gut ausgebildeter Beamter. Bereits sein Studium der Rechtswissenschaft war begleitet von einer umfangreichen Ausbildung im Staatsdienst des Fürstentums und Bundeslandes Schwarzburg - Rudolstadt. Von Fürst Günther Viktor zu Schwarzburg (1852-1925, reg. 1890-1918) in den Staatsdienst berufen, bewährte er sich bis zum Ende der Monarchie und darüber hinaus als fürstlicher wie republikanischer Beamter. Sein erworbenes Fachwissen ließen ihn der neuen thüringischen Landesregierung geeignet erscheinen, 1922 die schwierige Stellung als Landrat bzw. Kreisdirektor des neu gebildeten Kreises Sondershausen zu übernehmen.
Nun oblag ihm, was seinem ehemaligen Landesherrn, Fürst Günther Viktor, nicht geglückt war, die Wiedervereinigung der beiden schwarzburgischen Unterherrschaften Frankenhausen und Sondershausen zu einer territorialen Einheit. Eine Aufgabe, der er sich erfolgreich stellte. Mögliche Konflikte zwischen den rivalisierenden Residenzstädten Sondershausen und Frankenhausen suchte er auszugleichen. Bekam Frankenhausen Geld für sein Museum, bekam es - meistens - auch Sondershausen; bekam Sondershausen einen neuen Anbau fürs Krankenhaus, bekam ihn auch Frankenhausen.
Seine Verdienste um die Gründung unseres Museums sind dem Regionalmuseum und dem Heimat- und Museumsverein Bad Frankenhausen e. V. Anlass, das Leben und Wirken von August Reinbrecht einmal in den Mittelpunkt des April - Vortrages zu stellen.
Das Regionalmuseum läd herzlich zum Vortragsabend am Dienstag, dem 20. April 2010, um 19.30 Uhr ins Regionalmuseum Bad Frankenhausen ein. Referent wird sein Dr. Ulrich Hahnemann.