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Do, 19:57 Uhr
24.06.2010

Freiwilliges soziales Jahr unterstützt Berufswahl

Im Zuge der aktuellen Diskussion um die geplante Verkürzung des Zivildienstes scheint das Freiwillige Soziale Jahr (FSJ) ins Hintertreffen zu geraten. Dabei liegt genau hier aus Sicht des PARITÄTISCHEN Thüringen eine große Chance, so Jürgen Rauschenbach vom Verein Starthilfe e.V.. Weiter berichtet Rauschenbach gegegnüber kn...

„Wenn der Zivildienst derart an Attraktivität einbüsst, müssen wir im Bereich des Freiwilligen Sozialen Jahres gegensteuern“, ist Sandra Schulz, Expertin für Freiwilligendienste beim PARITÄTISCHEN Thüringen überzeugt. „Allein mit Blick auf den Fachkräftemangel im sozialen Bereich ist das Freiwillige Soziale Jahr ein wichtiges Instrument der Berufswahl“, weiß Schulz.

Die vorliegenden Bedarfsschätzungen gehen davon aus, dass zukünftig bundesweit 60.000 Einsatzplätze gebraucht werden. Aktuell fördert der Bund 15.700 Plätze mit einer monatlichen Förderpauschale von 72 Euro pro Monat. „Um die tatsächlichen
Aufwendungen für Bildung und Begleitung kostendeckend zu finanzieren, brauchen wir eine Verdopplung der Förderpauschale“, fordert Schulz. „Aus dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend kommt da derzeit wenig Konkretes“, so Schulz weiter.

Jugendfreiwilligendienste haben sich als Bildungs- und Orientierungsjahre bei jungen Menschen etabliert. 35.000 Jugendliche engagieren sich allein im Freiwilligen Sozialen Jahr in Deutschland. Vor allem chancenarme Jugendliche sind in den letzten Jahren verstärkt ins Blickfeld gerückt. Für sie gilt der Freiwilligendienst gleichsam als Hilfestellung beim Einstieg ins Berufsleben.

Auch die Starthilfe Sondershausen e. V. bietet vielfältige Einsatzmöglichkeiten in Thüringen, so dass die breite Palette von Interessen der Jugendlichen bedient werden kann. „Oft haben junge Menschen nach der Schule noch keine konkrete Vorstellung von ihrem Berufswunsch und möchten zuerst einmal ausprobieren“, beschreibt Jürgen Rauschenbach, Geschäftsführer der Starthilfe Sondershausen seine Erfahrungen. Neben dem Einblick in soziale und pflegerische Berufe kann das Freiwillige
Soziale Jahr für bestimmte Ausbildungen als Vorpraktikum anerkannt werden. „Ein Ausbau des Freiwilligen Sozialen Jahres ist eine Option, um zukünftigen gesellschaftlichen Herausforderungen zu begegnen\", ist Rauschenbach überzeugt.

Auch die kürzliche Jahrestagung des Bundesarbeitskreises FSJ bestätigt das Freiwillige Soziale Jahr als ein Erfolgsmodell, das sowohl die Interessen junger Menschen aufgreift als auch sozialen Umbrüchen begegnet. Umso unverständlicher ist es für Rauschenbach, dass vom Bundesministerium bisher nur „Lippenbekenntnisse“ zu hören sind. So stellte der Staatssekretär des Bundesministeriums Hecken (CDU) lediglich eine moderate Erhöhung der Förderpauschalen in Aussicht.

Mit Blick auf den Strukturwandel in der Bundeswehr können nach Meinung des PARITÄTISCHEN die frei werdenden Zivildienstmittel für den Ausbau des Freiwilligen Sozialen Jahres genutzt werden. Vor allem chancenarme Jugendliche profitieren laut Einschätzung von Experten von Freiwilligendiensten. „Die integrative Wirkung von Freiwilligendiensten und damit verbundene Bildungseffekte sind nicht hoch genug einzuschätzen“, betont die Expertin für Freiwilligendienste, Schulz und unterstreicht die Forderung nach dem Ausbau der Einsatzstellen.
Jürgen Rauschenbach
Autor: khh

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