Mi, 13:15 Uhr
25.08.2010
Kyffhäuserdenkmal zu teuer?
Das Votum der User ist klar, 80,2 Prozent sind der Meinung es ist zu teuer auf dem Kyffhäuser. Den Preis von 6 Euro verteidigt der Tourismuschef. Wir haben mal hinter die Preise geschaut, und doch erstaunliches festgestellt...
Nach dem in einigen Medien Spitzenpolitiker sich geäußert hatten und auch der MDR in einem Fernsehbericht von einem zu teuren Aufenthalt am Kyffhäuser sprach, wollte es kn auch von den Usern sich bestätigen lassen. Es geht ja nichts über die Meinung der User. Und auch schon während die Umfrage lief, hatte Kyffhäuser Tourismuschef Herbert Knischka eine Prognose gewagt, ohne ein Zwischenergebnis zu kennen. In seinem Standpunkt vom 20.August wendet er sich an die User:
"Das Ergebnis der neuen Umfrage in den Kyffhäuser-Nachrichten ist doch schon jetzt klar. Ich gebe mal einen Tipp ab: 70 Prozent der Teilnehmer werden sagen: Ja, am Kyffhäuser ist es zu teuer – die Eintrittspreise sind (viel) zu hoch. Und sie haben recht!
Denn eigentlich müsste eine solche zum allgemeinen Kulturgut gehörende Stätte für jeden Bürger frei zugänglich sein – ohne Eintrittsgelder. Interessant sind für mich aber ganz andere Fragen:
Wie viele der an der Abstimmung Teilnehmenden kennen den aktuellen Eintrittspreis und vor allem: Wann waren sie zum letzten Mal am Kyffhäuser?
Kurzum: Sind sie also auch der Meinung, da wird man nur abgezockt, das Personal ist unfreundlich und es hat sich seit Jahren dort nichts getan? Wie groß ist eigentlich unser aller Verantwortung für das Image unseres Wahrzeichens? Können also all die Vereine, Schulen, Firmen, Institutionen überhaupt noch Stolz darauf sein, den Namen Kyffhäuser zu führen?
Für mich ist die Antwort klar: Ja, sie können es! Am besten, man überzeugt sich vor Ort davon und zahlt mit Bewusstheit die 6 Euro Eintritt!"
Herbert Knischka
Nun, wer die Eintrittspreise nicht kennt, dem seien sie hier mal verraten (Aus Homepage Kyffhäuser Denkmal):
Wobei es bei den Preisen nicht nur um die reinen Eintrittspreise geht. Es ist einfach taktisch ungeschickt, wenn der Besucher erst am Parkplatz blechen muss, dann beim Eintritt und auch noch bei anderen kleinen Serviceleistungen, wie das Einwerfen der Steinchen in den Brunnen, auch noch löhnen muss. Spätestens hier wird sich der Besucher abgezockt fühlen, egal wie hoch der Eintrittspreis auch ist.
Und auch an solche Dinge muss man denken: Kann man einen Aussichtspunkt kostenlos besteigen, dann ist das Verständnis schon da, dass man für ein Fernrohr vielleicht Geld einwerfen muss. Das Verständnis schwindet aber völlig, wenn man für das Betreten des Berges schon bezahlt hat und dann als Gast nochmals bezahlen soll. Das gehört einfach zu Service dazu, dass man hier nicht nochmal löhnen muss. Auch wenn einige Medienmeinungen in letzter Zeit regelrecht falsch waren, denn schon seit Februar muss man direkt am Kyffhäuserdenkmal nichts mehr für die Toilettenbenutzung zahlen, so gehört doch der Gesamtpreis auf den Prüfstand. Es muss eine passender Gesamtpreis (einschließlich Parken und Nebenleistungen) gefunden werden.
Viel interessanter ist es allerdings auf die Eintrittspreis von Familien zu schauen. Ein Besucher, der von Berlin oder Magdeburg zum Kyffhäuserkreis kommt, wird sich über so einen Einzelpreis vielleicht noch nicht mal geschockt sein, wenn er das Denkmal nur einmal besucht. Aber wer das Kyffhäuserdenkmal als Familie mehrfach besuchen will, der wird bei der Preistabelle feststellen, gerade für diesen Personenkreis gibt es keinen Rabatt für mehrfache Besuche!
Für Mehrfachbesuche gibt es nur die Dauerkarte für eine Person. Sind Singles wirklich die Besuchergruppe die angesprochen werden soll? Mit Sicherheit nicht!
Für Familien werden aber Mehrfachbesuche zum teuren Vergnügen. Wenn dann bei Berichten zum Bodenbild am Kyffhäuser aufgerufen wird, kommen Sie öfter vorbei, so fühlen sich Familien regelrecht veralbert, weil man dann wieder das volle Preisprogramm berappen muss. Hier müssen die Politiker und der Kyffhäuser Tourismusverband nach Meinung von kn etwas bei den Familienpreisen tun. Man braucht sich also nicht zu wundern, wenn auf den Parkplätzen am Kyffhäuser die heimischen Autokennzeichen nicht mal überwiegen, wie Herbert Knischka aus seinen Beobachtungen bemerkt haben will. Spätestens hier sollte man aufmerken.
Möglich wäre zum Beispiel eine Stufenrabattkarte. Bei ersten Besuch zahlt man noch einen normalen Eintrittspreis und bei den folgenden Besuchen nur noch einen symbolischen Preis von zum Beispiel einem Euro, um nur einen Betrag mal zu nennen. Mit Datum und Stempel und einer etwas größeren Eintrittskarte problemlos zu bewerkstelligen. Eine Dauerkarte muss man ja auch schließlich aufheben.
Oder man fasst Familiendauerkarten ins Auge, die es ja bisher auch nicht gibt. Aber Dauerkarten sind immer schwer absetztbar. Bisher läuft dieser Verkauf kaum, wie Herbert Knischka auch gegenüber kn bestätigte. Politiker und Tourismusexperten sollten sich zusammen mit Vertretern Sozialverbänden ins stille Kämmerlein setzen und nochmal über die Preise vor allem von Familien nachdenken und dabei muss es egal sein, ob die Familie aus Berlin oder Bad Frankenhausen kommt.
Nun, die letzten beiden Beispiele sind sicher nicht der Weisheit letzter Schluss und auch nur eine Anregung zur Diskussion, aber dass an den Eintrittspreisen am Kyffhäuserdenkmal für Familien etwas getan werden sollte, steht wohl außer Frage, meint zumindest
Karl-Heinz Herrmann.
Autor: khhNach dem in einigen Medien Spitzenpolitiker sich geäußert hatten und auch der MDR in einem Fernsehbericht von einem zu teuren Aufenthalt am Kyffhäuser sprach, wollte es kn auch von den Usern sich bestätigen lassen. Es geht ja nichts über die Meinung der User. Und auch schon während die Umfrage lief, hatte Kyffhäuser Tourismuschef Herbert Knischka eine Prognose gewagt, ohne ein Zwischenergebnis zu kennen. In seinem Standpunkt vom 20.August wendet er sich an die User:
"Das Ergebnis der neuen Umfrage in den Kyffhäuser-Nachrichten ist doch schon jetzt klar. Ich gebe mal einen Tipp ab: 70 Prozent der Teilnehmer werden sagen: Ja, am Kyffhäuser ist es zu teuer – die Eintrittspreise sind (viel) zu hoch. Und sie haben recht!
Denn eigentlich müsste eine solche zum allgemeinen Kulturgut gehörende Stätte für jeden Bürger frei zugänglich sein – ohne Eintrittsgelder. Interessant sind für mich aber ganz andere Fragen:
Wie viele der an der Abstimmung Teilnehmenden kennen den aktuellen Eintrittspreis und vor allem: Wann waren sie zum letzten Mal am Kyffhäuser?
Kurzum: Sind sie also auch der Meinung, da wird man nur abgezockt, das Personal ist unfreundlich und es hat sich seit Jahren dort nichts getan? Wie groß ist eigentlich unser aller Verantwortung für das Image unseres Wahrzeichens? Können also all die Vereine, Schulen, Firmen, Institutionen überhaupt noch Stolz darauf sein, den Namen Kyffhäuser zu führen?
Für mich ist die Antwort klar: Ja, sie können es! Am besten, man überzeugt sich vor Ort davon und zahlt mit Bewusstheit die 6 Euro Eintritt!"
Herbert Knischka
Nun, wer die Eintrittspreise nicht kennt, dem seien sie hier mal verraten (Aus Homepage Kyffhäuser Denkmal):
- Kinder bis 6 Jahre haben freien Eintritt.
- Erwachsene 6,00 €
- Erwachsene ermäßigt (Schwerbehinderte) 5,00 €
- Schüler / Studenten 3,00 €
- Schüler / Studenten ermäßigt (Schwerbehinderte) 2,50 €
- Gruppen ab 20 Personen 5,00 €
- Schüler-/Studentengruppen ab 20 Personen 2,50 €
- Familienkarte (Eltern mit eigenen Kindern bis 18 Jahre) 15,00 €
- Viererkarte (1 Person viermal oder 4 Personen einmal) 22,00 €
- Dauerkarte 25,00 €
- Kombiticket Kyffhäuser-Denkmal - Europa Rosarium Sangerhausen - Juni/Juli 12,00 €; Mai/Aug.-Okt. 9,00 €
Wobei es bei den Preisen nicht nur um die reinen Eintrittspreise geht. Es ist einfach taktisch ungeschickt, wenn der Besucher erst am Parkplatz blechen muss, dann beim Eintritt und auch noch bei anderen kleinen Serviceleistungen, wie das Einwerfen der Steinchen in den Brunnen, auch noch löhnen muss. Spätestens hier wird sich der Besucher abgezockt fühlen, egal wie hoch der Eintrittspreis auch ist.
Und auch an solche Dinge muss man denken: Kann man einen Aussichtspunkt kostenlos besteigen, dann ist das Verständnis schon da, dass man für ein Fernrohr vielleicht Geld einwerfen muss. Das Verständnis schwindet aber völlig, wenn man für das Betreten des Berges schon bezahlt hat und dann als Gast nochmals bezahlen soll. Das gehört einfach zu Service dazu, dass man hier nicht nochmal löhnen muss. Auch wenn einige Medienmeinungen in letzter Zeit regelrecht falsch waren, denn schon seit Februar muss man direkt am Kyffhäuserdenkmal nichts mehr für die Toilettenbenutzung zahlen, so gehört doch der Gesamtpreis auf den Prüfstand. Es muss eine passender Gesamtpreis (einschließlich Parken und Nebenleistungen) gefunden werden.
Viel interessanter ist es allerdings auf die Eintrittspreis von Familien zu schauen. Ein Besucher, der von Berlin oder Magdeburg zum Kyffhäuserkreis kommt, wird sich über so einen Einzelpreis vielleicht noch nicht mal geschockt sein, wenn er das Denkmal nur einmal besucht. Aber wer das Kyffhäuserdenkmal als Familie mehrfach besuchen will, der wird bei der Preistabelle feststellen, gerade für diesen Personenkreis gibt es keinen Rabatt für mehrfache Besuche!
Für Mehrfachbesuche gibt es nur die Dauerkarte für eine Person. Sind Singles wirklich die Besuchergruppe die angesprochen werden soll? Mit Sicherheit nicht!
Für Familien werden aber Mehrfachbesuche zum teuren Vergnügen. Wenn dann bei Berichten zum Bodenbild am Kyffhäuser aufgerufen wird, kommen Sie öfter vorbei, so fühlen sich Familien regelrecht veralbert, weil man dann wieder das volle Preisprogramm berappen muss. Hier müssen die Politiker und der Kyffhäuser Tourismusverband nach Meinung von kn etwas bei den Familienpreisen tun. Man braucht sich also nicht zu wundern, wenn auf den Parkplätzen am Kyffhäuser die heimischen Autokennzeichen nicht mal überwiegen, wie Herbert Knischka aus seinen Beobachtungen bemerkt haben will. Spätestens hier sollte man aufmerken.
Möglich wäre zum Beispiel eine Stufenrabattkarte. Bei ersten Besuch zahlt man noch einen normalen Eintrittspreis und bei den folgenden Besuchen nur noch einen symbolischen Preis von zum Beispiel einem Euro, um nur einen Betrag mal zu nennen. Mit Datum und Stempel und einer etwas größeren Eintrittskarte problemlos zu bewerkstelligen. Eine Dauerkarte muss man ja auch schließlich aufheben.
Oder man fasst Familiendauerkarten ins Auge, die es ja bisher auch nicht gibt. Aber Dauerkarten sind immer schwer absetztbar. Bisher läuft dieser Verkauf kaum, wie Herbert Knischka auch gegenüber kn bestätigte. Politiker und Tourismusexperten sollten sich zusammen mit Vertretern Sozialverbänden ins stille Kämmerlein setzen und nochmal über die Preise vor allem von Familien nachdenken und dabei muss es egal sein, ob die Familie aus Berlin oder Bad Frankenhausen kommt.
Nun, die letzten beiden Beispiele sind sicher nicht der Weisheit letzter Schluss und auch nur eine Anregung zur Diskussion, aber dass an den Eintrittspreisen am Kyffhäuserdenkmal für Familien etwas getan werden sollte, steht wohl außer Frage, meint zumindest
Karl-Heinz Herrmann.