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Mi, 07:01 Uhr
01.09.2010

Müssen wir auf unsere Schätze aufpassen?

Bei den Bauarbeiten zu den verschiedenen Ortsumfahrungen wurden auch viele historische Funde gemacht. Bisher wandert alles nach Weimar. Müssen wir im Kreis langsam aufpassen? Dazu ein paar Gedanken...


Im Rahmen des Baus der Ortsumfahrung Sondershausen wurden bei den Bauarbeiten auch umfangreiche Funde im Boden gemacht. Über den historischen Wert der Funde hat kn schon ausführlich berichtet. Auch beim Bau der Ortsumfahrung Heldrungen wurden die Archäologen wieder fündig. Über eintausend Fundstücke wurden gemacht, wie die Staatssekretärin für Bau, Landesentwicklung und Verkehr, Dr. Marion Eich-Born, bei der Verkehrsfreigabe berichtete, siehe auch Video.


Funde in Heldrungen


Ob und wann die Funde auch mal im Kyffhäuserkreis zu sehen sein werden, das steht allerdings in den Sternen. Rein rechtlich gesehen gehören diese Fundstücke alle dem Freistaat Thüringen und der bestimmt, wo sie anschließend auch verwahrt werden. Aber gerade der Satz der Staatssekretärin, sie können ja mal nach Weimar fahren, um sich die Fundstücke anzusehen, stieß einigen Zuhörern doch auf.

Und die Frage sei wirklich mal erlaubt: Ist es wirklich sinnvoll, alle Fundstücke in Weimar "zu horten". Die Auswertung und Sicherung der Fundstücke kann nur in professioneller Art im entsprechenden Landesamt in Weimar erfolgen. Darüber zu diskutieren ist müßig. Trotzdem sollte man schnell auch entsprechende Möglichkeiten prüfen, Fundstücke aus dem Kyffhäuserkreis auch wieder im Kyffhäuserkreis zu zeigen, und das nach Möglichkeit ortsnah bei den Fundstücken.

Falls es noch nicht aufgefallen ist, es laufen so viele Bilderausstellungen im Kyffhäuserkreis, aber wenigstens eine Bilderausstellung über die kulturhistorisch wertvollen Fundstücke hat kn noch nicht entdeckt. Touristen lockt man mit Fundstücken an, die aber auch zeitnah ausgestellt werden müssen. Und wir brauchen Touristen im Kyffhäuserkreis. Wenn die vielen Fundstücke in 10 oder 15 Jahren ausgestellt werden, könnte es passieren, dass die heute noch sensationellen Funde schnell "Schnee von gestern" sind, weil anderen Orts auch immer noch gebuddelt wird.

Sowohl Heldrungen (mit der Wasserburg) als auch Sondershausen (mit seinem Schloss) haben wohl auch sehenswerte Ausstellungsmöglichkeiten. Und wenn man gesehen hat, wie viele Heldrunger trotz schlechter Wetterprognose zur Freigabe der Ortsumfahrung gekommen waren, der kann sicher sein, auch eine Ausstellung in Heldrungen wäre gut besucht gewesen.

Und es gab eine ganze Reihe Stimmen in Heldrungen, die gerne gesehen hätte, wenn so eine Ausstellung wenigsten mal zeitweise zu sehen gewesen wäre. Der Hinweis zur Fahrt nach Weimar durch die Staatssekretärin kam nicht wirklich gut an.

Wenn also an Tourismusprojekten gearbeitet wird, sollte man sich auch damit beschäftigen und überlegen wie es gelingt, zusammen mit der Landesregierung, historische Funde schnell auch im Kyffhäuserkreis zu zeigen. Unsere Bürger sollten ein Recht haben, das auch in der Heimat zu sehen, und nicht alles nur in Weimar, wo die Fundstücke nur einige von vielen Raritäten sind. Auch Heimatgefühl muss erarbeitet werden! Stellen wir also bald je ein Schild in Heldrungen und Sondershausen auf, mit den Aufschriften, Funde können in 50 bzw. 80 Kilometern Entfernung betrachtet werden?
Karl-Heinz Herrmann
Funde in Heldrungen (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
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