Sa, 09:59 Uhr
02.10.2010
Kerzen entzündet
Den Weg leuchten für Frauen mit Brustkrebs, dass war der Sinn der Aktion Lucia2010. Wie in vielen Orten Deutschlands wurden gestern auch in Sondershausen 49 Kerzen angezündet...
1. Oktober 2010 - 49 Lichter werden an diesem Tag in vielen Städten und Kommunen Deutschlands entzündet - eine für jede Frau, die täglich an Brustkrebs stirbt. Mit dieser Aktion, die nach der Lichtträgerin Lucia benannt ist, wurde in Deutschland der weltweite Aktionsmonat gegen Brustkrebs "eingeleuchtet".
Auch in Sondershausen wurden um 13 Uhr auf dem Markt 49 Lichter entzündet. Die Frauenselbsthilfe nach Krebs, Gruppe Sondershausen (auch für den Ehrenamtspreis nominiert) gedachte damit der an Brustkrebs verstorbenen Frauen. Mit ihrer Aktion verfolgen die Mitglieder der größten deutschen Krebsselbsthilfeorganisation aber zugleich das Ziel, auf die nach wie vor herrschenden Mängel und Defizite in der medizinischen und psychosozialen Versorgung von erkrankten Frauen aufmerksam zu machen. "Die Kerzen werfen symbolisch ein Licht auf den schwierigen Weg, den an Brustkrebs erkrankte Frauen gehen müssen." erklärte Gruppenleiterin Cornelia Ketelsen. In einem Gespräch mit Bürgermeister Joachim Kreyer, der später noch dazu stieß, erklärte Ketelsen, dass die Zahl der Kerzen zwar von 53 auf 49 verringert werden konnte, die Anzahl der Erkrankungen aber gestiegen war.
Trotz der Fortschritte, "in der Versorgung von Brustkrebspatientinnen läuft also Vieles noch nicht optimal", resümiert Cornelia Ketelsen. "Mit der Lucia Aktion zeigen wir aber, dass es besser ist, ein Licht anzuzünden, statt auf die Dunkelheit zu schimpfen." Leider musste man sich wegen des starken Windes vom Markt unter das Vordach des Rathauseinganges zurückziehen, damit die Kerzen nicht ständig ausgeblasen wurden.
Allerdings hätte man sich etwas mehr Neugier von der Bevölkerung gewünscht. Aus einigen scheuen Blicken vom naheliegenden Markt auf die Damen unter dem Dach war nicht drin. Mehr Mut bei solchen Aktionen und einfach mal rantreten hätte man gewünscht. Vielleicht sollte man das nächste Mal ein kleines Plakat, damit vorübergehende schneller merken, um was sich die Aktion dreht, wenn man in Sondershausen schon ein scheues Publikum hat.
Vom Gesundheitsamt des Landratsamtes Kyffhäuserkreis kam auch Dr. Jana Andreewa (bekommt van Cornelia Ketelsen gerade ein Licht entzündet) vorbei, und informierte sich über die Aktionen der Gruppe. Die Gruppe trifft sich jeden 2. und 4. Mittwoch des Monats um 14:30 Uhr im Hasenholz-Östertal-Centrom (HOC) von Sondershausen.
Hintergrund:
Krebspatientinnen sollen heute Partner der professionellen Helfer sein und aktiv ihren Gesundungsprozess mitgestalten. Das sind aber nach wie vor oft nur leere Worte. Im Medizinalltag ist die Beteiligung der Frauen bei Therapieentscheidungen und Behandlungsablauf noch nicht eingekehrt. Trotz vieler Fortschritte im medizinischen Bereich hört die optimale individuelle Versorgung der Frauen oft bereits an der Kliniktür mit der Aufschrift "Ausgang" auf. Die Patientinnen werden ohne konkrete Therapieplanung entlassen und sind gezwungen, die weitere Versorgung allein zu organisieren.
Angesichts der Entwicklung von Krebs hin zu einer chronischen Erkrankung spielt die Zeit der Nachsorge eine immer wichtigere Rolle. Doch Art, Umfang und Zeitpunkt der Maßnahmen sind nach wie vor noch viel zu wenig erforscht. Und auch die Frage der Zuständigkeit - Brustzentrum, niedergelassener Gynäkologe, Onkologe oder Hausarzt - ist nicht ausreichend geklärt.
Vieles, was im Medizinalltag heute nicht zu leisten ist - Zeit zum Zuhören, Zeit für intensive Informationsgespräche, Unterstützung bei der Abwägung des Nutzens oder Nachteils einer Therapie -, könnte die Selbsthilfe auffangen, wenn die professionellen Partner sich auf die Erfahrungskompetenz der Vertreter der Selbsthilfe einlassen würden. Doch einer stärkeren Einbindung steht nach wie vor die fehlende Akzeptanz in den Krankenhäusern und bei den niedergelassenen Ärzten im Weg.
Die Frauenselbsthilfe nach Krebs (FSH) ist die bundesweit größte Krebsselbsthilfeorganisation in Deutschland. 1976 wurde sie in Mannheim von Frauen gegründet, die sich mit der Diagnose Krebs allein gelassen fühlten. ihr Anliegen war es, die selbst erfahrene, ungenügende Versorgung bei Krebs zu verbessern und das Thema aus der Tabuzone zu holen. Heute hat die FSH zwölf Landesverbände und mehr als 400 regionale Gruppen, in denen etwa 50.000 krebskranke Frauen und Männer mit unterschiedlichen Erkrankungen Rat und Hilfe finden.
Autor: khh1. Oktober 2010 - 49 Lichter werden an diesem Tag in vielen Städten und Kommunen Deutschlands entzündet - eine für jede Frau, die täglich an Brustkrebs stirbt. Mit dieser Aktion, die nach der Lichtträgerin Lucia benannt ist, wurde in Deutschland der weltweite Aktionsmonat gegen Brustkrebs "eingeleuchtet".
Auch in Sondershausen wurden um 13 Uhr auf dem Markt 49 Lichter entzündet. Die Frauenselbsthilfe nach Krebs, Gruppe Sondershausen (auch für den Ehrenamtspreis nominiert) gedachte damit der an Brustkrebs verstorbenen Frauen. Mit ihrer Aktion verfolgen die Mitglieder der größten deutschen Krebsselbsthilfeorganisation aber zugleich das Ziel, auf die nach wie vor herrschenden Mängel und Defizite in der medizinischen und psychosozialen Versorgung von erkrankten Frauen aufmerksam zu machen. "Die Kerzen werfen symbolisch ein Licht auf den schwierigen Weg, den an Brustkrebs erkrankte Frauen gehen müssen." erklärte Gruppenleiterin Cornelia Ketelsen. In einem Gespräch mit Bürgermeister Joachim Kreyer, der später noch dazu stieß, erklärte Ketelsen, dass die Zahl der Kerzen zwar von 53 auf 49 verringert werden konnte, die Anzahl der Erkrankungen aber gestiegen war.
Trotz der Fortschritte, "in der Versorgung von Brustkrebspatientinnen läuft also Vieles noch nicht optimal", resümiert Cornelia Ketelsen. "Mit der Lucia Aktion zeigen wir aber, dass es besser ist, ein Licht anzuzünden, statt auf die Dunkelheit zu schimpfen." Leider musste man sich wegen des starken Windes vom Markt unter das Vordach des Rathauseinganges zurückziehen, damit die Kerzen nicht ständig ausgeblasen wurden.
Allerdings hätte man sich etwas mehr Neugier von der Bevölkerung gewünscht. Aus einigen scheuen Blicken vom naheliegenden Markt auf die Damen unter dem Dach war nicht drin. Mehr Mut bei solchen Aktionen und einfach mal rantreten hätte man gewünscht. Vielleicht sollte man das nächste Mal ein kleines Plakat, damit vorübergehende schneller merken, um was sich die Aktion dreht, wenn man in Sondershausen schon ein scheues Publikum hat.
Vom Gesundheitsamt des Landratsamtes Kyffhäuserkreis kam auch Dr. Jana Andreewa (bekommt van Cornelia Ketelsen gerade ein Licht entzündet) vorbei, und informierte sich über die Aktionen der Gruppe. Die Gruppe trifft sich jeden 2. und 4. Mittwoch des Monats um 14:30 Uhr im Hasenholz-Östertal-Centrom (HOC) von Sondershausen.
Hintergrund:
Krebspatientinnen sollen heute Partner der professionellen Helfer sein und aktiv ihren Gesundungsprozess mitgestalten. Das sind aber nach wie vor oft nur leere Worte. Im Medizinalltag ist die Beteiligung der Frauen bei Therapieentscheidungen und Behandlungsablauf noch nicht eingekehrt. Trotz vieler Fortschritte im medizinischen Bereich hört die optimale individuelle Versorgung der Frauen oft bereits an der Kliniktür mit der Aufschrift "Ausgang" auf. Die Patientinnen werden ohne konkrete Therapieplanung entlassen und sind gezwungen, die weitere Versorgung allein zu organisieren.
Angesichts der Entwicklung von Krebs hin zu einer chronischen Erkrankung spielt die Zeit der Nachsorge eine immer wichtigere Rolle. Doch Art, Umfang und Zeitpunkt der Maßnahmen sind nach wie vor noch viel zu wenig erforscht. Und auch die Frage der Zuständigkeit - Brustzentrum, niedergelassener Gynäkologe, Onkologe oder Hausarzt - ist nicht ausreichend geklärt.
Vieles, was im Medizinalltag heute nicht zu leisten ist - Zeit zum Zuhören, Zeit für intensive Informationsgespräche, Unterstützung bei der Abwägung des Nutzens oder Nachteils einer Therapie -, könnte die Selbsthilfe auffangen, wenn die professionellen Partner sich auf die Erfahrungskompetenz der Vertreter der Selbsthilfe einlassen würden. Doch einer stärkeren Einbindung steht nach wie vor die fehlende Akzeptanz in den Krankenhäusern und bei den niedergelassenen Ärzten im Weg.
Die Frauenselbsthilfe nach Krebs (FSH) ist die bundesweit größte Krebsselbsthilfeorganisation in Deutschland. 1976 wurde sie in Mannheim von Frauen gegründet, die sich mit der Diagnose Krebs allein gelassen fühlten. ihr Anliegen war es, die selbst erfahrene, ungenügende Versorgung bei Krebs zu verbessern und das Thema aus der Tabuzone zu holen. Heute hat die FSH zwölf Landesverbände und mehr als 400 regionale Gruppen, in denen etwa 50.000 krebskranke Frauen und Männer mit unterschiedlichen Erkrankungen Rat und Hilfe finden.












