Sa, 08:30 Uhr
09.10.2010
Sicher mit A - wie Apotheke
Für die Thüringer Apotheken wird es ein heißer Herbst. Nach den Plänen für die neuerliche Gesundheitsreform 2011 - diesmal heißt sie Arzneimittelmarktneuordnungsgesetz (AMNOG) - müssen die deutschen Apotheken 500 Millionen Euro Kostenersparnis für die Krankenkassen erwirtschaften...
Auf jede Thüringer Apotheke kommt damit ein Einsparzwang von mehr als 20.000 Euro zu, ohne dass sie die Chance hat, diese Einsparung durch gutes Wirtschaften erreichen zu können. Das können die Apotheken nicht einfach so hinnehmen. "Explizit sind die Apotheken im AMNOG zwar nicht erwähnt, trotzdem wird uns das geplante Gesetz mit voller Härte treffen.", sagt Apothekerin Julie Garke, Pressesprecherin der Region Nordhausen .
Im Gesetzesvorhaben von Bundesgesundheitsminister Rösler ist eine Änderung und gleichzeitige Kürzung der Großhandelsfinanzierung vorgesehen. Deren Vertreter haben bereits angekündigt, dass die entstehenden Einbußen, erwartet werden ca. 500 Millionen Euro, an die Marktpartner weitergegeben werden. "Das ist wie bei einer Anhebung der Mineralölsteuer, die bezahlen auch nicht die Ölkonzerne, sondern der Kunde an der Tankstelle. Beim AMNOG sind die Apotheken die Kunden und zahlen die Zeche." so Garke.
Was 20.000 Euro Einsparungen pro Jahr für jede einzelne der ca. 570 klein- und mittelständischen thüringer Apotheken im Einzelnen bedeutet, ist derzeit noch nicht abzusehen. Eins ist aber klar, es muss drastisch gespart werden. Einfach ist das nicht, wie sich jeder Unternehmer oder finanziell Verantwortliche vorstellen kann.
"Die durchschnittliche Thüringer Apotheke hat etwa 6 bis 7 Mitarbeiter und Öffnungszeiten von 50 bis 55 Stunden, da gibt es keine Einsparreserven." gesteht Garke und zeigt sich an dieser Stelle auch entschlossen. "Für die Politik mag es sich bei 500 Millionen Euro ja in erster Linie um Geld und ein riesiges Einsparvolumen handeln. In den Thüringer Apotheken sind es die Menschen, die es trifft, um deren Job und Perspektive es geht. Die Kündigung von Mitarbeitern oder gar die Schließung der Apotheke kann und muss das letzte Mittel bleiben. Schließlich geht es dabei um Existenzgrundlagen."
Zumal die Qualität der Arzneimittelversorgung direkt darunter leiden würde, denn wenn an den Mitarbeitern gespart wird, dann spürt das der Patient, der Kunde zuerst. Die Mitarbeiter in den Apotheken nehmen sich Zeit für die Beratung bei Arzneimittelfragen aller Art und haben stets ein offenes Ohr für Beschwerden und Ängste. Das ist auch dann so, wenn die Sorgen mit dem Rezept oder dem Arzneimittelwunsch eigentlich nichts zu tun haben. "Manchmal sind wir schon so etwas wie ein "Rat-Haus", das ist etwas was die Apotheke ausmacht." weiß Garke zu berichten. Und so wird sie auch in Zukunft gebraucht.
Autor: nnzAuf jede Thüringer Apotheke kommt damit ein Einsparzwang von mehr als 20.000 Euro zu, ohne dass sie die Chance hat, diese Einsparung durch gutes Wirtschaften erreichen zu können. Das können die Apotheken nicht einfach so hinnehmen. "Explizit sind die Apotheken im AMNOG zwar nicht erwähnt, trotzdem wird uns das geplante Gesetz mit voller Härte treffen.", sagt Apothekerin Julie Garke, Pressesprecherin der Region Nordhausen .
Im Gesetzesvorhaben von Bundesgesundheitsminister Rösler ist eine Änderung und gleichzeitige Kürzung der Großhandelsfinanzierung vorgesehen. Deren Vertreter haben bereits angekündigt, dass die entstehenden Einbußen, erwartet werden ca. 500 Millionen Euro, an die Marktpartner weitergegeben werden. "Das ist wie bei einer Anhebung der Mineralölsteuer, die bezahlen auch nicht die Ölkonzerne, sondern der Kunde an der Tankstelle. Beim AMNOG sind die Apotheken die Kunden und zahlen die Zeche." so Garke.
Was 20.000 Euro Einsparungen pro Jahr für jede einzelne der ca. 570 klein- und mittelständischen thüringer Apotheken im Einzelnen bedeutet, ist derzeit noch nicht abzusehen. Eins ist aber klar, es muss drastisch gespart werden. Einfach ist das nicht, wie sich jeder Unternehmer oder finanziell Verantwortliche vorstellen kann.
"Die durchschnittliche Thüringer Apotheke hat etwa 6 bis 7 Mitarbeiter und Öffnungszeiten von 50 bis 55 Stunden, da gibt es keine Einsparreserven." gesteht Garke und zeigt sich an dieser Stelle auch entschlossen. "Für die Politik mag es sich bei 500 Millionen Euro ja in erster Linie um Geld und ein riesiges Einsparvolumen handeln. In den Thüringer Apotheken sind es die Menschen, die es trifft, um deren Job und Perspektive es geht. Die Kündigung von Mitarbeitern oder gar die Schließung der Apotheke kann und muss das letzte Mittel bleiben. Schließlich geht es dabei um Existenzgrundlagen."
Zumal die Qualität der Arzneimittelversorgung direkt darunter leiden würde, denn wenn an den Mitarbeitern gespart wird, dann spürt das der Patient, der Kunde zuerst. Die Mitarbeiter in den Apotheken nehmen sich Zeit für die Beratung bei Arzneimittelfragen aller Art und haben stets ein offenes Ohr für Beschwerden und Ängste. Das ist auch dann so, wenn die Sorgen mit dem Rezept oder dem Arzneimittelwunsch eigentlich nichts zu tun haben. "Manchmal sind wir schon so etwas wie ein "Rat-Haus", das ist etwas was die Apotheke ausmacht." weiß Garke zu berichten. Und so wird sie auch in Zukunft gebraucht.