Mi, 11:43 Uhr
20.10.2010
Goldmünze in der Baggerschaufel
Auch das passiert beim Buddeln: Außergewöhnliche Edelmetall-Münzen und bronzezeitlicher Schmuck sind beim Bau der Erdgasleitung von Uthleben nach Heringen entdeckt worden. Heute wurden die Funde der Öffentlichkeit vorgestellt.
Fast schon sensationelle Funde haben Archäologen auf der Baustelle der neuen Erdgas-Hochdruckleitung von E.ON Thüringer Energie nahe der nordthüringischen Ortschaft Uthleben gemacht. Herausragendes Fundstück ist eine seltene keltische Goldmünze, die etwa auf das 2. Jahrhundert v. Ch. datiert wird. Nach Einschätzung der Experten des Thüringischen Landesamtes für Archäologie und Denkmalpflege handelt es sich bei dem sogenannten Regenbogenschüsselchen um einen süddeutschen Viertelstater. Ein Stater war bei den Griechen und den Kelten eine Goldeinheit von etwa 8 Gramm Gewicht.
Eine solche Münze ist in Thüringen erst zum zweiten Mal gefunden worden und zählt zu den ältesten bisher bekannten Stücken dieser Art im Freistaat. Ebenfalls entdeckt wurde ein 81 v. Ch. in Rom geprägter Silberdenar. Diese Münze war wegen ihres hohen Silbergehaltes bei den Germanen besonders beliebt. Am gezackten Rand des Geldstückes ließ sich dabei erkennen, dass sie kein Kupfer enthielt.
Eine weitere Überraschung stellte für die Archäologen ein sogenannter Hortfund aus der späten Bronzezeit dar. In einer Tiefe von 1,5 Meter lagen verschiedene Bronzegegenstände auf engstem Raum zusammen, so dass sie nur in einem Block geborgen werden konnten. Eine erste Röntgenuntersuchung zeigte einen Armring, Hakenspiralen als Teil eines Kopfschmuckes und verschiedene Bronze-Schmuckringe. Die Funde bei Uthleben haben bisher alle Erwartungen der Archäologen übertroffen.
Das Spektrum reicht von Fundstücken aus der Jungsteinzeit – ca. 5.000 bis 2.000 Jahre v.Ch. – über die Bronzezeit bis in die römische Kaiserzeit. Gefunden wurden neben den Edelmetallmünzen zerbrochene Keramikgefäße, Webgewichte, Knochenpfrieme und Feuersteinklingen. Dies belegt eine durchgehende Besiedlung der Ortslage Uthleben über einen Zeitraum von mindestens 1.200 Jahren. Auf Grund der unerwartet vielen Funde werden die Untersuchungen des Landesamtes für Archäologie und Denkmalpflege zwischen Uthleben und Heringen voraussichtlich noch bis Ende November fortgesetzt.
Urgeschichtliche Funde bei Erdarbeiten werden von E.ON Thüringer Energie mit größter Sorgfalt und Umsicht behandelt. Grundsätzlich werden alle relevanten Baustellen des Unternehmens vom Thüringer Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie begleitet, dies ist Bestandteil der behördlichen Genehmigungen für Baustellen und Erdarbeiten – etwa zur Verlegung von Erdgasleitungen oder Stromkabeln. Sollte sich die Bagger in Areale begeben, wo die Experten frühgeschichtliche Funde erwarten, dann sind Mitarbeiter des Weimarer Landesamtes während der gesamten Erdarbeiten eingebunden.
Kommen Fundstücke zu Tage, nehmen die Archäologen sofort die Sicherung, Hebung und Archivierung der Ausgrabungen vor. Während des archäologischen Einsatzes ruht die Arbeit auf den jeweiligen Baustellen, erst wenn die Archäologen grünes Licht geben, kann beispielsweise die Verlegung von Erdgasrohren fortgesetzt werden. E.ON Thüringer Energie plant die möglichen Verzögerungen vorab in die Terminkette der Baufirmen ein, so dass die Zeitpläne der Fertigstellung nicht gefährdet werden. Die Kosten für den Einsatz der Mitarbeiter des Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologie und für die Sicherung der Fundstücke trägt übrigens E.ON Thüringer Energie als Bauherr.
Die neue Erdgashochdruckleitung auf dem rund zwei Kilometer langen Teilstück zwischen Uthleben und Heringen ersetzt eine alte Gasleitung, die bereits im Jahre 1928 errichtet wurde. Mit der neuen Hochdruckleitung kann E.ON Thüringer Energie eine leistungsfähige und zuverlässige Versorgung der Ortschaften in der Goldenen Aue mit Erdgas in den kommenden Jahren sicherstellen.
Autor: nnzFast schon sensationelle Funde haben Archäologen auf der Baustelle der neuen Erdgas-Hochdruckleitung von E.ON Thüringer Energie nahe der nordthüringischen Ortschaft Uthleben gemacht. Herausragendes Fundstück ist eine seltene keltische Goldmünze, die etwa auf das 2. Jahrhundert v. Ch. datiert wird. Nach Einschätzung der Experten des Thüringischen Landesamtes für Archäologie und Denkmalpflege handelt es sich bei dem sogenannten Regenbogenschüsselchen um einen süddeutschen Viertelstater. Ein Stater war bei den Griechen und den Kelten eine Goldeinheit von etwa 8 Gramm Gewicht.
Eine solche Münze ist in Thüringen erst zum zweiten Mal gefunden worden und zählt zu den ältesten bisher bekannten Stücken dieser Art im Freistaat. Ebenfalls entdeckt wurde ein 81 v. Ch. in Rom geprägter Silberdenar. Diese Münze war wegen ihres hohen Silbergehaltes bei den Germanen besonders beliebt. Am gezackten Rand des Geldstückes ließ sich dabei erkennen, dass sie kein Kupfer enthielt.
Eine weitere Überraschung stellte für die Archäologen ein sogenannter Hortfund aus der späten Bronzezeit dar. In einer Tiefe von 1,5 Meter lagen verschiedene Bronzegegenstände auf engstem Raum zusammen, so dass sie nur in einem Block geborgen werden konnten. Eine erste Röntgenuntersuchung zeigte einen Armring, Hakenspiralen als Teil eines Kopfschmuckes und verschiedene Bronze-Schmuckringe. Die Funde bei Uthleben haben bisher alle Erwartungen der Archäologen übertroffen.
Das Spektrum reicht von Fundstücken aus der Jungsteinzeit – ca. 5.000 bis 2.000 Jahre v.Ch. – über die Bronzezeit bis in die römische Kaiserzeit. Gefunden wurden neben den Edelmetallmünzen zerbrochene Keramikgefäße, Webgewichte, Knochenpfrieme und Feuersteinklingen. Dies belegt eine durchgehende Besiedlung der Ortslage Uthleben über einen Zeitraum von mindestens 1.200 Jahren. Auf Grund der unerwartet vielen Funde werden die Untersuchungen des Landesamtes für Archäologie und Denkmalpflege zwischen Uthleben und Heringen voraussichtlich noch bis Ende November fortgesetzt.
Urgeschichtliche Funde bei Erdarbeiten werden von E.ON Thüringer Energie mit größter Sorgfalt und Umsicht behandelt. Grundsätzlich werden alle relevanten Baustellen des Unternehmens vom Thüringer Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie begleitet, dies ist Bestandteil der behördlichen Genehmigungen für Baustellen und Erdarbeiten – etwa zur Verlegung von Erdgasleitungen oder Stromkabeln. Sollte sich die Bagger in Areale begeben, wo die Experten frühgeschichtliche Funde erwarten, dann sind Mitarbeiter des Weimarer Landesamtes während der gesamten Erdarbeiten eingebunden.
Kommen Fundstücke zu Tage, nehmen die Archäologen sofort die Sicherung, Hebung und Archivierung der Ausgrabungen vor. Während des archäologischen Einsatzes ruht die Arbeit auf den jeweiligen Baustellen, erst wenn die Archäologen grünes Licht geben, kann beispielsweise die Verlegung von Erdgasrohren fortgesetzt werden. E.ON Thüringer Energie plant die möglichen Verzögerungen vorab in die Terminkette der Baufirmen ein, so dass die Zeitpläne der Fertigstellung nicht gefährdet werden. Die Kosten für den Einsatz der Mitarbeiter des Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologie und für die Sicherung der Fundstücke trägt übrigens E.ON Thüringer Energie als Bauherr.
Die neue Erdgashochdruckleitung auf dem rund zwei Kilometer langen Teilstück zwischen Uthleben und Heringen ersetzt eine alte Gasleitung, die bereits im Jahre 1928 errichtet wurde. Mit der neuen Hochdruckleitung kann E.ON Thüringer Energie eine leistungsfähige und zuverlässige Versorgung der Ortschaften in der Goldenen Aue mit Erdgas in den kommenden Jahren sicherstellen.
