nnz-Tipp: Für den Fall der Fälle
Sicherheit steht hoch im Kurs
Das Leben ist voller kleiner Gefahren und manchmal kann aus einem kleinen Unglück auch ein großes werden. Um das zu verhindern, setzen wir hierzulande stark auf Sicherheit. Helme beim Radfahren, Sicherheitsgurte beim Autofahren, Helmpflicht auf dem Motorrad und Geländer und Absperrungen an Balkonen und Terrassen sollen den harten Fall verhindern oder zumindest abmildern. Auch viele andere kleine und große Gefahren sind in Deutschland mit besonderen Vorsichtsmaßnahmen versehen.
Unterwegs im Schilderwald
Auf den Straßen ist es besonders auffällig. Scharfe Kurven, verkürzte Ausfahrten, unebene Straßen - für all diese potentiellen Verkehrshindernisse gibt es ein eigenes Verkehrsschild. Manch deutscher Autofahrer wird im Ausland von scharfen Kurven überrascht, weil er mangels Schildern dort gar keine vermutet hätte. Und auch ein unerwartet die Fahrbahn kreuzendes Tier würde einen hierzulande zumindest weniger überraschen, da man es zuvor bestimmt schon auf einem Schild gesehen hat.
Auch Fußgänger gehen wohlbeschildert durchs Leben. Zebrastreifen weisen einen sicheren Weg über die Straßen, Ampeln durchkreuzen vielfach die Verkehrswege und selbst innerhalb von Gebäuden heißt es allerorten "Vorsicht Stufe", "Notausgang" und außerhalb der Norm niedrige Treppen und hohe Kanten sind plakativ gelb-schwarz gestrichen. Sollte man doch einmal irgendwo gegen etwas fahren oder laufen oder etwas fallen lassen und beschädigen, ist man entweder für's Kfz, über den Arbeitgeber oder auch privat haftpflichtversichert.
Vermeidbares wird vermieden
Alle Vorsichtsmaßnahmen, Sicherheitsvorkehrungen und Absicherungen der Welt können natürlich nicht verhindern, dass irgendwann doch einmal etwas passiert. Aber allein das Gefühl irgendetwas für mehr Sicherheit und gegen etwaige Unglücksfälle tun zu können und zu müssen, lässt viele Menschen schon besser fühlen. Dieses hohe Bedürfnis nach Sicherheit ist typisch für die hoch entwickelte und hoch zivilisierte Gesellschaft der westlichen Welt. Unvorhergesehenes und Unfälle sind selten, schwere Krankheiten und Tod sind im Alltag nicht präsent und der Sicherheits- und Lebensstandard sind vergleichsweise hoch.
Um dies zu halten, müssen die Menschen den Preis zahlen, Ordnung zu halten, Regeln und Anweisungen zu befolgen und geordnet zu leben. Sollte das alles nichts helfen, braucht man einen Rettungsschirm. Und der ist meist finanzieller Natur. Weil leider nicht alles repariert werden kann, schützt man sich so wiederum vor Schäden am wirtschaftlichen Auskommen, die ebenfalls den hohen Standard gefährden könnten. Damit man zumindest ganz sicher die Reparatur von Sachen bezahlen kann, die Krankenhausrechnung tragen und das Schmerzensgeld für etwaige Verletzte ableisten kann, was immer der "Fall der Fälle" von einem verlangt.
