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Mi, 07:06 Uhr
02.03.2011

Liederabend mit Sympathiebonus

Mit Uli Kringler & Julian Dawson waren zwei Musiker im Panoramamuseum die Akzente setzten. Lesen Sie dazu einen Rückblick von Fred Böhme vom Panoramamuseum Bad Frankenhausen...

Nach einigen Problemen mit verstopften Autobahnen und Schnee glatten Straßen gelangten Julian Dawson und sein Begleiter Uli Kringler zeitgleich mit den ersten Konzertbesuchern beim Panorama Museum an. Ein etwas eiliger Soundcheck, der Dank der Professionalität der beiden Musiker nicht zu Lasten des Sounds ging, eine Tasse Kaffee vorab, schnell umgezogen, drei Worte mit dem Konzertorganisator gewechselt und schon ging es singend auf die Bühne.

Uli Kringler & Julian Dawson  (Foto: Fred Böhme) Uli Kringler & Julian Dawson (Foto: Fred Böhme)

"Isch bin Julian Dawson aus England und einer der wenigen englischen Musiker, der sisch bemüht hat, deutsch zu lernen. Und zwar letzte Woche." Und tatsächlich lebte dieses Konzert von dem gutmütigen Witz und Kumpel-Charme dieses kräftigen, kahlköpfigen Musikers, der ein überaus unterhaltsames Programm mit Liedern seiner über 30jährigen Karriere bestritt und mit Ansagen seiner Stücke in Deutsch glänzte. Damit war ihm die Sympathie des Publikums sofort sicher.

Ursprünglich als Wunschliederabend gedacht, bemerkte Julian allerdings, dass er trotz seiner langen Karriere und ein, zwei Chartshits in den frühen 1990ern für die Anwesenden völlig unbekannt war. Verständlich, dass er daran erinnerte, dass er schon in den 1980ern beim Festival des politischen Liedes in Ostberlin und dann auf einer Folgetournee durch verschiedene Städte der damaligen DDR herumgeschickt wurde, was für ihn damals ein überaus eindrucksvolles Erlebnis gewesen war. Sein Programm reichte von "Fragile As China", über sein grandioses "Blue Tatoo" bis zu "Welcome To London Town", Stücken mit einer grundehrlichen Blues- und Folkerdung, bei denen er seinen mit einer warmen, erstaunlich jung klingenden Baritonstimme vorgetragenen Gesang mit rhythmischen Gitarrenspiel begleitete.

Uli Kringler, sein Duopartner, war für die virtuosen Gitarrenfeinheiten zuständig, die vom begleitenden Slidespiel bis zum fingerflinken Saitenlauf-Solos reichten. Ab und zu übernahm er dann noch den Backgroundgesang. Es stand jedoch außer Frage, dies war eine Julian-Dawson-Show, der sich dennoch nicht nehmen ließ, mehrfach die außerordentlichen Qualitäten seines Mitmusikers herauszustellen und diesen auch mit einem Solostück den zweiten Konzertteil eröffnen ließ.

Ohne Zweifel sind es die Texte, die die besondere Qualität von Julians Lieder ausmachen. Sie drehen sich zumeist um ganz kleine Alltagsgeschichten, atmosphärische Momente, manchmal auch Gott und natürlich die Liebe. Die Musik ist eher traditionell, manchmal etwas konventionell und trotzdem zeichneten sich manche Stücke durch prägnante Melodien aus, die sich in der Erinnerung festhakelten.

Ohne jeden Zweifel trugen die beiden Musiker diese Stücke äußerst engagiert vor, bezogen zweimal auch das Publikum mit ein, das dann dankbar applaudierte. Zwei Zugaben, eine Menge verkaufter CDs und eine Reihe Autogrammwünsche waren letztlich ein sicheres Zeichen dafür, wie positiv dieses Konzert von den etwa 80 Besuchern aufgenommen wurde.
Text und Foto: Fred Böhme
Autor: khh

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