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Sa, 00:10 Uhr
02.04.2011

Waldgang am Possen

Gleich an zwei Orten hatten die Verantwortlichen der beiden Forstämter des Kyffhäuserkreises gestern zu einem Waldgang geladen. Anlass, besorgte Bürger bangen um den Erhalt der Wälder. Für Sie war kn am Possen mit dabei ...

Einige Bilder aus den Wegen in Kyffhäuser, Hainleite und Windleite hatten in letzter Zeit die Runde gemacht, die den Wald nicht gerade in besten Licht erstrahlen ließ. Besonders in die Kritik geraten, der optische Anblick in einigen Rückegassen, bei denen die Fahrsuren fast 80 cm tief waren, wie ein Teilnehmer an die heutigen Waldgang berichtetet. Da sind die Bilder in ersten Reihe der Bildergalerie, aufgenommen am Mittwoch im Schersental, noch vergleichsweise harmlos.

Wenn dann allerdings die Löcher so tief und dauerhaft sind, dass sich Molche ansiedeln können, wird es tatsächlich bedenklich. Da kommen selbst Naturschützer ins Schleudern, wie Uli Henze von der Unteren Naturschutzbehörde, denn auf der einen Seite müsste man die Löcher glatt machen, auf der anderen Seite darf man den Lebensraum der geschützten Molche eigentlich nicht mehr zerstören.

Waldgang am Possen (Foto: Karl-Heinz Herrmann) Waldgang am Possen (Foto: Karl-Heinz Herrmann)

Diese Zerrissenheit zog sich eine Zeit lang durch das ganze Gespräch zwischen den besorgten Bürgern und den Forstleuten. Mit interessanten Informationen versuchte Dr. Andreas Niepagen (im Bild oben links mit Revierleiter Kyffhäuser Jens Bracke), von der Forstinspektion Nord, erst mal über die Arbeitsweise der Forstleute zu erläutern.

Dabei räumte er ein, dass 80 Prozent der Rückegassen in Ordnung sind, dass aber 20 Prozent problembelastet sind. Er und seine Forstkollegen zeigten Verständnis, dass bei manchen Rükegassen die Bürger ins Grübeln kommen. Dr. Niepagen machte aber auch deutlich, der größte Teil der Wälder, auch hier am Possen ist Wirtschaftswald und Holzernte ist eine aufwendige Produktion.

Waldgang am Possen (Foto: Karl-Heinz Herrmann) Waldgang am Possen (Foto: Karl-Heinz Herrmann)

Aber nicht nur wegen des Zustandes mancher Rückegassen, die wirklich kein schöner Anblick für Wanderer, Spaziergänger und Touristen sind, machten sich die Bürger Sorgen, sondern auf Grund einiger scheinbar ausgedünnter Wälder (weite Baumabstände) lassen befürchten, dass Raubbau an den Wäldern betrieben wird.

Dr. Niepagen hatte Unterlagen mitgebracht, die darstellen sollten, dass hier planmäßig erfasst wird, was aus den Wäldern herausgeholt wird, und was nachwächst. Das Erstaunen war groß, als man erfuhr, dass mehr nachwächst, als zur Zeit eingeschlagen wird. Die anfangs noch etwas hitzige Stimmung linderte sich doch merklich, als man dann auch wirklich mal einige Schritte in den Possenwald machte,

Waldgang am Possen (Foto: Karl-Heinz Herrmann) Waldgang am Possen (Foto: Karl-Heinz Herrmann)

Hier konnten die Forstleute an Hand einiger Eschen zeigen, wie die Arbeit mit den Bäumen erfolgt, und dass man auch kleiner Bäume gezielt rausnehmen muss, damit andere Bäume die notwendige Stärke erreichen können.

Welche Erwartungen hatten eigentlich die Bürger? Sie wünschen sich für so ein Erholungsgebiet, wie es der Possen nun mal ist, dass der Wald als Erholungswald gestaltet wird. Es wirkt einfach abschreckend, die fast einhellige Meinung der Bürger, wenn man durch diese jetzigen lichten Wälder mit scheinbar viel Einschlag geht und dann auch noch mit solchen Rückegassen konfrontiert wird.


In dieser Richtung, konnten die Forstleute allerdings nicht viel Hoffnung machen. Es klang durch, dass es politisch gewollte ist, dass Waldgebiete zu einem erheblichen Teil eben Wirtschaftswald ist. Wir könnten zwar um das Possenschloss herum, so der Forstamtsleiter Uli Klüßendorf, etwas machen, aber nicht für den gesamten Possenwald.

Das es jetzt scheinbar im Possenwald so schlimm erscheint, führen die Forstleute auch auf einen anderen Umstand hin. Bei der Holzernte kommt man ca. alle 10 Jahre wieder in den gleichen Bereich. Jetzt ist man eben wieder in unmittelbarer Nähe des Possenschlosses und da fallen die Baumfällarbeiten eben sofort auf. Wir können aber nicht alle Schäden oft sofort beseitigen. Einige Bilder aus dem Bereich des großen Possenrundweges hat kn aufgenommen.

Auf einige besondere Aspekte wird kn sicher in nächsten Berichten hinweisen. Aber hat der Tag gestern auch etwas gebracht? Mit Sicherheit, denn das Wichtigste ist erst mal geschafft, man ist ins Gespräch gekommen und man will in nächster Zeit weitere Treffen organisieren.

Man wird sich aber auch auf der anderen Seite in einer ganz anderen Richtung unterhalten müssen. Politiker müssen sich wohl langsam in der Waldnutzung mit solchen Aspekten auseinander setzten, dass unserer Wälder auch der Erholung dienen sollten. Das bereits 500 ha im Kreis aus der Waldnutzung rausgenommen wurden, und weitere 1.000 ha, besonders in der Hohen Schrecke folgen werden ist sicher ein richtiger Schritt. Es darf nur nicht passieren, dass da vielleicht nur Flächen ausgewiesen werden, die eh kaum nutzbar sind.

Stark frequentierte Flächen in Kyffhäuser und Hainleite, und hier eben besonders der Possen, sollten eben weniger stark genutzt werden. Bei steigenden Holzpreisen sicher ein heikles Thema. Wegen der Kronenholzgewinnung stehen die Nutzer in des schon Schlange und es gibt allein schon in einem Forstrevier über 100 Bewerber, wo es vor wenigen Jahre gerade mal fünf waren!
Waldgang am Possen (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Waldgang am Possen (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Waldgang am Possen (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Waldgang am Possen (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Waldgang am Possen (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Waldgang am Possen (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Waldgang am Possen (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Waldgang am Possen (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Waldgang am Possen (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Waldgang am Possen (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Waldgang am Possen (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Waldgang am Possen (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Waldgang am Possen (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Waldgang am Possen (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Waldgang am Possen (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Autor: khh

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