nnz-tv Eichsfelder Nachrichten Mansfeld-Südharz-Zeitung neue nordäuser zeitung Unstrut-Hainich Zeitung
Do, 12:34 Uhr
07.04.2011

Arzt hui, Pfarrer pfui

Seit 1966 ermittelt das Institut für Demoskopie Allensbach in regelmäßigen Abständen das Ansehen ausgewählter Berufe, und von Anbeginn an führt der Arztberuf unangefochten die Liste der am meisten geachteten Berufe an. Daran ändert sich auch in der jüngsten Allensbacher Berufsprestige-Skala nichts...


82 Prozent der Deutschen zählen den Arzt zu den Berufen, vor denen sie am meisten Achtung haben. An zweiter Stelle folgt die Krankenschwester mit 67 Prozent. Der Lehrer (42 Prozent) und der Handwerker (41Prozent) rangieren an dritter und vierter Stelle, der Hochschulprofessor (33 Prozent) und
der Ingenieur (ebenfalls 33 Prozent) folgen gemeinsam auf dem fünften Platz.


Bei einigen Berufen gab es im Laufe der Zeit deutliche Veränderungen. So haben Pfarrer bzw. Geistliche in den letzten 2, 3 Jahren deutlich an Ansehen verloren. Lag der Pfarrer bei früheren Untersuchungen meist hinter dem Arzt auf dem zweiten Platz der am meisten geachteten Berufe, ist er bei der jüngsten Erhebung auf den siebten Platz abgerutscht. Statt 39 Prozent (2008) zählen nunmehr lediglich 28 Prozent der Deutschen den Pfarrer zu den Berufen, denen sie besondere Achtung entgegenbringen. Im Osten Deutschlands, wo nur eine Minderheit Mitglied einer Kirche ist, liegt der Anteil mit 22 Prozent dabei deutlich niedriger als im Westen (29 Prozent).


Zu den eindeutigen Gewinnern gehört hingegen der Ingenieur, vor dem jeder Dritte besondere Achtung hat (2008: 27 Prozent). Dies stellt den zweithöchsten jemals gemessenen Wert für diesen Beruf dar. Nur bei der ersten Allensbacher Prestige-Skala im Jahre 1966 hat der Ingenieur mit 41 Prozent einen höheren Wert erreicht. Nicht zuletzt die hohe Nachfrage nach Ingenieuren auf dem Arbeitsmarkt und die immer wieder betonte Bedeutung von Ingenieuren für die deutsche Wirtschaft haben zu diesem Prestigegewinn beigetragen. Auch Journalisten haben im Vergleich zur vorhergehenden Untersuchung deutlich an Ansehen gewonnen.

Zu den Schlusslichtern der Rangliste zählen neben Bankern (4 Prozent) und Fernsehmoderatoren (4 Prozent) auch die Politiker. Das Ansehen dieser Berufsgruppe ist in den vergangenen Jahrzehnten langsam, aber kontinuierlich gesunken. In den 1970er Jahren hatten noch mehr als 20 Prozent der Deutschen besondere Achtung vor dem Beruf des Politikers, und bis zur Jahrtausendwende lag der Anteil in der Regel zwischen 10 und 20 Prozent. Die 6 Prozent, die aktuell für die Politiker gemessen werden, sind das Spiegelbild eines Vertrauensverlustes der Bevölkerung in die Politik.


Allensbach hat zwischen dem 4. und 17. Februar 1.803 Frauen und Männer ab 16 Jahre befragt.
→ Druckversion
← zum Nachrichtenüberblick

Kommentare

Bisher gibt es keine Kommentare.
→ Kommentar hinzufügen



Es gibt kein Recht auf Veröffentlichung.
Beachten Sie, dass die Redaktion unpassende, inhaltlose oder beleidigende Kommentare entfernen kann und wird.

Wir verwenden Cookies um die Zugriffe auf unsere Website zu analysieren und geben hierzu Informationen zu Ihrer Nutzung unserer Website an Partner weiter. Mehr Informationen hierzu finden Sie im Impressum und der Datenschutzerklärung.