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Mo, 23:03 Uhr
30.05.2011

Machnig in Bad Frankenhausen (1)

Zu einem gemeinsamen Arbeitsbesuch waren die SPD Politiker Machnig und Lemme heute in Bad Frankenhausen. Erste Ziel war die Kaserne in Bad Frankenhausen...

Machnig in Bad Frankenhausen (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Am Tor wurden Thüringens Wirtschaftsminister Matthias Machnig (li.) und Bundestagsabgeordneter Steffen-Claudio Lemme vom Kommandeur des Logistikbataillon 131 Bad Frankenhausen Oberstleutnant Gunnar Steinseifer und gleichzeitig Standortältester empfangen. Die traditionell sehr guten Beziehungen zwischen Bundeswehr un Kommune unterstrich Bürgermeister Matthias Strejc (SPD) mit seiner Teilnahme an diesem Treffen (re.). In Begleitung der beiden Politiker waren Dittmar Engel, Leiter eines Referats im Wirtschaftsministerium, Vizebürgermeister Dr. Andreas Räuber (SPD) und der Vorsitzende der SPD-Stadtratsfraktion Herbert Knischka (hier nicht im Bild) und dem Leiter des Lemmes Wahlkreisbüros, Steffen Sauerbier.

Zuerst informierte Steinseifer die Gäste zu Fragen des Standortes. So hat die Kaserne Platz für ca. 1.750 Soldaten die nach modernen Gesichtspunkten, dem Standard Kaserne 2000, untergebracht sind. In den letzen Jahren wurde eine Grundsanierung in Höhe von 150 Millionen Euro durchgeführt. Zusätzlich werden pro Jahr rund eine Million Euro in Baumaßnahmen gesteckt, dieses Jahr sogar 1,3 Millionen Euro. Kürzlich war auch eine Strangsanierung durchgeführt wurde, bei der ein Großteil der Leitungen ausgetauscht wurden.

Auch einige Dinge aus dem Soldatenleben wurden angesprochen. Um Munition zu sparen wird das Schießen mit dem Simulator gestützt, obwohl man praktisch direkt an der Kaserne angrenzend einen guten und Übungsplatz hat, bei dem auch der scharfe Schuss praktiziert werden kann, ein Vorteil, den nicht viele Kasernen haben. Aber auch sonst ist man modern aufgestellt, vom Internetcafe für die Soldaten bis hin zur Hindernisbahn mit Tartanbelag. Etwas schmerzlich registriert wird das fehlen einer Schwimmhalle, aber da fährt man immer zum Bundeswehrstandort Sondershausen.

Natürlich war auch die Bundeswehrreform ein Thema. Allerdings konnten hier die Politiker auch nicht viel Neues erfahren, was nicht schon durch die Medien gegangen wäre. Das Logistikbataillon 131 ist übrigens das zweitgrößte Deutschlands überhaupt, gleich nach dem Wachbataillon. In Bad Frankenhausen hat man es aber aus einem anderem Grund recht "komfortabel". Das Logistikbataillon hat kaum Rekruten, denn die wurden bisher mehr für ganz Thüringen hier ausgebildet. Deshalb hat man hier auch fast volle Stärke, während manche Einheiten, besonders Kampfverbände, teils nur noch eine Belegungsstärke von 40 Prozent haben.

Dieser Vorteil, dass die meisten Soldaten aus dem Raum Thüringen bis aber auch nach Leipzig stammen, sollte uns als Standort helfen, ist sich Steinseifer sicher. Ich habe keine offenen Stellen und kann den größten Teil des Nachwuchses an Unteroffizieren und Offizieren aus der Region decken. Zur Frage, wie die örtliche Politik Einfluss nehmen kann sagte Machnig, fragen wird man uns aus Berlin nicht, aber wir werden als Landesregierung versuchen Einfluss in Berlin zu nehmen. Steinseifer machte aber auch klar, dass eine Entscheidung über den Erhalt des Standortes nicht vor November 2011 fallen wird.

Was nicht so bekannt vom Standort Bad Frankenhausen ist, man bildet auch aus. Mit Zertifikat der IHK werden bis zu 250 Lehrlingen ausgebildet, allerdings mit einem Problem bei einem Teil der Lehrlinge. Trotz Zertifikat sind die Lagerlogistiker kaum auf dem Arbeitsmarkt vermittelbar, da in der freien Wirtschaft ganz andere Anforderungen gestellt werden. Allerdings wird hier Machnig kaum Einfluss nehmen können, so Steinseifer, da er bundeswehrseitig mit der IHK Halle-Dessau zusammenarbeiten muss. Deshalb käme auch eine Ausbildung in Sondershausen, wie Dr. Räuber vorschlug, nicht in Betracht.

Den Gesprächen schloss sich ein Kurzrundgang durch das Objekt an, bei denen verschiedene Probleme angesprochen wurde. Es wäre doch schön, so Steinseifer im Gespräch mit dem Minister, wenn die Kaserne einen naheliegenden oder gar direkten Bahnanschluss hätte. Auf die Frage von Machnig, welche Chancen Steinseifer für den Standort Sondershausen sähe, gab es keine Aussage. Wir gehören zu völlig unterschiedlichen Verbänden, so dass er zur Beantwortung so einer Frage viel zu wenige Informationen hätte.
Machnig in Bad Frankenhausen (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Machnig in Bad Frankenhausen (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Machnig in Bad Frankenhausen (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
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