Fr, 07:52 Uhr
17.06.2011
nnz-Betrachtung: Wer bezahlt das?
Immer, wenn es ums liebe Geld geht, dann wird in der kleinen wie in der großen Politik ein Geheimnis daraus gemacht. Das ist jetzt wieder bei der Verteilung der Gelder für die Theater und Orchester im Freistaat so. Und Nordhausen sowie Sondershausen machen da keine Ausnahme...
Am Anfang mehrere Fragen und eine Antwort: Was sind das für Gelder, die für die Theater und Orchester aufgebracht werden? Woher kommen die Millionen und Milliarden, die von den Politikern - beginnend im Gemeinderat bis hin zum Bundestag - verteilt werden? Antwort: Es sind unsere Gelder, Ihre, liebe Leser, meine, die Ihrer Nachbarn, Ihrer Arbeitgeber. Es sind keine privaten Gelder oder Spenden irgendwelcher Stadträte, Kreisräte, Bürgermeister oder Landräte.
Die aber verstecken sich hinter einer Mauer des Schweigens, wenn sie um die Verteilung unseres Geldes rangeln. Die Frage nach den Motiven ist erlaubt, wird aber wohl nie zufriedenstellend beantwortet werden. Gut, dass es da immer mal Menschen gibt, die den Mantel des Schweigens lüften, selbst wenn Sie dann de facto als Verräter gelten.
Zurück zum Theater in Nordhausen und seiner zukünftigen Finanzierung. Fakt ist jetzt schon: Die GmbH wird nach 2012 deutlich mehr Geld benötigen. Derzeit liefern das Land Thüringen und die vier kommunalen Gesellschafter rund neun Millionen Euro. Das wird künftig nicht reichen, schon weil das Gehaltsniveau der Künstler sowie der technischen und Verwaltungsmitarbeiter auch mal steigen sollte.
Also will das Land Thüringen in seiner Gnädigkeit eine "Schippe" drauflegen, auch für das Theater und das Loh-Orchester. Das wird aber nur passieren, wenn auch die kommunalen Gesellschafter mitziehen. Für den Landkreis Nordhausen sollte das machbar sein, hört man aus dem Kreistag, konkrete Zahlen liegen auf den Tischen, doch Hochverrat will auch hier keiner begehen. Natürlich wird auch der kultur- und sozialfreundliche Nordhäuser Stadtrat ohne Murren mitziehen.
Im Kyffhäuserkreis soll das nicht so einfach sein. Da wird nachgefragt, vor allem aus dem Altkreis Artern. Die dortigen Theaterfreunde fahren eher nach Weimar, denn nach Nordhausen. Und die Arterner Region hat zum Beispiel bei der CDU-Kreistagsfraktion einen enormen Einfluss. Also werden Peter Hengstermann und auch Sondershausens Bürgermeister Joachim Kreyer (beide CDU) noch viel Überzeugungsarbeit leisten müssen. Und da sind auch noch die permanent leere Kassen in Stadt- und Kreisverwaltung. Ein Spagat, der nur in der Politik auszuhalten ist.
Zurück zum Geld, das von uns allen kommt und von einigen verteilt wird. Irgendwann einmal müssen die Summen auf den Tisch und dem bis dahin ausgeschlossenen Volke bekanntgemacht werden. Dann wird es für eine Mitsprache oder Diskussion zu spät sein. Ob sich das Mitsprache der Bürger nennt, kann ich nicht behaupten. Vielleicht aber ist auch gut so, dass der vermeintlich mündige Bürger nur bei Spielplätzen seine Meinung abgeben darf.
In dieser Woche übrigens wurde der Reinhard Mohn Preis der Bertelsmann Stiftung an die Stadt Recife übergeben. Er wird für Bürgerbeteiligung in der kommunalen Politik verliehen. Recife liegt in Brasilien. Mehr muss dazu nicht gesagt werden.
Peter-Stefan Greiner
Autor: nnzAm Anfang mehrere Fragen und eine Antwort: Was sind das für Gelder, die für die Theater und Orchester aufgebracht werden? Woher kommen die Millionen und Milliarden, die von den Politikern - beginnend im Gemeinderat bis hin zum Bundestag - verteilt werden? Antwort: Es sind unsere Gelder, Ihre, liebe Leser, meine, die Ihrer Nachbarn, Ihrer Arbeitgeber. Es sind keine privaten Gelder oder Spenden irgendwelcher Stadträte, Kreisräte, Bürgermeister oder Landräte.
Die aber verstecken sich hinter einer Mauer des Schweigens, wenn sie um die Verteilung unseres Geldes rangeln. Die Frage nach den Motiven ist erlaubt, wird aber wohl nie zufriedenstellend beantwortet werden. Gut, dass es da immer mal Menschen gibt, die den Mantel des Schweigens lüften, selbst wenn Sie dann de facto als Verräter gelten.
Zurück zum Theater in Nordhausen und seiner zukünftigen Finanzierung. Fakt ist jetzt schon: Die GmbH wird nach 2012 deutlich mehr Geld benötigen. Derzeit liefern das Land Thüringen und die vier kommunalen Gesellschafter rund neun Millionen Euro. Das wird künftig nicht reichen, schon weil das Gehaltsniveau der Künstler sowie der technischen und Verwaltungsmitarbeiter auch mal steigen sollte.
Also will das Land Thüringen in seiner Gnädigkeit eine "Schippe" drauflegen, auch für das Theater und das Loh-Orchester. Das wird aber nur passieren, wenn auch die kommunalen Gesellschafter mitziehen. Für den Landkreis Nordhausen sollte das machbar sein, hört man aus dem Kreistag, konkrete Zahlen liegen auf den Tischen, doch Hochverrat will auch hier keiner begehen. Natürlich wird auch der kultur- und sozialfreundliche Nordhäuser Stadtrat ohne Murren mitziehen.
Im Kyffhäuserkreis soll das nicht so einfach sein. Da wird nachgefragt, vor allem aus dem Altkreis Artern. Die dortigen Theaterfreunde fahren eher nach Weimar, denn nach Nordhausen. Und die Arterner Region hat zum Beispiel bei der CDU-Kreistagsfraktion einen enormen Einfluss. Also werden Peter Hengstermann und auch Sondershausens Bürgermeister Joachim Kreyer (beide CDU) noch viel Überzeugungsarbeit leisten müssen. Und da sind auch noch die permanent leere Kassen in Stadt- und Kreisverwaltung. Ein Spagat, der nur in der Politik auszuhalten ist.
Zurück zum Geld, das von uns allen kommt und von einigen verteilt wird. Irgendwann einmal müssen die Summen auf den Tisch und dem bis dahin ausgeschlossenen Volke bekanntgemacht werden. Dann wird es für eine Mitsprache oder Diskussion zu spät sein. Ob sich das Mitsprache der Bürger nennt, kann ich nicht behaupten. Vielleicht aber ist auch gut so, dass der vermeintlich mündige Bürger nur bei Spielplätzen seine Meinung abgeben darf.
In dieser Woche übrigens wurde der Reinhard Mohn Preis der Bertelsmann Stiftung an die Stadt Recife übergeben. Er wird für Bürgerbeteiligung in der kommunalen Politik verliehen. Recife liegt in Brasilien. Mehr muss dazu nicht gesagt werden.
Peter-Stefan Greiner