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„250 Jahre Zeitung in der Kyffhäuserregion

Mittwoch, 07. Oktober 2015, 12:18 Uhr
Eine neue Ausstellung im Regionalmuseum Bad Frankenhausen widmet sich ab Sonntag dem Thema gedruckte Zeitung in der Kyffhäuserregion...

Die Eröffnung der neuen Sonderausstellung, am Sonntag, den 11. Oktober, um 14.00 Uhr steht unter der Überschrift „250 Jahre Zeitung in der Kyffhäuserregion – Vom ‚Wöchentliches Frankenhäusisches Intelligenz-Blatt‘ zur „Thüringer Allgemeine“

2. Januar 1765. Dieses Datum trägt die erste, in der Kyffhäuserregion herausgegebene Zeitung, das ‚Wöchentliche(s) Frankenhäusische(s) Intelligenz-Blatt‘. Gedruckt und verlegt wurde das „Intelligenz-Blatt“ in der damals zum Fürstentum Schwarzburg-Rudolstadt gehörenden Stadt Frankenhausen. Damit gehört es in seiner Sparte, den „Intelligenzblättern“, neben Weimar (1734), Erfurt (1746) oder Gotha (1751) zu den ältesten Pressemedien in Thüringen.

„250 Jahre Zeitung in der Kyffhäuserregion (Foto: Regionalmusem Bad Frankenhausen) „250 Jahre Zeitung in der Kyffhäuserregion (Foto: Regionalmusem Bad Frankenhausen)

Postzustellung an der Rothenburg. Foto Archiv Regionalmuseum

Die „Intelligenzblätter“ stellten neben den eigentlichen Zeitungen eine eigenständige Pressegattung dar. Thüringen, durch zahlreiche Kleinstaaten in sich zersplittert, brachte gerade dadurch im 18. Jahrhundert eine große Anzahl an „Intelligenzblättern“ hervor. Entgegen dem Namen richteten sie sich entsprechend ihrer inhaltlichen Aufmachung sowohl an ein Bildungsbürgertum als auch an städtische und dörfliche Handwerker, Krämer, Bauern und Landarbeiter.

Ohne sie zunächst zu verdrängen, erschienen neben den „Intelligenzblättern“ Zeitungen und Zeitschriften. Im Verlauf des 19. Jahrhunderts erhielten weitere Kleinstädte im östlichen Teil des heutigen Kyffhäuserkreises eine eigene Zeitung, z. B. die damals zum Königreich Preußen gehörenden Städte Artern und Heldrungen.

Unter der „Sowjetischen Militäradministration für Thüringen“ ab Juli 1945 erhielten einige Herausgeber von Pressemedien keine Druckerlaubnis mehr. Die Vielfalt der ortseigenen Zeitungen verschwand. An ihre Stelle traten nun überregional verlegte Zeitungen, die in der Regel einen Lokalteil aufwiesen.

Mit der Aufteilung des Staatsgebietes der DDR 1952 in Bezirke besaß jeder der Bezirke ein eigenes Presseorgan. Nach Wendeherbst 1989 und Wiedervereinigung 1990 besaß der östliche Teil des Kyffhäuserkreises mit „Mitteldeutscher Zeitung“ („MZ“) und „Thüringer Allgemeine“ („TA“) zunächst noch zwei große Tageszeitungen mit starkem regionalem Schwerpunkt. Gegenwärtig gibt es lediglich noch die „TA“. Bevölkerungsrückgang und neue Medien bedingen sinkende Auflagen. Hat die Zeitung als Informationsmedium eine Zukunft?

Die Sonderausstellung widmet sich nicht allein dem Medienphänomen Zeitung, sondern stellt ebenso frühe Druckereien, ihre Techniken und die Vielfalt ihrer Druckerzeugnisse vor. Gerade den zahlreichen regionalen Verlegern und Druckern verdanken wir eine breite Palette an Heimatliteratur, Post- und Wanderkarten, Schülerzeitungen oder Gelegenheitsdrucken. Nur in Ausnahmen wie der ‚Druckerei Möbius‘ in Artern haben sich Druckereien und Verlage bis in unsere heutige Zeit erhalten.

Ausstellungsdauer 11. Oktober bis 29. November 2015

Ihr Museumsteam
Regionalmuseum

Hinweis kn

Am 1. Oktober 2007 gab es die erste Meldung der Kyffhäuser Nachrichten:
Neue Struktur im Kyffhäuserkreis. Hier ging es um die Auflösung des Amtsgerichts Artern.
Autor: khh

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