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Meldung aus dem Landratsamt

Alkoholmissbrauch bei Kindern und Jugendlichen

Mittwoch, 13. Februar 2019, 19:39 Uhr
Am Nachmittag hatte das Jugend- und Sozialamt des Kyffhäuserkreises zu einem Pressegespräch geladen. Es ging speziell um das Thema Alkoholmissbrauch bei Kindern und Jugendlichen...

Anlass war die Berichterstattung der Medien, so auch kn, über die starke Zunahme des Alkoholmissbrauch bei Kindern und Jugendlichen. Hier hatte kn darüber berichtet:
Mehr Komasäufer im Kyffhäuserkreis

Das langjährige Mittel lang bei rund 20 betroffenen Jugendlichen. Warum das Jahr 2017 mit 47 Jugendlichen die Zahl in 2017 so anstieg, fanden weder Amtsleiteiter Bräunicke, noch die weiteren Vertreter Sachbearbeiterin Elke Schnabel und Jeffrey Schulz vom Jugend- und Sozialamt ein befriedigende Antwort. Im Vergleich dazu hatte die Stadt Erfurt nur 22 betroffenen Jugendliche.
Alkoholmissbrauch bei Kindern und Jugendlichen (Foto: Karl-Heinz Herrmann) Alkoholmissbrauch bei Kindern und Jugendlichen (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Und der Landkreis hat sich bereits deutlich vor diesem Anstieg mit dem Problem Alkohol beschäftigt.
Bereits in den 9Oer-Jahren nahm sich der Kyffhäuserkreis den Aufgaben des préiventiven Kinder- und Jugendschutz an und setzte diesen sowohl durch eine/n Jugendschutzbeauftragte/n als auch dem Kinderschutzdienst um.

Hinzu kam 2012 die Bundesinitiative "Frühe Hilfen”, wodurch man in der Lage war, auch im Kleinstkindalter unterstützend wirksam zu werden.
Somit wird seit über 25 Jahren, auch und gerade im Wandel der Zeit, mit Kindern und Jugendlichen einerseits, aber auch Erwachsenen andererseits, in Sachen (Sucht-)Prävention interagiert. Dabei wurden einige Strategien selbst entwickelt (Z.B. Jugendpräventionstage, Kinderschutztagungen) und
bereits bestehende externe Angebote (Z.B. KlarSicht-Parcours, div. Ausstellungen) hinzugezogen. Darüber informierte kn bereits des öfteren.

Alkoholmissbrauch bei Kindern und Jugendlichen (Foto: Karl-Heinz Herrmann) Alkoholmissbrauch bei Kindern und Jugendlichen (Foto: Karl-Heinz Herrmann)

Weitere präventive Aktivitäten sind:

- JuIeica-Schulung (in diesem Rahmen werden die Jugendleiter gerade für dieses Problem Alkohol sensibilisiert, so Schulz

- Bedarfsorientierte Elternabende an Schulen

- Themenspezifische Angebote in Schulklassen

Enge Zusammenarbeit mit den Schulsozialarbeiterinnen und Bereichsjugendpflegerinnen

- Netzwerkarbeit (Arbeitskreis "Familie und Sucht”, Landesarbeitsgemeinschaft "Kinder~ und
Jugendschutz”)

- Unterweisungen bei Vereinen und Gewerbetreibenden

Der gesetzliche Jugendschutz wird auch mit solchen Maßnahmen untersetzt wie:
- Testkäufe, auch wenn nicht ganz umstritten, aber immer wieder notwendig, wie die Kontrollen zeigen, so Schulz.

- Jugendschutzkontrollen im öffentlichen Bereich in Kooperation mit kommunalen Ordnungsbehörden
und Polizei

- Kontrollen bei Veranstaltungen, so auch bei den jährlichen Rosenmontagsumzügen

- Zukünftig soll es noch Kooperationen mit Ärzten und Kliniken geben (als Frühwarnsystem). Den betroffenen Eltern eine Flyer anbieten, bei denen sie Hilfe finden können.

- Kooperationen mit Krankenkassen finden
(Vernetzung und Intensivierung von Angeboten)

- Elternarbeit weiter ausbauen (Jugendhäuser mit einbinden)

- Weiterführende Zusammenarbeit mit den Schulen

Und man will die Prävention ausbauen. Dafür wird im September dieses Jahres der "Revolution-Train" auch in den Kyffhäuserkreis kommen. Auch wenn es durchaus Gegenstimmen gab, die 10.000 Euro pro Tag sind trotzdem gut angelegt.

Aber auf eines machte die Diskussion auch aufmerksam: Wichtig ist die Prävention bei den Eltern und deren Vorbildwirkung. Suchtverhalten der Eltern färbt auf die Kinder ab.
Und eines gilt es zu bedenken, der Alkoholmissbrauch von Kindern findet mehr im privaten Bereich statt, als, wie manche Eltern befürchten, in Jugendeinrichtungen oder Discos statt.

Und Eltern sollen sich nich scheuen, Hilfe auch über das Jugend- und Sozialamt holen. Rufen Sie bei Jeffrey Schulz unter der Nummer 03632/741-636 an.
Das Jugend- und Sozialamt ist keine Kinderklaubehörde, das wurde in der Diskussion noch mal klargestellt. Aber oft sind leider manche Eltern bei bei dem Thema Drogen überfordert, egal ob es Alkohol, Nikotin oder auch härtere Drogen sind. Hilfe kann hier wichtig sein!
Autor: khh

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