Das ist kein Spaß mehr!
Mittwoch, 20. Juli 2011, 09:40 Uhr
Als kn gestern im Artikel Die reinste Katastrophe schwere Mängel im Radtourenplaner Thüringens kritisierte, kamen Hinweis in der Form, man solle sich wegen ein paar schlechter Wege nicht so aufregen. Muss man aber, und hier der Beweis...
Der Thüringens Radtourenplaner ist als Instrument selbst sehr gut. Das Instrument steht und fällt aber mit den Wegen, die im Radtourenplaner eingearbeitet wurden. Und das ist das Problem des Radtourenplaner, es wurden fast alle, aber wirklich fast alle Straßen und Wege in Wald und Flur als potentielle Fahrradwege ausgewiesen, unabhängig, ob diese Wege überhaupt für Fahrrad geeignet sind oder nicht, der gestrige Artikel zeigte es. Es geht aber noch schlimmer.
Gibt man in den Radtourenplaner die Route Sondershausen - Bendeleben ein, die dortige Orangerie ist ja wirklich sehr sehenswert, sollte dann aber nicht die Option
"kürzeste Route über alle Straßen und Wege"
wählen!!!!
Wer sich etwas in Sondershausen und Umgebung auskennt, der merkt an Hand der Route auf der Karte, man wird volles Programm über den Truppenübungsplatz und noch schlimmer Truppenschießplatz "Dickkopf" bei Sondershausen geleitet!!!! Und da hört der Spaß aber auf.
Leider ist das kein Einzelfall, sondern Methode. Wer von Seehausen (Ortsteil Bad Frankenhausen) sich mal die Route nach Bilzingsleben anzeigen oder gar die GPS-Daten abspeichern lässt, wird schlicht und einfach über den Truppenschießplatz Bad Frankenhausen geleitet. Die jeweiligen Standortkommandeure werden das mit Sicherheit nicht lustig finden, im Gegenteil.
Schon mit dem Anzeigen dieses Weges dürfte sogar der Tatbestand des Verleitens zu einer strafbaren Handlung erfüllt sein!
Wie oft geistern durch die Medien Meldungen, wonach Nutzer von GPS-Geräten sich blindlings auf ihre Daten verlassen haben, egal ob da mal ein Sperrschild stand oder nicht. In den beiden oben genannten Fällen findet man sich vielleicht plötzlich als lebendige Schießscheibe wieder. Von Übertreibung kann da ja wohl nicht mehr die Rede sein, oder kann kn so schlecht Karten lesen?
Nicht ganz ungefährlich, besonders für mobile Internet-Junkies, ist eine andere Funktion des Radroutenplaners. Auf der Karte mit dem Mauszeiger einen Punkt auswählen rechte Maustaste benutzen und die Option "Startpunkt setzen" wählen. Das Gleiche dann mit dem Ziel machen. Da kann man nur hoffen, das da nicht jemand am Marienbrunnen bei Hachelbich steht und nach Westerengel will und sich dann die GPS-Daten runterlädt. Wer nach diesen Daten durchs Wolfstal fährt, fährt mal so einfach durch ein Munitionssperrgebiet. Ist für mobile Nutzer zum Glück nicht gefährlich, weil am Marienbrunnen kein Netz zu bekommen ist. Aber das kann sich ja ändern.
Die drei Beispiele zeigen wohl deutlich, beim Radtourenplaner Thüringen wurden offensichtlich planlos zu viele mögliche Wald- und Feldwege als potentielle Radwege eingestuft. Hier wurde nicht sortiert, was ist tauglich und was nicht. Sperrgebiete wurden vollkommen ignoriert! Hier muss im Sinne der Sicherheit schnellstens nachgebessert werden. So lange die Wegeliste nicht bereinigt wurde, sollte die Option "kürzeste Route über alle Straßen und Wege" gesperrt werden, damit, wenn es ungünstig läuft, nicht doch noch jemand zu Schaden kommt.
Karl-Heinz Herrmann
Autor: nnz/knDer Thüringens Radtourenplaner ist als Instrument selbst sehr gut. Das Instrument steht und fällt aber mit den Wegen, die im Radtourenplaner eingearbeitet wurden. Und das ist das Problem des Radtourenplaner, es wurden fast alle, aber wirklich fast alle Straßen und Wege in Wald und Flur als potentielle Fahrradwege ausgewiesen, unabhängig, ob diese Wege überhaupt für Fahrrad geeignet sind oder nicht, der gestrige Artikel zeigte es. Es geht aber noch schlimmer.
Gibt man in den Radtourenplaner die Route Sondershausen - Bendeleben ein, die dortige Orangerie ist ja wirklich sehr sehenswert, sollte dann aber nicht die Option
"kürzeste Route über alle Straßen und Wege"
wählen!!!!
Wer sich etwas in Sondershausen und Umgebung auskennt, der merkt an Hand der Route auf der Karte, man wird volles Programm über den Truppenübungsplatz und noch schlimmer Truppenschießplatz "Dickkopf" bei Sondershausen geleitet!!!! Und da hört der Spaß aber auf.
Leider ist das kein Einzelfall, sondern Methode. Wer von Seehausen (Ortsteil Bad Frankenhausen) sich mal die Route nach Bilzingsleben anzeigen oder gar die GPS-Daten abspeichern lässt, wird schlicht und einfach über den Truppenschießplatz Bad Frankenhausen geleitet. Die jeweiligen Standortkommandeure werden das mit Sicherheit nicht lustig finden, im Gegenteil.
Schon mit dem Anzeigen dieses Weges dürfte sogar der Tatbestand des Verleitens zu einer strafbaren Handlung erfüllt sein!
Wie oft geistern durch die Medien Meldungen, wonach Nutzer von GPS-Geräten sich blindlings auf ihre Daten verlassen haben, egal ob da mal ein Sperrschild stand oder nicht. In den beiden oben genannten Fällen findet man sich vielleicht plötzlich als lebendige Schießscheibe wieder. Von Übertreibung kann da ja wohl nicht mehr die Rede sein, oder kann kn so schlecht Karten lesen?
Nicht ganz ungefährlich, besonders für mobile Internet-Junkies, ist eine andere Funktion des Radroutenplaners. Auf der Karte mit dem Mauszeiger einen Punkt auswählen rechte Maustaste benutzen und die Option "Startpunkt setzen" wählen. Das Gleiche dann mit dem Ziel machen. Da kann man nur hoffen, das da nicht jemand am Marienbrunnen bei Hachelbich steht und nach Westerengel will und sich dann die GPS-Daten runterlädt. Wer nach diesen Daten durchs Wolfstal fährt, fährt mal so einfach durch ein Munitionssperrgebiet. Ist für mobile Nutzer zum Glück nicht gefährlich, weil am Marienbrunnen kein Netz zu bekommen ist. Aber das kann sich ja ändern.
Die drei Beispiele zeigen wohl deutlich, beim Radtourenplaner Thüringen wurden offensichtlich planlos zu viele mögliche Wald- und Feldwege als potentielle Radwege eingestuft. Hier wurde nicht sortiert, was ist tauglich und was nicht. Sperrgebiete wurden vollkommen ignoriert! Hier muss im Sinne der Sicherheit schnellstens nachgebessert werden. So lange die Wegeliste nicht bereinigt wurde, sollte die Option "kürzeste Route über alle Straßen und Wege" gesperrt werden, damit, wenn es ungünstig läuft, nicht doch noch jemand zu Schaden kommt.
Karl-Heinz Herrmann



