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Di, 00:03 Uhr
05.02.2013

Unstrut-Werra-Radweg mit Problemen?

Beim gestrigen kommunalpolitischen Stammtisch der Freien Wähler Sondershausen war ein beherrschendes Thema der Unstrut-Werra-Radweg mit einem überraschenden Ergebnis. Dem Radweg droht vielleicht Ungemach aus einer ganz unerwarteten Richtung.

Die Freien Wähler hatten sich dazu kompetente Vertreter Sven Tschapeller und Volker Stietzel vom Bauherrn, dem Kyffhäuserkreis, eingeladen. Nach der Begrüßung durch Helmut Nüchter (Stadtrat von Sondershausen) ging es auch gleich um das Hauptthema, wie ist der Bearbeitungsstand.

Nüchter verwies im Vorwort, dass die Freien Wähler ausdrückliche Befürworter sind, die stillgelegte Bahntrasse Sondershausen - Bad Frankenhausen als Radweg auszubauen. Bereits im Vorjahr hatte man bereits einen Vorstoß im Stadtrat von Sondershausen übernommen. Die Wiederaufnahme des Bahnverkehrs sei unrealistisch und wer solle die Kosten von mindestens 30 Millionen Euro übernehmen denn eine Wiederinbetriebnahme bedingt beim jetzigen Zustand der Strecke nahe zu einen Neubau.

Die beiden Vertreter des Landratsamtes erläuterten den Stand des Baus des Unstrut-Werra-Radwegs. Im westlichen Teil und auch im östlichen Teil sind die Probleme weitestgehend im Griff und die Trassenführung steht, sogar mit überraschenden positiven Aspekten, wie sich später noch rausstellte. Hauptproblem im Westen wird wohl sein, dass der Radweg bis an die Kreisgrenze ranggebaut wird, und dann im Unstrut-Hainich-Kreis eine Lücke im Weg sein wird, weil dort die Eigenmittel für die Förderung des Baus dargestellt werden können.

Hauptproblem bleibt allerdings das Wegstück Sondershausen - Bad Frankenhausen. Immer wieder ins Viesier genommen wurde, den Unstrut-Werra-Radweg auf die ehemalige Bahntrasse zu legen. Leider wurde wohl zu oft geunkt, dass schafft ihr nie, die Entwidmung dauert Jahre usw. und sofort. Im April 2012 kam plötzlich doch noch Bewegung in die Sache. Curth von der Regionalbahn signalisierte, dass man als Pächter nicht mehr interessiert seid, die Bahnstrecke weiter zu betreiben.

Nach Gesprächen mit der Bahn und einer öffentlichen Ausschreibung bei, welcher der Landkreis gleich mit zwei Angeboten dabei war (ein Mal allein und einmal mit Vertragspartnern) kam Bewegung in die Sache. Der Landkreis war bei der Ausschreibung erfolgreich. Vor 14 Tagen wurde Gespräche geführt mit folgenden Inhalt:

In den nächsten Tagen werden die Verträge unterschrieben. Die Bahn wird sogar noch im Februar einen Baumschnitt durchführen (wichtig im zugewachsenen Teil in der Region Sondershausen) um den Rückbau der Strecke überhaupt vornehmen zu können. Bei den Preisverhandlungen wurde für das Bahngelände ein günstiger Preis erzielt. Die Schienen bleiben allerdings Eigentum der Bahn und werden auch von der Bahn zurückgebaut.

Auch mit den Kommunen konnte in den letzten Tagen Einigung erzielt werden, dass es vorteilhaft ist, für einen Fernradweg möglichst eine frei von starken Steigungen notwendige Trasse zu legen. Auch die Stadt signalisierte, dass sie das Projekt Bahnstrecke unterstützen wird. Der Radweg wird dann schon ab der Schrader-Straße in Sondershausen auf dem Bahngelände gebaut werden. Weil es durch die Stadt geht und es ein Fernradweg des Verkehrswegeplans Thüringens sein wird, soll auch hier die 90-Prozentförderung greifen, so dass auch Sondershausen als Kommune "nur mit geschätzten 150.000 Euro dabei sein wird.

Und wo liegt das Problem? Kurioserweise beim Freistaat Thüringen!!!

Obwohl man seit Jahre signalisiert hatte, der Fernradweg sei ein wichtiger Punkt in der Umsetzung des Verkehrswegeplans (deshalb auch die Förderquote von 90 Prozent) stellt man sich zur zeit bei den Fördermitteln quer. Obwohl der Landkreis nun alle Bedingungen für den durchgehenden Radwegebau geschaffen hat, kommen jetzt nicht die nötigen Unterlagen zur Antragstellung für die Fördermittel. Während das Verkehrsministerium bereits positive Signale gesendet hat, herrscht im Wirtschaftsministerium noch "Funkstille". Und das ist fatal, denn der Wirtschaftsminister hat in der Thüringer Aufbaubank weitgehend das "Sagen". Und die Aufbaubank ist Ausreicher der Fördermittel.

Auch wenn die Förderbescheide bald kommen, bleibt es ein Kraftakt für den Kreis, so Stietzel und Tschapeller. Ohne Förderbescheide keine Ausschreibungen der Bauleistungen und das Vergaberecht ist einzuhalten so Sören Hauskeller, Bauamtsleiter des Kyffhäuserkreises. Wenn das Land Thüringen nicht mehr zu seinen Fördermittelzusagen steht, dann kann es recht teuer für den Kyffhäuserkreis werden.

Die bisher ausgegebenen Fördermittel müssten dann zurück gezahlt werden, denn sie sind an die Bedingung geknüft, dass bis 31.12.2013 der Radweg durchgängig befahrbar ist. Die jetzt noch nicht gebauten Strecken ohne Fördermittel bauen zu wollen sei bei der Finanzlage illusorisch.

Die Freien Wähler betonten in einem Gespräch mit kn, es sei sehr wichtig, bei dem zunehmenden Radverkehr, endlich eine sichere Trasse ohne wesentlich Steigungen zu haben, welche den Ostteil (Bad Frankenhausen) und den Westteil (Sondershausen) des Kyffhäuserkreises verbindet. Bleibt nur zu hoffen, dass die Probleme mit den Fördermitteln baldigst in Erfurt geklärt werden.

Über einige Aspekte der Anbindung der Sehenswürdigkeiten und weiteren interessanten Details der Streckenführung wird kn berichten.

Mehr zu diesem Thema hier: Toller Radweg für Kurstadt?
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