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Do, 23:10 Uhr
08.09.2011

Tafeln mit Problemen

Vertreter der Tafeln des Landes Thüringen trafen sich heute in Sondershausen zu ihrer zweiten Tagung in diesem Jahr...

Martin Oeltermann (Foto: Karl-Heinz Herrmann) Martin Oeltermann (Foto: Karl-Heinz Herrmann)

Auf der einen Seite sind die Tafeln ein wichtiger Bestandteil der Versorgung bedürftiger Bürger, auf der anderen Seite geht die Zahl derer zurück, welche die Tafeln unterstützen. Selbst bei noch vorhandenen Unterstützern geht die Hilfe zurück. Dazu trägt unter anderem dazu bei, dass wesentlich effektiver kalkuliert wird, und damit nicht mehr so viel an die Tafel geliefert wird. Der Vize-Vorsitzende des Landesverbandes, Martin Oeltermann (oben bei der Begrüßung), erklärte heute zum Ziel der Beratung:


Martin Oeltermann


Damit die Tafeln weiter zur Essensversorgung in Thüringen beitragen können, fordern die Tafeln mehr Hilfe vom Land und den Kreisen. Landesweit gibt es 32 Tafeln in Thüringen. Aus dem Norden Thüringens waren u.a. Marion Schmidt (Sondershausen), Helga Rathenau und Jutta Nitschke (Nordhausen), sowie Karin Franke (Artern) vertreten.

Begrüßt wurde die Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus ganz Thüringen im Hasenholz-Oestertal-Center (quasi Hausherr) vom Geschäftsführer der FAU Sondershausen Lothar Hildesheim. Die 1. Beigeordnete des Sondershäuser Bürgermeisters, Cornelia Kraffzick dankte besonders den vielen ehrenamtlich in den Tafeln tätigen Mitarbeitern, die erst das Funktionieren sichern. Auch wenn in Sondershausen zurzeit zwei Bürgerarbeiter in der Tafel tätig sind, ohne den Ehrenamtlichen wäre die Arbeit nicht zu bewältigen.

Sozialdezernent Georg Schäfer vom Landratsamt machte darauf aufmerksam, dass sich die Bedingungen für die Tafeln objektiv verschlechtert haben. Kritik äußerte er an dem Bildungs- und Teilhabepaket, dass an vielen Stellen ein zu hoher bürokratischer Aufwand notwendig ist.
Tagung der Thüringer Tafeln (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Tagung der Thüringer Tafeln (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Tagung der Thüringer Tafeln (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Tagung der Thüringer Tafeln (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Tagung der Thüringer Tafeln (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Tagung der Thüringer Tafeln (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Tagung der Thüringer Tafeln (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Tagung der Thüringer Tafeln (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Autor: khh

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Kommentare
Sissi
09.09.2011, 09:03 Uhr
Tafeln
Gebt den Leuten Arbeit, und einen anständigen Lohn, dann brauchten wir keine Tafeln. Vor der Wende brauchten, und hatten wir auch keine Tafeln.
Herr Taft
09.09.2011, 11:05 Uhr
Tafeln - @sissi
...und dafür war dann die DDR pleite !

Es hatten zwar (offiziell) alle einen Job, aber gesamtwirtschaftlich konnte der Arbeitsaufwand nicht gedeckt werden. Im Übrigen lief das in der restlichen sozialistischen Welt genauso (Russland, Polen und Cuba). Das Modell hat versagt !

Ich sag Ihnen auch warum: Die Triebfeder, die die menschliche Gesellschaft immer wieder weiter gebracht hat ist der reine, unverfälschte EGOISMUS ! Der Antrieb für Innovation und Fortschritt ist das
Streben jedes Einzelnen nach MEHR (Geld, Macht, Freiheit oder was auch immer). In wenigen Fällen ist auch IDEALISMUS ein Thema, der Drang etwas entscheidend seinen Vorstellungen entsprechend zu verbessern - und damit sein EGO zu befriedigen...
Und diese Triebfeder war im Sozialismus genau das, was auf der schwarzen Liste stand.

Mit Altruismus wurde noch nie irgendeine Gesellschaft voran gebracht.

Die Tafeln und die meisten anderen sozialen Einrichtungen sind eine Notwendigkeit. Hier unterscheidet sich der Mensch vom Tier. In der Tierwelt wird eine Herdenmitglied, das nicht Schritt halten kann gnadenlos zurück gelassen. Der Mensch tut das nicht und das ist gut so.
Harzer_Wolf
09.09.2011, 12:07 Uhr
Unerträglich
diese Polemik und die altbekannten Sprüche. Herr Nussbaum, die DDR ist seit 22 Jahren ad acta ( ob mir das gefällt oder nicht ).

Wir leben HEUTE alle in der BRD. Wir leben im heute und jetzt. Es ist egal ob die DDR plaite war oder eine Scheinbeschäftigung hatte. Die Forderung von SISSI ist völlig rechtens. Dieser Staat hat für einen Mindestlohn zu sorgen und er hat auch für Atrbeitsplätze zu sorgen ( und damit meine ich keine Minijobs oder Leiharbeiter ).

Sgtändig höre ich im Radio oder sehe ich im TV wie gut es uns allen geht. Frau Merkel - rhetorisch gut geschult durch die Bildungsmaschinerie der DDR - hat erst vorgestern im Bundestag getönt, das nur Sie allein die AL - Zahl unter 3 Millionen bekommen hat. Erstmal hat Sie mal wieder gelogen, da die Zahl höher ist.
Und Zweitens kann man an den Tafeln z. B. sehen, wie schlecht es Menschen in Wirklichkeit geht. Frau Rathnau und Ihre Mitstreiter sind doch die Engel der Stadt. Ohne Sie wäre noch mehr den Bach herunter gegangen.

Ich fordere:

das Recht auf Arbeit im Grundgesetz
und dazu einen Mindestlohn, damit hier einige Unternehmer mal lernen, was eine Arbeitskraft wert ist.


PS: Auch im Tierreich werden nicht immer die Schwachen allein gelassen. Nur um bei Ihrem Bildnis zu bleiben. Die Regierung lässt die Schwachen allein. Einzig Leuten wie Frau Rathnau ist es doch zu verdanken, das wir nicht Bettler am Bahnhof stehen haben und Kinder verhungern.
TeeEff
09.09.2011, 12:25 Uhr
DDR war Pleite?
Das ist mehr als gewagt - klar sie hatte (wie alle Staaten eigentlich) Kredite aufgenommen - aber im Vergleich zu den 1,96 Billionen der heutigen BRD in lächerlicher Höhe!

Die Pro-Kopf-Verschuldung der DDR-Bürger betrug 1990 vor der Vereinigung 5.298 DM, die der Bundesbürger 16.586 DM.

Gemessen an der Wirtschaftsleistung und Wohlstand lag sie zu dieser Zeit in Europa auf Platz 4! (BRD, England, Frankreich, dann kam schon die diesen Ländern gegenüber kleine DDR)

Und mit 1 Mrd Finanzspritze von Franz Joseph Strauss, hat man noch fast 10 Jahre gelebt - so ein Betrag reicht heute nicht mal bis zum Mittag!

Wir wollen auch nicht vergessen das faktisch die gesamten Reparationen wie auch Demontagen in Folge des 2. Weltkrieges nur auf dem Gebiet der DDR stattfanden, man also systematisch ausgeblutet wurde und für die Kriegsfolgen allein auch in den 80ern noch haftete, während die BRD einen Marshallplan bekam und z.B. ihre Eisenbahnschienen und unzerstörten Industrieanlagen fast zu 100% behalten durfte!

Die DDR konnte auch am Ende durchaus noch ihre Verbindlichkeiten erfüllen und wenn man also sagt die DDR war Pleite - was ist die BRD bitte heute? (Pro Kopfverschuldung 24077 EUR oder etwa 47090 DM...)
TeeEff
09.09.2011, 12:41 Uhr
Nachtrag zwecks Zahlen
Im Herbst 1989 war die DDR mit 32,3 Mrd. DM im Westen verschuldet. 32,3 Mrd! Das Entspricht nicht einmal dem Wehretat eines Jahres der heutigen BRD.

Diesen Schulden standen Guthaben in Höhe von 17,9 Mrd. DM gegenüber. Zieht man diese Guthaben ab, bleiben ganze 14,4 Mrd. DM Schulden übrig.

Berücksichtigt man der Vollständigkeit halber das kumulierte Passiv-Saldo im Innerdeutschen Handel (IDH) in Höhe von 4 Mrd. DM und addiert es zu den Schulden, ergibt sich ein Gesamtdefizit von 18,4 Mrd. DM.

Das sind die Fakten!

Nehmen wir aber zur Sicherheit die Zahlen der Deutschen Bundesbank, die der DDR-Beschönigung unverdächtig sein sollte.

Die Bundesbank errechnete für Jahresende 1989 19,9 Mrd. DM Schulden.

Und ja, die DDR bediente bis zum letzten Tag ihrer Existenz alle Rückzahlungsverpflichtungen pünktlich, inklusive der Zinsen. Andernfalls wäre tatsächlich ein Staatsbankrott die Folge gewesen, wie z.B. 1995 in Mexiko oder 1998 in Russland, wo nur noch IWF-Kredite den Zusammenbruch vermeiden konnten.

Zeitweise zahlungsunfähig Ostblockstaaten waren Polen, Ungarn und Rumänien, nicht aber die DDR.

Am 1. Juli 1990 wurden die Gesamtschulden der DDR (Inland und Ausland) mit 86,3 Mrd. DM beziffert, die der BRD mit 924 Mrd. DM. Die Schuldenlast der Bundesrepublik hatte sich zwischen 1980 und 1990 — also lange vor den vereinigungsbedingten Ausgaben — verdoppelt!

Wie schon gesagt, betrug die Pro-Kopf-Verschuldung der DDR-Bürger 5.298 DM, die der Bundesbürger 16.586 DM. Nach der Vereinigung wurden die Schulden gesamtdeutsch verteilt: 12.841 DM je Bürger, d.h. jeder DDR-Bürger übernahm 7.543 DM Altschulden West...

Und diesen Zahlen stehen heute fast 2000 Mrd EURO Schulden der Bundesrepublik gegenüber...

Tut mir leid, aber Zahlen widersetzen sich leider einer Geschichtsrevision nachhaltig.
H.Buntfuß
09.09.2011, 13:08 Uhr
Deutschlands Schande
Es ist GUT und SCHLECHT zugleich, dass solche Artikel geschrieben werden müssen. Gut, weil sie darauf aufmerksam machen, dass es den meisten in Deutschland lebenden Bürgern immer schlechter geht und viele von ihnen auf die Tafeln angewiesen sind. Schlecht ist, dass für das IMAGE der DEUTSCHEN, die sich der Welt gern als eine heile und wundervolle Nation darstellen wollen.

Es ist eine große Schande für Deutschland, die regierenden geben Milliarden von Euro für Spenden aus, um andere Staaten zu retten, die wegen der Unfähigkeit ihre POLITIKER und WIRTSCHAFTSBOSSE vor dem RUIN stehen. Dem eigenen Volk dreht man den Geldhahn zu. Es ist der deutschen Polit- und Wirtschaftsriege völlig egal, ob und wie viel Personen auf die TAFELN angewiesen sind.

Im Gegenteil, man gibt damit auch noch an, dass diese Tafeln ins Leben gerufen wurden. Man preist sich als Wohltäter:“ schaut her, was wir für das Volk tun“. Dazu kann ich nur sagen: „Ihr solltet euch schämen, sorgt dafür, dass jeder ein Arbeit bekommt, von der er auch leben kann“. Ihre Tafeln und andere Wohltätigkeiten werden dann überflüssig.

Sehen wir uns doch die Realität an, die so genannten OBEREN ZEHNTAUSEND verdienen Millionen Euro im Jahr und der REST wird mit Hungerlöhnen abgespeist. Bevor jetzt jemand gleich los schreit und behauptet, dass jeder die gleichen Chancen hat, möchte ich ihm sagen, dass dieses auf keinen Fall so ist.

Sehen sie genau hin, dann werden sie erkennen, dass nur der weiter kommt, der gute bis sehr gute BEZIEHUNGEN hat. Alle anderen fallen durch die Maschen, natürlich gibt es hin und wieder ein paar Emporkömmlinge, oder solche die wirklich durch ihr Wissen und Können den Aufstieg schaffen. Der Normalfall ist das jedoch nicht, wie sagt der Volksmund:“Ausnahmen bestätigen die Regel.“

Sehen sie sich ihr Umfeld genau an vor allem die hohen und höheren Positionen. Schauen sie genau hin, wer mit wem verwandt, verschwägert,bekannt oder wer mit wem zu Tennis, Golf oder Reiten geht. Eins noch, hin und wieder muss man Ausnahmen machen, sonst würde die Oberschicht, wie früher der ADEL im Inzest oder der völligen Verblödung landen. Annahme des Schreibers.
NDHler
09.09.2011, 14:57 Uhr
Die gute alte DDR, das waren noch Zeiten...
Wenn das so ist wie hier beschrieben, dann frage ich alle Altkommunisten hier, warum ist denn das Volk auf die Straße gegangen und diese Diktatur abgeschafft? Wenn mal liest wie wohlhabend unsere gute alte DDR so war, frage ich mich wo die ganze Kohle war??? Wurde alles in hochwertige Grenzschutzanlagen investiert. Hochmoderne Selbstschutzanlagen zum Eigenschutz der Bevölkerung? Ich freue mich schon auf die Antworten. Alles für das Wohl des Volkes!
Peppone
09.09.2011, 16:38 Uhr
Tafeln sind was Schönes
für die, die ihre Stütze in Kippen, Bier, Crack, Gras und sonst etwas investieren. Nicht ganz so schön sind sie für die Opfer dieser Zeitgenossen, nämlich für deren Kinder. Man wird mich zwar hier gleich schlachten, aber man wird ja noch mal die Wahrheit sagen dürfen und ich werde es wohl überleben. ;-)

Klar, es wird immer wieder Menschen geben, die mit den ihnen zur Verfügung gestellten Transferleistungen in D nicht klar kommen. Wer aber mal ehrlich zu sich selbst ist erkennt, dass wir eines der engsten und besten Sozialsysteme der Welt haben. Bei uns verhungert kein Kind, wie hier einer weis machen will. Bei uns müßte ein Kind auch nicht hungern, wenn sich Eltern nur halbwegs kümmern.

Ansonsten sind's interessante Kommentare, die man hier so liest. Haben mit Tafel zwar nichts zu tun, aber wenn weitergerechnet wird, finden wir vielleicht noch die Schätze der ehemaligen DDR und sind dann der reichste Staat auf dieser Erde.
Janko
09.09.2011, 17:53 Uhr
20 jahre später
kann 20 jahre später nicht endlich dieser völlig verblödete mist mit den DDR-vergleichen unterlassen werden? wem nützt das denn im hier und jetzt noch? hört das echt erst auf, wenn die generation das sagen hat, die in den neunziger jahren geboren wurde? oder die generation um 2000? werden die derzeit geborenen menschen später noch immer in ost und west denken?

wem nutzen abhandlungen über die DDR-wirtschaft in einem artikel über fehlende mittel für die "tafel"? das ist doch nur nabelschau und politische statements- oder persönliche ansicht- verbreiterei.
die probleme im jetzt und hier müssten gelöst werden, aber das ist nicht möglich, solange noch an der x-beliebigsten stelle die alten "die DDR war scheiße vs. es war ja nicht alles schlecht, weil"- diskussionen aufeinanderprallen.

ermüdent, unnütz, unproduktiv.
Bodo Schwarzberg
09.09.2011, 18:21 Uhr
Armut ist dem System so eigen, wie Reichtum
Erinnern Sie sich noch an Pol.Ök., also Politische Ökonomie des Kapitalismus aus DDR-Zeiten? Da wurde u.a. der Grundwiderspruch des Kapitalismus gelehrt:

"Widerspruch zwischen dem gesellschaftlichen Charakter der Produktion und der privatwirtschaftlichen Verwaltung der Ergebnisse der Arbeit."

Da dieses Gesetz rein gar nichts mit roter Ideologie, sondern ausschließlich mit Fakten zu tun hat, ist er auch heute und das mehr denn je gültig. Von daher wundere ich mich ein wenig über die unrealistischen Forderungen hier: Nie wird es in diesem System genug Arbeit für alle geben. Auch die Forderung nach Mindestlohn und nach gleichzeitig neuen Arbeitsplätzen ist ein Widerspruch in sich. Mindestlohn bedeutet eine zusätzliche Belastung des Unternehmers, der das dafür notwendige Geld dann logischerweise an der Zahl der Arbeitsplätze einspart. Ich schreibe hier nicht als vielleicht Neoliberaler, der ich zum einen ganz und gar nicht bin, sondern einfach als nüchterner Analysator. Armut ist dem System eigen wie der Reichtum Weniger und sie wird es immer geben.
Sie ist maximal abzufedern, was ja bei uns, ganz im Gegensatz zu vielen anderen Ländern auch geschieht. Unser Sozialsystem ist eines der besten der Welt. Es ist nicht selbstverständlich, das sollten wir nicht vergessen! Von daher verstehe ich die Jammerei hier nicht.
Und das Land hat auch keine andere Wahl, als die Folgen des oben genannten Grundwiderspruches auszugleichen. Daran hängt der soziale und gesellschaftliche Frieden ganz entscheidend. Angesichts der leeren Kassen erscheint es aber unbdeingt notwendig, dass der Staat auch die explosive Schere zwischen Arm und Reich per Gesetz auszugleichen sucht. Diejenigen, die am meisten vom Grundwiderspruch des Kapitalismus profitieren, also die oberen zehn Prozent, sollten einen deutlich höheren Beitrag zur Aufrechterhaltung des Sozialsystems leisten.
Da gegenwärtig keine auf den Menschen zugeschnittenere Gesellschaft in Sicht ist, als die, die wir haben, halte ich diesen Ausgleich für den sozialen Frieden sogar für entscheidend (Stichwort: Reichensteuer).
Denn nichts wäre schlimmer für das Land, als Satellitenstädte voll noch mehr verarmter, frustrierter und dadurch oft zu kriminellen Handlungen bereiter Menschen.
Zu dem Tafeln: Das Ehrenamt Derjenigen, die die sie am Leben halten kann gar nicht hoch genug bewertet werden. Die hier beschriebene Tatsache, dass den Tafeln immer weniger Produkte zur Verfügung stehen, zeigt ja zugleich die Notwendigkeit auf, nach neuen Finanzierungsquellen zu suchen. Dieser Mangel unterstreicht abermals die Notwendigkeit, die Reichen, die ja erst die Armen durch Rationalisierung verursacht haben, zur Kasse zu bitten. Sie haben vom System am meisten und im wahrsten Wortsinn profitiert. Von daher halte ich z.B. eine direkte Finanzierung der Tafeln durch Millionäre und Multimillionäre für angezeigt und gerechtfertigt.
TeeEff
09.09.2011, 22:07 Uhr
Gute Fragen wurden aufgeworfen!
Wo ist das Geld der DDR hin und wofür wurde es eingesetzt?

Nun, in das gesamtdeutsche Bett ist die DDR wahrlich nicht als arme, mittellose Braut gezwungen worden. Zu ihrer ansehnlichen Mitgift gehörte ein volkseigenes Gesamtvermögen von rund 1,5 Billionen DM, von dem ein großer Teil bereits in den ersten Ehejahren zum Nutzen der Reichen und zu Lasten der Steuerzahler verschleudert wurde.

Allein den Wert der volkseigenen Betriebe hatte Detlev Karsten Rohwedder, zweiter Chef der »Treuhand«-Anstalt, auf etwa 600 Milliarden DM geschätzt, und auch der in Finanzfragen nicht unbedarfte Oskar Lafontaine hatte den zu erwartenden Erlös aus der Privatisierungstätigkeit der Anstalt auf 500 bis 1000 Milliarden DM beziffert.

Doch was passierte dann?
Rohwedders Nachfolgerin Birgit Breuel machte daraus dann in einer historisch einmaligen Umverteilungsaktion von unten nach oben, von Ost nach West ein Defizit (!) von 270 Milliarden DM, das die Schuldenlast des Bundes um eben diese Summe schwerer machte. Und eben weil die »Treuhand« fast die gesamte DDR-Industrie zerstörte, ist jetzt Jahr für Jahr der Milliarden-Transfer nach Ostdeutschland erforderlich, um zum Beispiel für die Langzeitarbeitslosen eine kärgliche soziale Hilfe zu finanzieren.

Beantwortet das einige ihrer Fragen NDHler?
NDHler
10.09.2011, 07:58 Uhr
Nein TeeEff
Meine Fragen richten sich nicht auf die Zeit nach der DDR sondern während der DDR. Warum wurde damals nicht das Geld eingesetzt um und DDR Bürgern ein besseres Leben zu gönnen. Warum gab es dann solche menschenunwürdige Altenheime wie den Sichenhof? Warum hat man mit diesem Geld nicht die Forschung und die Wirtschaft gefördert?

Ich glaube, dass das man dieses Geld von dem Sie sprechen sich mühevoll über einen langen Zeitraum angehäuft hatte. Es auszugeben wäre fatal gewesen, weil Nachschub nicht so einfach zu beschaffen war. Man hatte das Geld, stimmt, aber es gab keinen regelmäßigen Geldfluss!

Warum sprechen Sie hier nicht auch die Machenschaften des Herrn Alexander Schalck-Golodkowski an, dessen Lebenswerk darin bestand alles zu verscherbeln was Devisen einbringen könnte. Sie schauen mir etwas zu sehr durch die alte SED Brille, Sie sollten aber das Gesamtbild betrachten.
Harzer_Wolf
10.09.2011, 12:40 Uhr
Bodenlose Frechheit 2
@ Hubertus... es wird einige Leute geben, die die Tafeln besuchen und trotzdem dem Alkohol verfallen sind. Jedem hartz 4 - Empfänger als drogensüchtig oder alkoholabhängig dazustellen ist wieder ihr Niveau. Ein anderes haben Sie sicher nicht. Ich hatte auch vor einigen Jahren das Vergnügen das Staatsalmosen zu empfangen. Deswegen war ich kein Trinker oder Crackraucher. Was Sie heir loslassen ist eine Diskriminierung von Millionen von Menschen.

Und ja ... vielleicht verhungert wirklich in diesem tollen Land kein Kind. Dann aber sicher, weil es Menschen gibt, die die Tafeln versorgen und Menschen die die Tafeln betreiben. Menschen wie diese sind 10 x mehr wert als jeder einzelne Politiker.

PS: Wir können allerdings auch gern mal nach Köln und Berlin fahren und uns die bettelnden und hungernden deutschen! Kinder in den betreffenden Stadtbezirken anschauen. Aber dazu sind sie ja zu feige!
TeeEff
10.09.2011, 12:51 Uhr
Fragen über Fragen
Nun auch wenn das hier ja kein Chat ist, möchte ich das beantworten.

Zum einen sprach ich bereits von den Werten die in den volkseigenen Betrieben steckten, die hinterher alle, sogar mit Anhäufung eines massiven Defizits verschleudert wurden. Drin steckten etliche der Werte und Gelder.

Dann erwähnte ich die Reparationen, als Kriegsfolge - wobei ja eine gewissen angeblich christliche Partei nichts mehr von Adenauers Worten 1947 "Lieber das halbe Deutschland ganz als das ganze Deutschland halb!" die einen Teilungsplan erahnen liesen wissen will und bestreitet das die Teilung eine direkte Folge des Krieges war. Wahrscheinlich waren die Alliierten nur zum Spass nach Deutschland gekommen...Ja, die Reparationen waren ein beständiger Aderlass in der DDR.

Die Geschichte vom in der DDR gebauten Schiff, mit dem man nach Afrika schipperte um Südfrüchte oder Erze zu laden, dann in die SU weiterfuhr und am Ende nur mit der Bahn zurück kam, kamen nicht von ungefähr.

Aber kommen wir noch zu den anderen Dingen.

Heute ist es doch so, dass die reiche Bundesrepublik sich noch weniger als früher imstande sieht, das zu finanzieren, was sich einst die "arme DDR" geleistet hat.

Wo also ging das Vermögen hin? Ich spreche nicht nur vom subventionierte Fünf-Pfennig-Brötchen oder der 20-Pfennig-Fahrkarte für Bus und Straßenbahn, U- und S-Bahn, den 14-Tage-Aufenthalt im FDGB-Ferienheim für 30 Mark oder die Zugverbindung in den letzten Winkel des Landes.

Sondern auch von:
- Vollbeschäftigung und keine Angst um den Arbeitsplatz
- niedrige Mieten und keine Obdachlosigkeit
(Ja der Wohnungsbau war immer ein Hauptproblem durch die massiven, wohl geplanten Zerstörungen der Westalliierten in der zukünftigen SBZ noch in den letzten Kriegswochen, um diese zukünftig zu schwächen.)
- niedrige Tarife für Strom, Gas, Wärme, Wasser und Entwässerung
- niedrige, langfristige Pachten für Wochenendgrundstücke und Kleingärten
- umfassende Fördermaßnahmen für Frauen und Jugendliche, junge Eheleute und kinderreiche Familien
- Abgabe von Medikamenten und Krankenhausaufenthalte ohne Zuzahlung, vorbildliche Betreuung von Schwangeren
- ein dichtes Netz von Theatern, Orchestern, Museen, Bibliotheken, Kulturhäusern und Klubs für die Jugend
- niedrige Preise für Bücher, Zeitungen und Zeitschriften sowie für die Benutzung von Bibliotheken, für Kino-, Theater-, Konzert- und Museumsbesuche
- weitgehende Chancengleichheit im Bildungswesen, unentgeltlicher Besuch aller staatlichen Bildungseinrichtungen, Stipendien für alle Studenten unabhängig vom Einkommen der Eltern
- unentgeltliche Kinderbetreuung, minimale Preise für Essen und Milch in Kinderkrippen und -gärten sowie für Schulspeisung und Teilnahme an Ferienlagern
- ein entwickeltes System der Berufsausbildung ohne Mangel an Ausbildungsplätzen und nahtloser Übergang in den erlernten Beruf
- vorbildliche gesundheitliche Betreuung der Kinder und Jugendlichen von obligatorischen Schutzimpfungen bis zu wiederkehrenden prophylaktischen Untersuchungen auf allgemein- und zahnmedizinischem Gebiet.

Ja und solche Dinge kosten.
Und genau da sind auch viele der Gelder hingegangen!
Aber es sind auch Dinge die die ach so tolle BRD heute nicht leisten will, weil einigen wenigen Profitmaximierung wichtiger ist.

Natürlich gab es auch Schattenseiten und Schwachpunkte.
Aber Sie tun so, als wenn es die wo anders nicht gab!
Schauen sie sich doch heute mal das (britische) Gesundheitssystem an. Oder die recht hohe Kindersterblichkeit einiger der höchstentwickelten Nationen!
Oder auch deren Altenpflege, oder Notwendigkeit von Suppenküchen/Tafeln für Millionen!

Sie sollten mal nach Detroit fahren und sich dort die Armut ansehen - mehr Leute leben in dieser Millionenstadt heute von Sozialhilfe und Almosen, als es dort Autos gibt!

Und was ist den mit der bis Ende der 60er existierenden Rassentrennung in den USA?
Oder den in 50er, 60er, 70er geführten Kriegen in Algerien z.B., oder den Massakern beim Niedergang des Empires?

Und ich will auch nicht verschweigen das LEIDER auch viel zu viel Geld in die Rüstung ging!
Aber leider war das auch notwendig. Den wie man bereits 1991 im ersten Golfkrieg sehen konnte, waren die westlichen "Demokratien" nur zu schnell bereit, einem deutlich unterlegenem Gegner an den Hals zu fallen - so sie nur irgendwie sicher sein konnten zu gewinnen.
Lügen, Fälschen und die Bürger hinters Licht führen war und ist ihnen dabei immer mehr als recht.
Und man kann ja wirklich nicht sagen das sich z.B. im Irak die Lebensbedingungen in den letzten 20 Jahren "Freheitsbemühungen" verbessert haben...

Das hat übrigens mit SED-Brille nichts zu tun. Die teils erschreckenden Wahrheiten ändern sich nämlich dadurch nicht, sondern sind für alle die sie sehen WOLLEN, immer noch da!

Und z.B: über den Verfall Afrikas in den letzten 20 Jahren will ich gar nicht erst reden...
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