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Di, 20:14 Uhr
15.11.2011

"Herz unter Druck"

Das zweite Arzt-Patienten-Seminar im DRK Krankenhaus Sondershausen, heute zum Thema Bluthochdruck war ein voller Erfolg und verlangt nach einer Fortsetzung.

Der Bluthochdruck ist eine der häufigsten Erkrankungen in Deutschland und weltweit. Nicht umsonst wurde deshalb deutschlandweit die Aktion "Herz unter Druck" gestartet, denn nach Schätzung haben in Deutschland zwischen 18 und 35 Millionen Menschen einen zu hohen Blutdruck.
Er ist der wichtigste Risikofaktor für den Schlaganfall, der in Deutschland pro Jahr etwa 250.000mal auftritt. Weitere katastrophale Folgen eines nicht behandelten Bluthochdrucks sind ein Herzinfarkt, die Herzschwäche, Herzrhythmusstörungen, ein Nierenversagen oder sogar eine Erblindung.

"Herz unter Druck" (Foto: Karl-Heinz Herrmann) "Herz unter Druck" (Foto: Karl-Heinz Herrmann)

Diese Probleme haben sich natürlich auch bis Sondershausen herumgesprochen. Da war es kein Wunder, das Priv.- Doz. Dr. med. Ulrich Lotze, der Chefarzt der Abteilung Innere Medizin des DRK Krankenhauses, förmlich von den interessierten Zuhörern erdrückt wurde. Einige Besucher wollten nicht warten bis weitere Stühle herangetragen wurden und sind leider gegangen, denn sie haben mit Sicherheit nicht nur einen interessanten sondern auch sehr wichtigen Vortrag verpasst.

Nach Begrüßung und Einführung informierte Dr. med. Anja Stracke, Oberärztin der Abteilung Innere Medizin zur Häufigkeit und Bedeutung des Bluthochdruckes, dabei führte sie aus, dass leider viele Männern und Frauen in Deutschland immer noch nicht ihren Blutdruck, kennen, weil sie ihn nicht messen lassen. Dabei ist der Bluthochdruck eine heimtückische Erkrankung, die man jahrelang nicht merkt, so daß sie dann unbehandelt bleibt. Viele Menschen bemerken häufig nicht mal den hohen Blutdruck, weil er leider nicht weh tut und häufig nur mit unscheinbaren Symptomen wie hoch rotes Gesicht, Kopfschmerzen u.ä. Weitere mögliche Symptome sind Schwindel, Übelkeit, Nasenbluten (Epistaxis), Abgeschlagenheit und Schlaflosigkeit.

"Herz unter Druck" (Foto: Karl-Heinz Herrmann) "Herz unter Druck" (Foto: Karl-Heinz Herrmann)

Über diagnostische Schritte beim Bluthochdruck - an was muss man denken, wie misst ma ihn richtig informierte Dipl.-Med. Hans Herdan, Leitender Oberarzt der Abt. Innere Medizin. Auf der Basis Stiftung Warentest gab es auch Tipps für die Anschaffung eines Blutdruckmessgerätes und vor allem auch dessen richtige Nutzung. Rege genutzt wurde die anschließende Fragerunde, bevor es in eine kurze Pause ging. Die war aber für einige Teilnehmer sicher sehr lehrreich. In der Pause zwischen den Vorträgen bestand auch die Gelegenheit zur Blutdruckmessung. Und da sagte Dr. Lotze im Nachgang, hier haben wir schon einige Ansatzpunkte von hohem Blutdruck ermittelt.

Danach stellte Dr. Lotze währte und neue Behandlungsmethoden beim Bluthochdruck vor. Er machte den Anwesenden auch klar, eine Messung ist keine Messung. Auf die regelmäßige Kontrolle komme es an. Je älter man wird, desto häufiger sollte der Blutdruck kontrolliert werden. Ab dem 60. Lebensjahr hat jeder Zweite einen zu hohen Blutdruck, bei Menschen in hohem Alter sind es 80 % und oft mehr. Ein nicht erkannter Bluthochdruck kann schwere Folgen haben. So kommt es leider bei sehr vielen Menschen zu einer unbemerkten schwerwiegenden Schädigung von Gehirn, Herz, Niere und Augen. Bei nur weniger als der Hälfte der Menschen mit einem hohen Blutdruck ist er als solcher bekannt und nur ein Viertel wird ausreichend behandelt, warnte Dr. Lotze.

"Herz unter Druck" (Foto: Karl-Heinz Herrmann) "Herz unter Druck" (Foto: Karl-Heinz Herrmann)

Dr. Lotze wies auf alternative Möglichkeiten der Blutdrucksenkung hin. Solche Mittel wie Knoblauch oder dunkle Schokolade können die Senkung nur unterstützen. Sie sind aber kein Ersatz für blutdrucksenkende Medikamente! Breiten Raum nahm auch ein, wie mit gesunder Lebensweise Blutdruck verhindert oder zumindest gesenkt werden kann, so moderater Ausdauersport, mediterrane Küche mit viel Obst, Gemüse und Fisch, aber weniger Fleisch. Gewarnt wurde auch vor einem zu hohem Salzkonsum.

Die Öffentlichkeit über die Gefahren des Bluthochdruckes zu informieren und auf die Wichtigkeit der regelmäßigen Blutdruckmessung aufmerksam zu machen wurde mit diesen Vorträgen voll erreicht. Hätte ich mit so einem Ansturm gerechnet, so Dr. Lotze im Gespräch mit kn, wäre es doch besser gewesen, in den Carl-Schroeder-Saal zu gehen. Beim hoffentlich dritten Seminar dieser Art sollte man lieber riskieren ein paar Sitze frei zu haben, als dass wie heute einige möglich Teilnehmer zu früh abgerückt waren.
"Herz unter Druck" (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
"Herz unter Druck" (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
"Herz unter Druck" (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Autor: khh

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