Di, 12:53 Uhr
03.01.2012
Arbeitsmarkt-Reaktionen (2)
Die erste Reaktion aus dem Lager der Tarifparteien erreichte unsere Redaktion vom Thüringer DGB. Dessen Chef fordert ein schnelles "Anpacken der Hausaufgaben" und wir habe uns das Hausaufgabenheft mal genauer angesehen...
DGB-Chef Körzell fordert schnelles Anpacken der arbeitsmarktpolitischen Hausaufgaben, damit der Arbeitsmarkt in 2012 gut und stabil aufgestellt ist. Der Fokus muss dabei auf die Jungen und Alten gelegt werden.
Aus Sicht des DGB Hessen-Thüringen bieten die aktuellen Arbeitsmarktzahlen wenige Überraschungen. Der Bezirksvorsitzende Stefan Körzell sagte: Zum Jahreswechsel war nicht mit vielen Überraschungen auf dem Arbeitsmarkt zu rechnen. Wir müssen diese Phase nutzen, um mit Schwung die Hausaufgaben für 2012 zu machen.
Die Herausforderungen für den Arbeitsmarkt liegen 2012 an den Rändern. Wir müssen die arbeitsmarktpolitischen Instrumente schärfen, damit Junge und Alte nachhaltig in den Arbeitsmarkt integriert werden. Der DGB dringt auf Konzepte für die Beschäftigung älterer Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Die Langzeitarbeitslosigkeit Älterer bleibt ein zentrales Problem. Nicht zuletzt vor dem Hintergrund der Umsetzung der Rente mit 67 muss hier eine arbeitsmarktpolitische Lösung gefunden werden, damit Betroffene am Ende nicht doppelt bestraft werden: durch Arbeitslosigkeit und spätere Rentenkürzungen.
Neben den Alten müssen auch die Jungen in den Blick genommen werden. Hier gilt es, darauf zu achten, dass junge Menschen ohne Berufsabschluss nachqualifiziert werden. Zehntausende junge Menschen haben noch ein ganzes Berufsleben ohne Berufsabschluss vor sich. Hier brauchen wir Konzepte für eine nachholende Qualifizierung, damit diese Menschen eine dauerhafte Jobperspektive haben und wir jetzt die Qualifikationen sichern, die wir in Zukunft brauchen werden.
Zu den Hausaufgaben gehört für den DGB auch, dass sich angesichts unklarer wirtschaftlicher Rahmenbedingungen auf mögliche Krisenerscheinungen am Arbeitsmarkt vorbereitet werden muss. Falls es in 2012 doch zu einer Krise kommen sollte, müssen wir vorbereitet sein, fordert Körzell. Dabei zeigen die Erfahrungen aus der letzten Krise, mit welchen Instrumenten Beschäftigung effektiv gesichert werden kann. Die guten Regelungen zur Kurzarbeit waren Kernstück der Beschäftigungssicherung in der letzten Krise. Wir sollten diese Regelungen wieder einsetzen, damit das Instrument Kurzarbeit beim nächsten Einsatz nicht stumpf ist.
Die Überlegungen zur Kurzarbeit will Körzell ausdrücklich nur als Vorsichtsmaßnahme verstanden wissen: Ich gehöre nicht zu denen, die eine Krise herbeireden wollen. Die Rückmeldungen aus den Unternehmen sind insgesamt weiter gut. Und die Glaskugeln der Wirtschaftsforscher sind ohnehin ein zweifelhafter Ratgeber. Vor der letzten Krise haben die auch alles gesehen bis auf eine Krise! Deshalb blicke ich zuversichtlich ins Jahr 2012.
Mit Interesse wartet Körzell jetzt schon auf die Arbeitsmarktzahlen im Februar: Ich hoffe, dass nach dem Weihnachtsgeschäft und den abgearbeiteten Reklamationen nicht viele Saisonarbeitskräfte wieder arbeitslos sind. Nach meinen Erfahrungen sind es insbesondere Frauen, die im Weihnachtsgeschäft in geringfügigen Beschäftigungsverhältnissen eingestellt und dann auch schnell wieder rausgesetzt werden. Deshalb haben wir in der Vergangenheit immer wieder gefordert, dass jede Beschäftigung ab dem ersten Euro sozialversicherungspflichtig sein muss.
Autor: nnzDGB-Chef Körzell fordert schnelles Anpacken der arbeitsmarktpolitischen Hausaufgaben, damit der Arbeitsmarkt in 2012 gut und stabil aufgestellt ist. Der Fokus muss dabei auf die Jungen und Alten gelegt werden.
Aus Sicht des DGB Hessen-Thüringen bieten die aktuellen Arbeitsmarktzahlen wenige Überraschungen. Der Bezirksvorsitzende Stefan Körzell sagte: Zum Jahreswechsel war nicht mit vielen Überraschungen auf dem Arbeitsmarkt zu rechnen. Wir müssen diese Phase nutzen, um mit Schwung die Hausaufgaben für 2012 zu machen.
Die Herausforderungen für den Arbeitsmarkt liegen 2012 an den Rändern. Wir müssen die arbeitsmarktpolitischen Instrumente schärfen, damit Junge und Alte nachhaltig in den Arbeitsmarkt integriert werden. Der DGB dringt auf Konzepte für die Beschäftigung älterer Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Die Langzeitarbeitslosigkeit Älterer bleibt ein zentrales Problem. Nicht zuletzt vor dem Hintergrund der Umsetzung der Rente mit 67 muss hier eine arbeitsmarktpolitische Lösung gefunden werden, damit Betroffene am Ende nicht doppelt bestraft werden: durch Arbeitslosigkeit und spätere Rentenkürzungen.
Neben den Alten müssen auch die Jungen in den Blick genommen werden. Hier gilt es, darauf zu achten, dass junge Menschen ohne Berufsabschluss nachqualifiziert werden. Zehntausende junge Menschen haben noch ein ganzes Berufsleben ohne Berufsabschluss vor sich. Hier brauchen wir Konzepte für eine nachholende Qualifizierung, damit diese Menschen eine dauerhafte Jobperspektive haben und wir jetzt die Qualifikationen sichern, die wir in Zukunft brauchen werden.
Zu den Hausaufgaben gehört für den DGB auch, dass sich angesichts unklarer wirtschaftlicher Rahmenbedingungen auf mögliche Krisenerscheinungen am Arbeitsmarkt vorbereitet werden muss. Falls es in 2012 doch zu einer Krise kommen sollte, müssen wir vorbereitet sein, fordert Körzell. Dabei zeigen die Erfahrungen aus der letzten Krise, mit welchen Instrumenten Beschäftigung effektiv gesichert werden kann. Die guten Regelungen zur Kurzarbeit waren Kernstück der Beschäftigungssicherung in der letzten Krise. Wir sollten diese Regelungen wieder einsetzen, damit das Instrument Kurzarbeit beim nächsten Einsatz nicht stumpf ist.
Die Überlegungen zur Kurzarbeit will Körzell ausdrücklich nur als Vorsichtsmaßnahme verstanden wissen: Ich gehöre nicht zu denen, die eine Krise herbeireden wollen. Die Rückmeldungen aus den Unternehmen sind insgesamt weiter gut. Und die Glaskugeln der Wirtschaftsforscher sind ohnehin ein zweifelhafter Ratgeber. Vor der letzten Krise haben die auch alles gesehen bis auf eine Krise! Deshalb blicke ich zuversichtlich ins Jahr 2012.
Mit Interesse wartet Körzell jetzt schon auf die Arbeitsmarktzahlen im Februar: Ich hoffe, dass nach dem Weihnachtsgeschäft und den abgearbeiteten Reklamationen nicht viele Saisonarbeitskräfte wieder arbeitslos sind. Nach meinen Erfahrungen sind es insbesondere Frauen, die im Weihnachtsgeschäft in geringfügigen Beschäftigungsverhältnissen eingestellt und dann auch schnell wieder rausgesetzt werden. Deshalb haben wir in der Vergangenheit immer wieder gefordert, dass jede Beschäftigung ab dem ersten Euro sozialversicherungspflichtig sein muss.
