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Do, 13:30 Uhr
07.03.2013

Nachtspeicherheizung oder Energiewende?

Nachspeicherheizungen galten lange als modernes und kostensparendes Heizsystem. Heute sprechen Experten von einem „Auslaufmodell“, da sich diese Heizform als unwirtschaftlich und umweltschädigend herausgestellt hat...


Schätzungen von LBS Research zufolge werden noch rund 1,4 Millionen deutsche Haushalte mit elektrischen Nachtspeicherheizungen beheizt. Dabei übertrifft diese Form der Elektroheizung nicht nur den Ausstoß an schädlichen CO2-Emissionen im Vergleich zu Gas-, Öl- oder Holzheizung, sondern wird zudem stetig teurer. Kostete das Heizen mit Nachtstrom in den 90er Jahren noch 4 Cent pro Kilowattstunde hat sich der Preis heute auf bis zu 17 ct/kWh erhöht.

Aus Sicht von Ramona Ballod, Energieexpertin bei der Verbraucherzentrale Thüringen, sprechen drei Gründe für das Umsteigen auf eine alternative Heizungsart: "Die geplante Energiewende in Deutschland und der damit gesetzlich beschlossene Ausstieg aus der Atomkraft bis 2022, der enorme Preisanstieg beim Niedertarifstrom sowie die Regelungen der Energieeinsparverordnung (EnEV), die für alle vor 1990 installierten Nachtspeicherheizungen das Aus ab 2019 vorschreibt."

Angesichts absehbarer Nachzahlungen von mehreren Hundert Euro würden sich immer mehr Betroffene an die Energieberatung der Verbraucherzentralen wenden, um ihre eigene Energiewende zu planen. Ballod stellt fest: „Bei uns erkundigen sich derzeit sowohl Mieter und Eigentümer, deren Heizkosten deutlich gestiegen sind, als auch Vermieter, für die die Neuvermietung dieser Wohnungen schwerer wird“. In der Regel werden die veralteten Elektroheizungen auf Warmwasser-Verteilsysteme umgestellt, was einen gewissen baulichen Aufwand in den Wohnungen voraussetzt. Idealerweise, so die Empfehlung der Expertin, erfolgt der Austausch im Zusammenhang mit weiteren Sanierungsmaßnahmen am Gebäude.

Bei der Frage nach den Umrüstungskosten verweist die Verbraucherzentrale auf ein gerade abgeschlossenes Modellvorhaben des Bundesbauministeriums, in dem sich die Umstellung von Nachtspeicherheizungen auf Gas-Brennwerttechnik oder Fernwärme meist als wirtschaftlich erwiesen hat. Für wenig empfehlenswert hält Ballod den Nachtspeicherersatz durch elektrische Infrarotheizungen: „Sie führen zwar zu einer gewissen Stromersparnis, laufen aber auf dem normalen Hochtarifstrom, so dass bei einem Durchschnittspreis von knapp 26 ct/kWh keine Entlastung bei den Betriebskosten zu erwarten ist. Auch ökologisch gesehen sind sie ebenso ungünstig wie die Nachtspeichermodelle.“

Die Energieberater der Verbraucherzentrale helfen bei allen Fragen zum Energieverbrauch - in einem persönlichen Gespräch in der nächstgelegenen Beratungsstelle oder bei Ihnen zu Hause. Beratung und Termine gibt es unter 0800 809 802 400 (kostenfrei). Eine Terminvereinbarung ist auch möglich unter 0361 555140.

Die Energieberatung der Verbraucherzentrale wird gefördert vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie.
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Kommentare

07.03.2013, 23.10 Uhr
altmeister | Na, wenn das so ist...
wie ist es denn dann mit den Elektroautos?
Letztendlich ist die Umweltfreundlichkeit da noch um ein großes Teil geringer!

Wenn ich so am Tag, in der Zeit des größten Strombedarfs, in der Rautenstraße an den E-Mobilen vorbeifahre, dann muss ich immer wieder feststellen, dass diese an der Ladestation "getankt" werden. Im Verhältnis dazu ist die Nachtspeicherheizung, welche zu Zeiten eines geringen Strombedarfs ihre Energie zieht, doch wohl eigentlich umweltfreundlicher.

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08.03.2013, 08.44 Uhr
Flitzpiepe | Sehe ich genauso
Solange die regenerative Energie nicht effektiv gespeichert werden kann, sind E-Mobile eine große Mogelpackung.
Die müssen auch viel zu lange geladen werden.
Die Autoindustrie müsste sich auf ein wechselbares Akkuformat einigen, so dass man ganz normal an die Tankstelle mit seinem E-Mobil fahren könnte, den leeren gegen einen vollen Akku wechselt und wieder weiter fährt.
Aber das wird wohl nie passieren.

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08.03.2013, 11.49 Uhr
Paulinchen | Keine schlechte Sache so ein Elektroauto
Man stelle sich vor, der Chef schickt seinen Mitarbeiter mit dem "E-Car" auf Dienstreise nach Berlin. Die Besprechung dort dauert drei Stunden und der Mitarbeiter ist vier Tage lang nicht in der Firma. Das nennt man dann Ökonomie?

Da gibt es tatsächlich Zeitgenossen (Politiker), die denken offensichtlich wirklich, dass der Strom aus der Steckdose kommt und die sauberste Energieform ist. Dabei ist schon die Herstellung von den Akkus für die E-Cars sehr energieintensiv und umweltschädlich. (Deshalb werden die dann auch in China gefertigt) Was auch für die Erzeugung von Strom in Kohlekraftwerken zutrifft.
Ach ja - nur die Autos sind es doch, die unsere Umwelt so belasten. Deshalb fordert die EU ja schon die Stilllegung von PKW, die 10 Jahre und älter sind. Ja in der EU sind schon nur die Spitzenkräfte am Wirken!

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