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Mi, 13:21 Uhr
09.10.2013

US-Etatstreit wirkt bis Thüringen

Den Haushaltsstreit in den USA verfolgt die deutsche Wirtschaft mit großer Sorge und Unverständnis. Für Thüringer Exporteure sind die USA nach Frankreich der wichtigste Handelspartner. Stillstand und handlungsunfähige Behörden würden den transatlantischen Handel und Austausch empfindlich stören...


„Exporte in die Vereinigten Staaten von Amerika machen einen Großteil des Thüringer Außenhandels aus“, hebt Gerald Grusser, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) Erfurt, hervor. Aus Thüringen werden vor allem Automobilteile, optische und medizintechnische Erzeugnisse sowie Mess-, Steuer- und Regelungstechnik in die USA exportiert. Etwa 380 Thüringer Firmen haben Geschäftsbeziehungen mit den Amerikanern.

Die Exporte in die USA erreichten im ersten Halbjahr 2013 ein Umsatzvolumen von rund 400 Millionen Euro. Darüber hinaus tätigten amerikanische Unternehmen seit 1990 Direktinvestitionen in Höhe von
2 Milliarden Euro in Thüringen und haben fast 9.000 Arbeitsplätze geschaffen. „Für Thüringen sind die USA damit der größte und wichtigste außereuropäische Handelspartner und Investor“, so Grusser.

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Da die US-Regierung gemäß Art. 1 Abs. 9 der US-Verfassung nur aufgrund gesetzlicher Bewilligung über Haushaltsmittel verfügen darf, steht den Vereinigten Staaten am 17. Oktober 2013 mangels Verabschiedung eines neuen Haushaltes der Stillstand der gesamten Verwaltung bevor. Bereits jetzt sind mehrere tausend Staatsbedienstete in unbezahlten Zwangsurlaub geschickt worden, mit Auswirkungen auch auf viele Unternehmen beider Seiten des Atlantiks. Beispielsweise können Aufträge nicht ausgeführt werden, die staatliche Genehmigungen erfordern, Logistikunternehmen aufgrund der Unsicherheiten nicht planen und werden beabsichtigte Investitionen verschoben.

Gefährdung der Weltwirtschaft

„Dauert der staatliche Minimalbetrieb mehrere Wochen an, könnten die Folgen auch für die Weltwirtschaft gravierend sein“, warnt Grusser. Im Ergebnis wäre mit einem Rückgang des Wirtschaftswachstums zu rechnen. Eine längerfristige Zahlungsunfähigkeit der USA könnte zur Herabstufung der Kreditwürdigkeit des Landes führen, so dass die USA höhere Zinsen für künftige Kredite zahlen müssten. Die Finanzmärkte haben bereits Verluste zu verzeichnen.

„Ein sinkender Dollarkurs wäre fatal für Thüringer Exporte, denn die hier produzierten Produkte würden sich auf dem US-Markt verteuern und so zu geringeren Absatzzahlen bei US-Abnehmern führen. Unsicherheiten hinsichtlich der Wechselkurse gilt es deshalb unbedingt zu vermeiden“, mahnt Grusser.

Weltweit steigende Handelshemmnisse behindern schon jetzt Thüringer Exporte. Da es auf der multilateralen Bühne der Welthandelsorganisation keine Fortschritte gibt, sind bilaterale Freihandelsabkommen umso wichtiger, wie zwischen der EU und den USA gegenwärtig angestrebt. Doch der Haushaltsstreit hat nun auch zu einem Stocken dieser Verhandlungen geführt. Die Amerikaner sahen sich außerstande, eine Delegation zur geplanten Verhandlungsrunde in dieser Woche nach Brüssel zu schicken. Dabei würde die Thüringer Wirtschaft erheblich von einem solchen Freihandelsabkommen profitieren und könnte die Exportrate in die USA spürbar steigen.
Autor: red

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Kommentare
Wolfi65
09.10.2013, 14:06 Uhr
Geht doch gar nicht
Man kann doch nicht jeden US-Amerikaner problemlos im Land der unbegrenzten Möglichkeiten neben einem sehr Liberalen Waffengesetz auch noch eine garantierte Krankenversicherung aufnötigen.
Sehr richtig haben die Republikaner dies mit einem Einzug des Kommunismus gleichgesetzt.
Dann doch lieber ganz freiheitlich ohne ärztliche Versorgung seinem Schicksaal entgegentreten.
Freiheit hat auch seinen Preis.
Man kann eben nicht alles haben und da gehört z.B. auch eine Krankenversicherung dazu.
Was würde ich denn alles hergeben, um ein Bürger dieses überaus freiheitlichen Landes werden zu dürfen?
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