Fr, 10:23 Uhr
04.11.2016
Jahresbericht der Bundespolizei 2015:
"Nicht mehr aus den Stiefeln herausgekommen"
Die Bundespolizei stellt mit dem Bericht nicht nur Schwerpunkte und aktuelle Zahlen aus ihren gesetzlichen Aufgabenbereichen vor, sondern gibt auch einen Einblick in die Organisations-, Personal- und Haushaltsstruktur der Behörde. Vor allem die Zahlen sind alarmierend...
Der Jahresbericht widmet sich dem für die Bundespolizei in jeder Hinsicht besonderen Jahr 2015, das über die Wegpunkte der Anschläge in Frankreich, Belgien und Dänemark über den G7-Einsatz im bayerischen Elmau und den Beginn der vorübergehend eingeführten Grenzkontrollen bis hin zur Silvesternacht in Köln chronologisch nachvollzogen wird.
Der Präsident des Bundespolizeipräsidiums, Dr. Dieter Romann, dazu: "Für die Kolleginnen und Kollegen führten die verschiedenen besonderen Einsatzanlässe zu einem angehäuften Überstundenberg in bis dato unbekannter Größe – auf allen Ebenen, quer durch die ganze Organisation. Unterm Strich ist die gesamte Bundespolizei im Grunde spätestens seit dem G7-Einsatz nicht mehr aus den Stiefeln herausgekommen. Was das in letzter Konsequenz auch an Belastungen für das Familienleben aller Betroffenen bedeutet, lässt sich im Einzelnen nur erahnen. Umso dankbarer bin ich den Kolleginnen und Kollegen, dass auf sie auch unter diesen erschwerten Bedingungen im Jahr 2015 stets Verlass war – im Inland wie im Ausland."
Einige Zahlen dazu. Die Bundespolizei hat im vergangenen Jahr insgesamt 436.387 Straftaten registriert. Im Vergleich zum Vorjahr ist das ein Anstieg von 31,6 Prozent. Die Diebstahlsdelikte sind um 11,9 Prozent auf 57.146 Fälle gestiegen. Die größte Zunahme aber wurde mit 151,6 Prozent bei den Straftaten gegen das Aufenthalts-, Asylverfahrens- und Freizügigkeitsgesetz der EU verzeichnet. Insgesamt sind das 171.477 Fälle.
Der Großteil der Diebstahlsdelikte wird auf Bahnhöfen und in Zügen verübt. Viele Täter der fast 45.000 registrierten Fälle "arbeiten" in organisierten Banden und kommen aus Osteuropa.
Außerdem wurden die rund 40.000 Beamten und Angestellten der Bundespolizei im Jahr 2015 mit den Folgen der Migrationskrise konfrontiert. Insgesamt wurden im vergangenen Jahr mehr als 865.000 Asylsuchende bei der unerlaubten Einreise festgestellt. Ob es in gleichem Maße auch jeweils ein Ermittlungsverfahren gibt, wird nicht erwähnt, ist aber auszuschließen.
Allein am 12. September 2015 wurden 14.000 Asylsuchende in der BRD registriert. Den Spitzenplatz bei den illegalen Einreisen hatten Syrer (74.000) inne, ihnen folgen Afghanen (39.000) und Iraker (22.000). Doch nicht nur aus unmittelbaren Krisengebieten wurde illegal eingereist, wie der Bericht ausführt. Im gesamten Jahr wurden 33.000 Kosovaren und 69.000 Albaner festgestellt, die illegal nach Deutschland, meist über Griechenland per Flugzeug einreisten. Sie umgingen so die Visumspflicht.
Eigentlich sollte dieser Jahresbericht bereits Mitte 2016 vorgestellt werden. Doch, so wird verlautet, gab es zwischen dem Bundesinnenminister und dem Chef der Bundespolizei, Dieter Romann, erhebliche Meinungsunterschiede. Romann gilt als Verfechter einer schärferen Flüchtlingspolitik.
Autor: redDer Jahresbericht widmet sich dem für die Bundespolizei in jeder Hinsicht besonderen Jahr 2015, das über die Wegpunkte der Anschläge in Frankreich, Belgien und Dänemark über den G7-Einsatz im bayerischen Elmau und den Beginn der vorübergehend eingeführten Grenzkontrollen bis hin zur Silvesternacht in Köln chronologisch nachvollzogen wird.
Der Präsident des Bundespolizeipräsidiums, Dr. Dieter Romann, dazu: "Für die Kolleginnen und Kollegen führten die verschiedenen besonderen Einsatzanlässe zu einem angehäuften Überstundenberg in bis dato unbekannter Größe – auf allen Ebenen, quer durch die ganze Organisation. Unterm Strich ist die gesamte Bundespolizei im Grunde spätestens seit dem G7-Einsatz nicht mehr aus den Stiefeln herausgekommen. Was das in letzter Konsequenz auch an Belastungen für das Familienleben aller Betroffenen bedeutet, lässt sich im Einzelnen nur erahnen. Umso dankbarer bin ich den Kolleginnen und Kollegen, dass auf sie auch unter diesen erschwerten Bedingungen im Jahr 2015 stets Verlass war – im Inland wie im Ausland."
Einige Zahlen dazu. Die Bundespolizei hat im vergangenen Jahr insgesamt 436.387 Straftaten registriert. Im Vergleich zum Vorjahr ist das ein Anstieg von 31,6 Prozent. Die Diebstahlsdelikte sind um 11,9 Prozent auf 57.146 Fälle gestiegen. Die größte Zunahme aber wurde mit 151,6 Prozent bei den Straftaten gegen das Aufenthalts-, Asylverfahrens- und Freizügigkeitsgesetz der EU verzeichnet. Insgesamt sind das 171.477 Fälle.
Der Großteil der Diebstahlsdelikte wird auf Bahnhöfen und in Zügen verübt. Viele Täter der fast 45.000 registrierten Fälle "arbeiten" in organisierten Banden und kommen aus Osteuropa.
Außerdem wurden die rund 40.000 Beamten und Angestellten der Bundespolizei im Jahr 2015 mit den Folgen der Migrationskrise konfrontiert. Insgesamt wurden im vergangenen Jahr mehr als 865.000 Asylsuchende bei der unerlaubten Einreise festgestellt. Ob es in gleichem Maße auch jeweils ein Ermittlungsverfahren gibt, wird nicht erwähnt, ist aber auszuschließen.
Allein am 12. September 2015 wurden 14.000 Asylsuchende in der BRD registriert. Den Spitzenplatz bei den illegalen Einreisen hatten Syrer (74.000) inne, ihnen folgen Afghanen (39.000) und Iraker (22.000). Doch nicht nur aus unmittelbaren Krisengebieten wurde illegal eingereist, wie der Bericht ausführt. Im gesamten Jahr wurden 33.000 Kosovaren und 69.000 Albaner festgestellt, die illegal nach Deutschland, meist über Griechenland per Flugzeug einreisten. Sie umgingen so die Visumspflicht.
Eigentlich sollte dieser Jahresbericht bereits Mitte 2016 vorgestellt werden. Doch, so wird verlautet, gab es zwischen dem Bundesinnenminister und dem Chef der Bundespolizei, Dieter Romann, erhebliche Meinungsunterschiede. Romann gilt als Verfechter einer schärferen Flüchtlingspolitik.