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Do, 11:01 Uhr
10.11.2016
Die USA

Auswirkungen auf die Verbraucher

Die Wahl des neuen US-amerikanischen Präsidenten Donald Trump lässt eine Reihe von Auswirkungen auf die Verbraucherpolitik in Deutschland und Europa erwarten. Der Verbraucherzentrale-Bundesverband (vzbv) befürchtet Fehlentwicklungen bei...


Handelsabkommen durch mehr Protektionismus, weniger Engagement und Verbindlichkeit beim Klimaschutz sowie ein Absinken der transatlantischen Datenschutzstandards durch eine Stärkung der Geheimdienste.

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„Wir brauchen weiterhin einen konstruktiven Dialog über gute Verbraucherschutz-
standards zwischen Europa und den USA“, fordert Klaus Müller, Vorstand des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv). Der künftige US-amerikanische Präsident Donald Trump kündigt mehr Arbeitsplätze und mehr Wohlstand in seinem Land an. Wie er diese Ziele erreichen will, ist in vielen Punkten offen.

Der vzbv erwartet, dass sich die US-amerikanischen politischen Weichenstellungen auch auf die europäische sowie die deutsche Verbraucherpolitik auswirken werden. „Wir werden uns im Zweifel mit den USA über eine vernünftige Daten- und Klimaschutzpolitik, aber auch über fairen Freihandel und Verbraucherstandards streiten“, so Klaus Müller. „Eine belastbare Freundschaft muss auch konstruktive Auseinandersetzungen aushalten."

Auswirkungen im Einzelnen

  • Energiemarkt:Die Ankündigung von Präsident Trump, die Kohlenutzung zu stärken und dem Klimaschutz einen geringeren Stellenwert einzuräumen, erzeugt Unsicherheit und stellt das Erreichen der Klimaziele in Frage. Der globale Markt für Erneuerbare dürfte durch die zu erwartenden Umverteilungen in den USA (Kohleausbau, weniger Erneuerbare) kleiner werden. Das würde auch die Energiewende international bremsen.
  • Verkehr: Für die deutschen Autohersteller könnte der Export durch protektionistische Maßnahmen wie Zölle schwieriger werden. Preise für Autos könnten sich für Verbraucher auf beiden Seiten des Atlantiks erhöhen. Ob Präsident Trump auf die Höhe der Strafzahlungen für VW Einfluss nehmen wird, bleibt abzuwarten. Es wird sich zeigen, wie er in Zukunft mit Verfehlungen ausländischer Unternehmen umgehen wird. Die Bekanntgabe der VW-Strafe ist vor dem 20. Januar 2017 geplant.
  • Datenschutz: Datenschutz spielt in Zeiten der Digitalisierung für alle Lebensbereiche von Verbrauchern eine immer wichtigere Rolle. Der vzbv erwartet, dass es unter einem Präsidenten Trump noch schwieriger wird, auf einen gemeinsamen Nenner auf der Grundlage europäischer Datenschutzvorstellungen zu kommen. Hinsichtlich des Abkommens Privacy Shield wird man – insbesondere die Europäische Kommission – nun genau hinschauen müssen, ob die einmal gegebenen Garantien in Punkto Datenschutz auch weiter aufrechterhalten werden.
  • Freihandel - CETA: Donald Trump hat angekündigt, das NAFTA-Abkommen aufzukündigen. Aus dieser Perspektive wird CETA für die Kanadier sowohl ökonomisch wichtiger werden, als auch als politisches Referenzabkommen an Bedeutung gewinnen. Umso wichtiger ist die Klärung der neuen Streitbeilegungsinstrumente durch den EuGH und die Stärkung des Vorsorgeprinzips.
  • Freihandel - TTIP: Es ist zu erwarten, dass die TTIP-Verhandlungen zeitnah zum Erliegen kommen. Präsident Trump wird, wenn er die Verhandlungen fortsetzen sollte, seine Bedingungen neu formulieren. Die EU müsste sich auf einen noch kompromissloseren Verhandlungspartner einstellen. Die Chancen für ein „Goldstandard-Agreement“ und eine öffentliche Akzeptanz sind mit der Wahl von Präsident Trump gleich Null. Weitere Verhandlungen ergeben keinen Sinn, wenn sich Präsident Trump und die EU nicht auf ein neues verbraucherfreundliches Verhandlungsmandat einlassen.
  • Freihandel - WTO: Die möglicherweise gravierendsten Auswirkungen wird die Wahlentscheidung vermutlich auf die gesamte Welthandelsordnung und die WTO haben. Sollte Präsident Trump wirklich die WTO aufkündigen oder einseitige Dumpingzölle verhängen, um die heimische US-Wirtschaft zu schützen, könnte das einen neuen Protektionismus einleiten und zu Konflikten führen. Das könnte auch negative Auswirkungen auf US-amerikanische und europäische Verbraucher haben.
Autor: red

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Kommentare
Paulinchen
10.11.2016, 16:14 Uhr
So langsam hängt es ….
…einem zum Hals heraus. Weshalb nun die Panikmache in unserem Land, wenn die US- Bürger IHREN Präsidenten gewählt haben?
Da war über die Wahl zwischen Pest und Cholera zu lesen und zu hören. Nun sagt uns im Moment keiner, was die Amerikaner gewählt haben. Ist es die Pest oder die Cholera???
Beides ist nach meinem Kenntnisstand eher schlecht. Zumindest steht aber wohl fest, dass unsere Kanzlerin nicht zum Kaffeekränzchen nach Washington fliegen kann. Und wenn – so steht ihr jemand gegenüber, der nicht zwangsläufig mit ihr einer Meinung sein wird.

Gestern habe ich durch Zufall ein Interview mit dem CDU-Mitglied Friedrich Merz in einer Zeitung gefunden, welches das Thema Wahlausgang in den USA beinhaltete.
In diesem riet Herr Merz der Kanzlerin und ihrer Regierung dringend (!) zur Aufnahme von Kontakten zu Herrn Putin. (Im Januar 2017 wird Trump vereidigt!) Denn in Anbetracht des durchaus wohlgesonnenen Verhältnisses zwischen Trump und Putin, wäre Deutschland gut beraten, sich über die Sanktionen, gegenüber Russland, intensive Gedanken zu deren Aufrechterhaltung zu machen. Unterlässt die Regierung diese Kontaktaufnahmen, so wird Deutschland im Bezug auf den Handel zwischen den USA und Russland, nur noch „Zaungast“ sein.
Das wiederum, könne sich Deutschland eher nicht leisten, weil es dann zu einer starken Zuname von Verlusten von Arbeitsplätzen in unserem Lande kommen wird. Davon wird insbesondere der Osten betroffen sein.
Paulinchen
10.11.2016, 16:31 Uhr
Natürlich soll es...
ZUNAHME heißen!!! sorry
Kritiker2010
10.11.2016, 18:35 Uhr
Also, mit Donald läuft das wie folgt:
Erst mal brauchen wir einen männlichen Bundeskanzler – einen Macho, wie der Gerhard damals einer war. Der geht dann zusammen mit Vladimir und Donald erst auf die Jagd und dann mit ein paar flotten Mädels in den Whirlpool. Dazu gibt’s ein paar politisch inkorrekte Chauvi-Sprüche und ne dicke Zigarre. Ganz nebenbei klären Sie, wo die nächste Jagd stattfindet und was die bis dahin politisch zusammen los lassen. Letzteres wird Ihnen übrigens geschickt von den Damen ist Ohr gesäuselt, während sich die Herren selbstgefällig das Brustfell kraulen lassen.

Das steht natürlich nicht im Gesinnungs-Heftchen unserer geschlechtsbefreiten Schönsprech-Moralisten. Aber nur mit nasal dahin geheuchelten Phrasen und dem immer tieferen Griff in die Taschen der arbeitenden Bevölkerung gewinnt man außerhalb so mancher Käseglocke weder wirtschaftlich die Oberhand, noch den Krieg in Syrien.

Und nun noch ein kleiner Volkswirtschafts-Exkurs zur Globalisierung:

Die Globalisierung ist langfristig eine Last für die meisten Marktteilnehmer. Das hat der böse Protektionist Trump wohl erkannt … vielleicht hat es Ihm auch jemand erklärt oder ihm dreht sich das Karussell einfach zu schnell.

Egal – letztlich geht es doch nur darum, am billigsten Ort zu produzieren, möglichst wenig bzw. keine Steuern zu zahlen und ungehindert weltweit - natürlich möglichst teuer – zu verkaufen. Das ist aus Sicht eines Produzenten auch ne tolle Idee. Die Rechnung geht aber nicht mehr auf.

Denn der Produzent ist nicht allein auf der Welt und immer mehr Marktteilnehmer wollen bzw. müssen dieses üble Spiel mitspielen oder eben untergehen. Am Ende der Kette stehen ein paar Fabriken in Bangladesch, die unter menschenunwürdigen Verhältnissen, superbillig und hocheffizient (vielleicht mit den letzten in Deutschland produzierten Maschinen) Produkte herstellen, die in Europa und den USA teuer verkauft werden sollen. Nur gibt’s dort immer weniger Konsumenten - weil ohne Arbeit kein Einkommen!

Kann man wirklich so naiv sein, zu glauben, dass durch die Globalisierung in Summe bei uns auch nur ein einziger Arbeitsplatz entsteht und dass die zusätzlichen Profite einiger weniger dann hier großzügig umverteilt werden? Um das zu glauben, muss man wohl erst einen Kurs bei unserem Landrat belegen, der wertlose Grundstücke für mehrere hundert tausend Euro an „sich selbst“ verkaufen und dabei noch Gewinn machen kann.

Ende der Vorlesung.
Howie
11.11.2016, 11:39 Uhr
@Kritiker2010
Ihr Kommentar trifft genau ins Schwarze.
Leser X
11.11.2016, 20:34 Uhr
Die Zukunft liegt im Osten ...
... vorausschauende Politiker - so wir sie denn hätten - würden das berücksichtigen.

Ich glaube aber nicht, dass unsere Noch-Herrscher die Fähigkeit besitzen, den Wahlausgang in den USA zu nutzen, sich endlich von diesem dem Untergang geweihten Staat abzunabeln und selbst zu bestimmen, mit wem man Handel treibt und Zukunft gestaltet.
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