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Fr, 09:08 Uhr
03.11.2017
IT-Ausstattung an Schulen:

Kommunen brauchen Unterstützung

Um Schüler für den digitalen Wandel fit zu machen, benötigen Schulen neben pädagogischen Konzepten eine gute Ausstattung. Dazu gehören Internetzugang und Hardware, Lernsoft­ware und technischer Support. Rund 2,8 Milliarden Euro würden jährlich anfallen, wenn alle Grund- und weiterführenden Schulen mit lernförderlicher Computertechnik ausgestattet werden...


Schon heute tragen Kommunen einen Teil dieser Kosten. Bei der Finanzierung einer Ausstattung aller Schulen müssen sie aber dauerhaft unterstützt werden.

Für Schülerinnen und Schüler ist der Umgang mit digitalen Medien heute selbstverständlich – außer in der Schule. Jetzt wird im Bund über einen Digitalpakt dis­kutiert, und die Kultusminister haben sich auf eine gemeinsame Digitalisierungsstrategie ver­ständigt. „Digitalisierung ist für junge Menschen längst Alltag. Auch Schule muss digitaler wer­den und die Kompetenzen vermitteln, die zukünftig für Teilhabe an der Gesellschaft und am Berufsleben notwendig sind“, so Jörg Dräger, Vorstand der Bertelsmann Stiftung.

Geschätzte Kosten je Modellschule jährlich (Foto: Bertelsmann Stiftung) Geschätzte Kosten je Modellschule jährlich (Foto: Bertelsmann Stiftung)
Dafür brauchen Schulen nicht nur pädagogische Konzepte und entsprechend ausgebildete Lehrkräfte, sondern auch eine angemessene Ausstattung: Zum einen gehört dazu eine digitale Infrastruktur aus schnellem WLAN, Support sowie Präsentationstechnik für die Klassenräume genauso wie Endgeräte für die Schüler. Zum anderen werden digitale Unterrichtsmaterialien wie z.B. Lernprogramme für die individuelle Förderung der Kinder benötigt.

Im Auftrag der Bertelsmann Stiftung hat ein Forscherteam um Prof. Andreas Breiter vom Institut für Informationsmanagement der Universität Bremen (ifib) für Grundschulen und wei­terführende Schulen modellhaft berechnet , was eine lernförderliche Infrastruktur kostet: Jähr­lich fallen für eine Grundschule durchschnittliche Kosten in Höhe von ca. 45.500 Euro an. Für eine weiterführende Schule liegen die Kosten bei etwa 300.000 Euro.

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Das entspricht ca. 260 Euro pro Schüler in der Grundschule und rund 400 Euro pro Schüler in der weiterführenden Schule. Bei den aktuellen Schülerzahlen ergeben sich daraus Kosten von rund 2,8 Mrd. Euro im Jahr; Investitionen in Infrastruktur und Endgeräte sind dabei über einen Zeitraum von fünf Jahren umgelegt. Die Ausgaben für die notwendige einmalige Breitbandanbindung der Schu­len und für die Fortbildung der Lehrerkollegien sind dabei noch nicht berücksichtigt.

Doch die Kommunen fangen nicht bei null an. Schätzungen auf der Basis der Ausgaben einzel­ner Kommunen deuten darauf hin, dass 20 bis 50 Prozent der jährlichen 2,8 Mrd. Euro bereits von kommunaler Seite aufgebracht werden, insbesondere für Endgeräte und Basisinfrastruk­tur, teilweise ergänzt um Landesmittel.

Gemeinsamer Kraftakt nötig

Die Höhe der nötigen investiven und laufenden Kosten zeigt allerdings, dass Kommunen und Länder diese nicht allein bewältigen können. Der Bund hat durch den Vorschlag eines „Digital­pakts“ bereits seine grundsätzliche Bereitschaft zur Unterstützung signalisiert.

„Die Digitalisie­rung der Schulen braucht jetzt einen Kraftakt. Bund, Länder und Kommunen müssen sich in der neuen Legislaturperiode zügig darauf verständigen, Schulen beim Lernen mit digitalen Medien dauerhaft und auskömmlich zu unterstützen“, so Jörg Dräger. „Digitalisierung ist Nor­malität und Daueraufgabe. Einmalige Investitionen sind nicht ausreichend. Die Kommunen brauchen kontinuierliche Unterstützung für die digitale Infrastruktur in den Schulen.“

Zu klä­ren sei außerdem, so Dräger, wie Eltern an den Kosten für individuelle Endgeräte (800 Mio. Euro von den 2,8 Mrd. Euro p.a.) fair und entsprechend ihrer finanziellen Möglichkeiten im Rahmen der Lernmittelfreiheit beteiligt werden können.
Autor: red

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Kommentare
Andreas Dittmar
03.11.2017, 14:19 Uhr
Möglichkeiten optimal nutzen
Wenn man jeden einzelnen Schüler mit Komplettsystemen wie Tablets und High-End Laptops bestückt, müssen diese Systeme auch einzeln für sich mit Software ausgestattet werden. Auch Administration, Wartungs und Supportaufwand sind aufwendig und teuer. Selbst aktuelle Geräte können nach ca. 3 Jahren schon nicht mehr zeitgemäß sein. Warum nimmt man nicht einen oder mehrere zentrale Server und bindet die einzelnen Plätze über Thinclients/Workstations mit alternativen Betriebssystemen an. Auch die Entwicklung einer zentralen "Bildungscloud" wäre denkbar. Das miniert den Wartungsaufwand und auch die Kosten für die Software. Bei VPN-Anbindung und Virtualisierung braucht man auf der Clientseite noch nicht mal eigene Sicherheitssoftware. Mini-PC's die als Basis dienen, haben die Göße einer EC-Karte und kosten einmalig unter 100 € . Große Unternehmen machen es auch nicht anders. So kann man auch Handys, Tablets und unterschiedliche Betriebssysteme simulieren. Auch die Vernetzung und Zusammenarbeit ist wesentlich einfacher möglich.
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