So, 09:26 Uhr
28.10.2018
Kulturszene aktuell
Klavierspiel in höchster Vollendung
Mariam Batsashvili im 17. Sonderhäuser Liszt-Konzert begeisterte das Publikum. Update...
Am vergangenen Freitag gab die aus Georgien stammende Pianistin Mariam Batsashvili ein Rezital am Sondershäuser Liszt-Flügel im Riesensaal. Als große Verehrerin von Franz Liszt war ihr die erneute Begegnung mit dem Flügel, auf dem einst auch der große Liszt gespielt hat, eine besondere Freude. Bereits 2011 hat sie hier musiziert, als 1. Preisträgerin im Franz-Liszt-Klavierwettbewerb Weimar für junge Pianisten war sie nach Sondershausen gekommen.
Aus der damals 18-Jährigen ist inzwischen eine Pianistin von internationalem Rang geworden. Besondere Aufmerksamkeit erlangte sie mit dem Gewinn des 10. Franz Liszt Klavierwettbewerbs in Utrecht.
Mariam Batsashvili hatte ein Programm ausgewählt, das mit der Haydn-Sonate D-Dur op.30 Nr. 3, mit Liszts 6 Consolations, mit Schuberts Impromptu f-Moll op. 142 sowie der Ungarischen Rhapsodie Nr. 12, S. 244/12 von Franz Liszt im ersten Konzertteil einige Höhepunkte versprach. Mit ihrem kraftvollen und ausdrucksstarken Spiel in technischer Perfektion konnte sie das Publikum in ihren Bann ziehen und so übertrug sich die Stimmung der Ungarischen Rhapsodie, die der ungarischen Volksmusik ohnehin zugrunde liegt, auf das Publikum. Mit Bravorufen und stürmischem Beifall wurde die Pianistin in die Pause geschickt.
Der zweite Teil des Konzertabends war Ludwig van Beethovens Klaviersonate B-Dur, op. 106, die den Beinamen Hammerklavier trägt, gewidmet, ein Klavierwerk, das lange Zeit als unspielbar galt. Liszt soll sie erst Jahrzehnte nach Beethovens Tod zum ersten Mal öffentlich gespielt haben. Beethovens Werk galt in seiner Entstehungszeit als seiner Zeit weit voraus, erinnern doch manche Passagen an Chopin oder auch an Schumann und Brahms.
Mariam Batsashvili spielte die Sonate erst zum zweiten Mal vor Publikum in einer nur selten gehörten Interpretation, kraftvoll, technisch brillant und alle Nuancen des Stückes wunderbar herausarbeitend. Mit Ausdrucksstärke zwischen Ekstase und zarten Klanggebilden konnte die Pianistin ihr Bild von Beethovens Musik phänomenal zeichnen.
Lang anhaltender Beifall honorierte den grandiosen Auftritt einer sympathischen Pianistin, die sich ihrerseits beim Publikum mit einem Menuett von Panderewski und beim Liszt-Flügel mit einigen Streicheleinheiten bedankte.
Text und Foto: Dr. Klaus Buchmann
Update
Siehe auch diese Stellungnahme:
Historischer Flügel war nicht "verstimmt"
Autor: khhAm vergangenen Freitag gab die aus Georgien stammende Pianistin Mariam Batsashvili ein Rezital am Sondershäuser Liszt-Flügel im Riesensaal. Als große Verehrerin von Franz Liszt war ihr die erneute Begegnung mit dem Flügel, auf dem einst auch der große Liszt gespielt hat, eine besondere Freude. Bereits 2011 hat sie hier musiziert, als 1. Preisträgerin im Franz-Liszt-Klavierwettbewerb Weimar für junge Pianisten war sie nach Sondershausen gekommen.
Aus der damals 18-Jährigen ist inzwischen eine Pianistin von internationalem Rang geworden. Besondere Aufmerksamkeit erlangte sie mit dem Gewinn des 10. Franz Liszt Klavierwettbewerbs in Utrecht.
Mariam Batsashvili hatte ein Programm ausgewählt, das mit der Haydn-Sonate D-Dur op.30 Nr. 3, mit Liszts 6 Consolations, mit Schuberts Impromptu f-Moll op. 142 sowie der Ungarischen Rhapsodie Nr. 12, S. 244/12 von Franz Liszt im ersten Konzertteil einige Höhepunkte versprach. Mit ihrem kraftvollen und ausdrucksstarken Spiel in technischer Perfektion konnte sie das Publikum in ihren Bann ziehen und so übertrug sich die Stimmung der Ungarischen Rhapsodie, die der ungarischen Volksmusik ohnehin zugrunde liegt, auf das Publikum. Mit Bravorufen und stürmischem Beifall wurde die Pianistin in die Pause geschickt.
Der zweite Teil des Konzertabends war Ludwig van Beethovens Klaviersonate B-Dur, op. 106, die den Beinamen Hammerklavier trägt, gewidmet, ein Klavierwerk, das lange Zeit als unspielbar galt. Liszt soll sie erst Jahrzehnte nach Beethovens Tod zum ersten Mal öffentlich gespielt haben. Beethovens Werk galt in seiner Entstehungszeit als seiner Zeit weit voraus, erinnern doch manche Passagen an Chopin oder auch an Schumann und Brahms.
Mariam Batsashvili spielte die Sonate erst zum zweiten Mal vor Publikum in einer nur selten gehörten Interpretation, kraftvoll, technisch brillant und alle Nuancen des Stückes wunderbar herausarbeitend. Mit Ausdrucksstärke zwischen Ekstase und zarten Klanggebilden konnte die Pianistin ihr Bild von Beethovens Musik phänomenal zeichnen.
Lang anhaltender Beifall honorierte den grandiosen Auftritt einer sympathischen Pianistin, die sich ihrerseits beim Publikum mit einem Menuett von Panderewski und beim Liszt-Flügel mit einigen Streicheleinheiten bedankte.
Text und Foto: Dr. Klaus Buchmann
Update
Siehe auch diese Stellungnahme:
Historischer Flügel war nicht "verstimmt"

