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Di, 14:25 Uhr
21.05.2019
Tag der Artenvielfalt:

Mehr Bienen- und Insektenschutz

Zum morgigen Tag der Artenvielfalt fordert Umweltministerin Siegesmund Artenschutz auf allen Ebenen speziell für Bienen, Wildbienen und Insekten...


„Wir brauchen die Bienen in unserer Natur und die ganze Vielfalt der Insekten. Sie sind bedroht durch den übermäßigen Einsatz von Pestiziden und rücksichtslosen Flächenverbrauch. Dabei wird immer mehr Menschen klar: So sägen wir an dem Ast auf dem wir sitzen.“

Der Schwund an Insekten und Bienen ist folgenreicher Eingriff in unser Ökosystem auch für Obstbäuerinnen und -bauern. Rund 80% der heimischen Nutz- und Wildpflanzen sind auf die Honigbienen und Wildbienen als Bestäuber angewiesen. Insekten wiederum sind Nahrungsgrundlage für andere Tiere wie Vögel, kleine Säugetiere, Reptilien, Amphibien oder Fische. Deutschlandweit gibt es weniger Insekten und in Folge auch weniger Vogelarten, die sich von Kleininsekten ernähren, wie beispielsweise Kiebitze, Braunkehlchen und Feldlerchen.

„Wir brauchen Artenschutz auf allen Ebenen. Unser Wassergesetz hilft dabei, Grünstreifen und damit Gewässer und Pflanzen vor Pestiziden zu schützen. Zudem halten wir im Bundesrat den Druck auf die Bundesregierung aufrecht, bundesweit aus dem Ackergift Glyphosat auszusteigen. Und wir fordern mehr finanzielle Unterstützung für naturnahe Landwirtschaft durch eine Umverteilung der EU-Agrargelder. Die meisten Landwirte wollen mit der Natur arbeiten, nicht gegen sie, dafür brauchen sie unsere Unterstützung“, so Umweltministerin Siegesmund und ergänzt: „Natürlich kann auch jede und jeder etwas tun. Wer einen Garten besitzt oder nutzt, sollte häufiger auf Pestizide verzichten und Alternativen gegen Schädlinge probieren. Ich wünsche mir, dass blütenreiche Flächen im Garten nicht Stein und Schotter weichen. Hier ist eine Aufklärungskampagne des Bundes überfällig.“

Hintergrund
Seit 2001 wird der 22. Mai als Internationaler Tag der biologischen Vielfalt gefeiert. Er erinnert an den 22. Mai 1992, an dem der Text des UN- Übereinkommens über die biologische Vielfalt offiziell angenommen wurde. Die Ziele der Konvention sind die Erhaltung der biologischen Vielfalt, die nachhaltige Nutzung ihrer Bestandteile sowie die ausgewogene und gerechte Aufteilung der sich aus der Nutzung der genetischen Ressourcen ergebenden Vorteile.

Thüringen fördert seit 2017 Monitoring und Maßnahmen zum Insektenschutz in Höhe von jährlich rund 1 Million Euro. Dazu gehört die Bestandsaufnahme für ungefähr 7.000 Arten im Rahmen der Rote Liste-Neubearbeitung 2020. Vor kurzem wurde ein dreijähriges Forschungsstipendium an die FH-Erfurt zu „Verbesserung der Lebensbedingungen für Insekten in konventionell bewirtschafteten Ackerlebensräumen“ in Höhe von 178.500 Euro verliehen.
Bild von katja auf Pixabay
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