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Mo, 13:00 Uhr
28.10.2019
Nach der Landtagswahl

Vom Wahlglück im grünen Herzen

Das war schon ein heftiger Wahlabend. Mit vorhersehbaren, glücklichen und zu erwartenden Ergebnissen. Ein kurzer Blick auf die Prozente der Gewinner und Verlierer von Olaf Schulze.


Zuerst sei an dieser Stelle allen Direktkandidaten ganz herzlich gratuliert, die gestern Abend den Einzug in den Thüringer Landtag geschafft haben. Mögen sie im Sinne der Nordthüringer Wähler walten und unsere Region gut vertreten.

Betrachtet man sich die Wahlergebnisse nur unter dem Aspekt der Prozentveränderungen so gilt die CDU mit 11,7 Prozent Verlust als der eindeutige Wahlverlierer. Das Erstaunen darüber, nur als drittstärkste Kraft in den Landtag einzuziehen sollte sich angesichts der klaren Wahlkampf-Aussagen von Spitzenkandidat Mohring in Grenzen halten. Wer nicht mit den Linken und nicht mit den Rechten koalieren will und hofft, aus dem Pool der verbliebenen einstelligen und untereinander zerstrittenen Parteien starke Koalitionspartner zu finden, dem fehlt der Blick für die Realität im Freistaat. Mit dem schlechtesten Abschneiden aller Zeiten sollte Mike Mohring darüber nachdenken, ob er der richtige Mann am richtigen Platz ist, denn das war eine derbe Klatsche.

Nicht viel besser erging es der SPD, die ohnehin auf niedrigem Niveau noch einmal ein Drittel ihrer Wählerschaft verlor und auf das historische Debakel von 8,2 Prozent der Stimmen kam. Spekulationen darüber, ob sich dieser erneute Verlust durch natürliche Auslese der SPD-Wähler erklären läßt, verbietet sich aber schon aus Pietätsgründen der „alten Dame“ gegenüber.

Ein kleines Wunder vollbrachten die GRÜNEN, indem sie als dritter Wahlverlierer mit 0,5 Prozent weniger als 2014 dennoch im Landtag verbleiben, obwohl sie schon beim letzten Urnengang nicht einmal 6 Prozent holen konnten. Der von vielen Medien herbeigeschriebene und -geredete große grüne Hype der letzten Wochen scheint jedenfalls komplett über das grüne Herz Deutschlands hinweggerauscht zu sein. Aber drin ist drin, auch mit 5,2 Prozent.

Der prozentual kleinste Gewinner ist der große Wahlsieger: die Partei die LINKE des Ministerpräsidenten Bodo Ramelow. Nur 1,4 Prozent mehr, aber ein gigantisches, nie da gewesenes Ergebnis für die Nachfolger der DDR-Regierungspartei, weil auch schon die Werte von 2014 stattlich waren. Am 30. Jahrestag der friedlichen Revolution stimmten also über 30 Prozent der Thüringer Wähler für den Sozialismus.

Wenn bisher noch nicht bewiesen war, dass jede einzelne Stimme bei einer Wahl wichtig ist und zählt, dann war es gestern so weit. Mit 5,0005 Prozent der Stimmen, genau genommen mit ganzen 5 Stimmen sprang die FDP über der Fünfprozenthürde und kommt wieder zurück in den Landtag. Knapper geht es nicht und wir beglückwünschen die fünf Wähler, die letztlich für den Unterschied gesorgt haben. Die Liberalen konnten damit ihr Wahlergebnis gegenüber der letzten Wahl genau verdoppeln und werden als die glücklichsten politischen Glückspilze in die Geschichte demokratischer Wahlen eingehen.

Größter prozentualer Gewinner ist aber die AfD, die von 10,2 immerhin auf 23,4 Prozent kletterte und damit einen sensationellen Zuwachs von 13,2 Prozent verzeichnete. Die höhere Wahlbeteiligung, die von allen anderen politischen Kräften immer wieder gefordert wurde, um einen solchen Triumph der Höcke-Truppe zu verhindern, hat ihr sehr wahrscheinlich genützt. Aber so ist das eben in einer Demokratie und Wahlen sind kein Wunschkonzert.

Richtig spannend wird nun, wie es weitergeht in Erfurt. Eigentlich sind alle Wege für alles verbaut. Mal sehen, wer zuerst von seinen Wahlversprechungen abrückt …
Olaf Schulze
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Kommentare

28.10.2019, 15.11 Uhr
h3631 | Eine wackelt schon!!!!!!
Eine Partei wackelt schon. Nach der Wahl zählen keine Wahlversprechen mehr.

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28.10.2019, 15.42 Uhr
Spätzlevernichter | nnz-Umfrage vs. Wahlergebnis
... Finde ich sehr interessant:

Laut nnz-Umfrage hätte die AFD stärkste Partei in Stadt und Landkreis werden müssen.

Laut amtlicher Auswertung (Wahlleiter Thüringen), war in keiner Gemeinde/Wahlkreis im Landkreis/Stadt Ndh die AFD die stärkste Kraft.

Die Aussage kann doch eigentlich nur sein: Unter den registrierten nnz-Lesern sind die AFD-Anhänger überproportional vertreten. Daraus muss man wieder schließen, dass die nnz-Umfragen in keiner Weise die Realität abbilden.
_______________________________________________
Anmerk. d. Red: Man muss in keinster Weise registriert sein, um an den Umfragen teilzunehmen.
Wahr ist, das bei unseren Umfragen leider immer und immer wieder sehr stark manipuliert wird.

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28.10.2019, 16.01 Uhr
Kama99 | Umfragen sind...
...genau so nah an der Wahrheit, wie Aussagen mancher (CDU) Politiker vor der Wahl. Hinterher kommt es meistens anders.

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28.10.2019, 16.32 Uhr
tannhäuser | Ist das jetzt Ihre Baustelle...
...nach der Wahl, Spätzlevernichter? Die NNZ-Umfragen?

Sie gehen doch auch wegen IHRER Beschwerden zum Arzt und erzählen dann nicht im Sprechzimmer, was Ihnen von anderen Patienten wegen deren Gebrechen zugetragen wurde.

Oder sind Sie jetzt auch noch ein Umfrage-Hypochonder?

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28.10.2019, 16.34 Uhr
Spätzlevernichter | @nnz: stimmt
.. Anmeldung ist nicht erforderlich - das war mir nicht klar, ändert jedoch an der Aussage gar nichts.

Es gab vor einigen Tagen hier die Diskussion über repräsentative Umfragen (Rohdaten vs. repräsentativ).

Augenscheinlich sind die repräsentativen Daten näher an der Wahrheit als die Rohdaten (reine Zählung, wie in den Umfragen der nnz). Tatsächlich lag das tatsächliche Wahlergebnis ja dicht an den Prognosen (repräsentativ).

_______________________________________________
Anmerk. d. Red:
Es tut uns sehr leid. Gerade Wahl-Umfragen sind in der nnz eher nicht repräsentativ.

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28.10.2019, 16.59 Uhr
Rosenkavalier53 | Der Souverän hat gesprochen!
Die Mehrheitsverhältnisse könnten uneindeutiger nicht sein. Der Autor dieses Artikels scheint nicht aus Thüringen zu stammen. Anders lässt sich sein vor Schadenfreude strotzender Artikel nicht erklären. Hoffe ich zumindestens, denn ansonsten wäre es einfach nur fahrlässig wie er darauf hofft, dass die Fronten verhärtet bleiben. Die Leidtragenden sind die Thüringer, die sich zuegegebener Weise dieses Leid selbst gewählt haben. Stabile Verhältnisse sollten das Ziel sein. Die SPD hat einst ihre "Staatspolitische Verantwortung" wahrgenommen, obwohl sie wusste das ihr dies selbst Schaden würde. Nun ist es an der CDU ihrer staatspolitischen Verantwortung gerecht zu werden. Von einer Nichteinhaltung ihrer Wahlversprechen kann da nicht die Rede sein. Nur sollte sie dabei aus den Fehlern Franz von Papens lernen und die richtige Richtung einschlagen.

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28.10.2019, 17.21 Uhr
Crimderöder | Die "Alten" haben Die Linke gerettet
@Spätzlevernichter Warum die Ergebnisse der Wahl so unterschiedlich sind zum Meinungsbild im Internet? Schauen Sie sich die Altersgruppen an, die AfD und Linke gewählt haben. Einzig bei der Ü60-Gruppe wurde Die Linke stärkste Partei mit über 40 Prozent. Bei allen anderen Gruppen war die AfD vorne. Und ich behaupte einfach mal, dass die Gruppen zw. 18 und 60 häufiger im Internet unterwegs sind, als die "Senioren". Daher auch die großen Unterschiede. Die Linke wurde also durch unsere Renter gerettet - eben eine richtige (Verzeihung!) Alt-Partei. ;-)

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28.10.2019, 17.30 Uhr
Frank1966 | Spätzlevernichter
Sie sollten vielleicht an den Umfragen teilnehmen, anstatt die zu kritisieren die es tun.

-----------
Anmerkung technischer Support:
Besonders in Richtung AfD-Kandidaten wurden unsere letzten beiden Umfragen extrem manipuliert.
Repräsentativ waren sie somit leider nicht mehr.

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28.10.2019, 17.49 Uhr
tannhäuser
Der Beitrag wurde deaktiviert – Wir hören an der Stelle mal mit dem Thema Umfragen auf.
28.10.2019, 18.05 Uhr
Psychoanalytiker | Hallo Rosenkavalier ...
... haben Sie eine eingeschränkte Wahrnehmung? Die CDU (CSU) hat seit "Gründung" der Partei DIE LINKE immer und immer wieder mitgeteilt, dass sie mit "Kommunisten" und "Sozialisten" NICHT und NIEMALS zusammenarbeiten wird. Nun ist der Mohring Mike dabei, sich anzubiedern. So ein paar Fernseh-Journalisten kamen auf die Idee und der Herr nimmt den Wink gerne auf und schiebt vor lauter Machtgeilheit das Interesse Thüringens als Grund vor. Das Wahlversprechen hieß: Niemals mit DIE LINKE, und jetzt doch? Das nenne ich Wahlbetrug, wenn es dazu kommt. Aber je mehr ich darüber nachdenke, fände ich eine Groko aus DIE LINKE und AfD super. Da würde so mancher ... doch arg ins Grübeln kommen und als Nebeneffekt hätte ich wieder Spaß an Maischberger, Illner, Plasberg & Co ...

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28.10.2019, 18.17 Uhr
tannhäuser | Das Grüne Herz...
...ist Rot mit blauen Störenfrieden und schwarzen Wanderwarzen. Zumindest haben sich Letztere auf den Weg gemacht.

Ramelow ist der neue Vogel und das wird seinen Steigbügelhaltern, egal wer auch immer das ist, nicht gut tun, ebenso wie auf Bundesebene der FDP und SPD unter Merkel.

Kohl und Schmidt hatten noch Respekt vor ihren Koalitionspartnern. Diese Denkweise wurde komplett dem eigenen Machterhalt geopfert.

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28.10.2019, 18.20 Uhr
Frank1966 | Ehrliche Zahlen!
Da wird die Wahlbeteiligung gefeiert, da werden die Fans vom Politbüro neidisch. Die Wahlberechtigten mal als Berechnungsgrundlage genommen, kommen diese Zahlen für die Landesstimme heraus.

Wahlberechtigte: 1.729.146 = 100%
Nichtwähler: 608.198 = 35,12%
Ungültige Stimmen: 13.610 = 0,79%
LINKE: 343.736 = 19,88%
AfD: 259.359 = 15,00%
CDU: 241.103 = 13,94%
SPD: 90.984 = 5,26%
Grüne: 57.485 = 3,32%
FDP: 55.422 = 3,21%
Sonstige: 59.249 = 3,48%

Die gebetsmülenartigen Aussagen der Wahlverlierer von CDU, SPD und Grüne, denen man heute in Berlin ein Mikro und eine Kamera ins Gesicht gehalten hat, war unisono, dass 76 % demokratische Parteien gewählt hätten. Bei 35 % Nichtwählern und 15 % für die AfD, schon seltsam anmutende Aussagen, von Menschen, welche sich Berufspolitiker nennen.

Vielleicht wäre es garnicht so schlecht, wenn eine echte 5 % Hürde auf Grundlage der Wahlberechtigten basieren würde.
Dann müsste niemand mehr über Simbabwe, Jamaika oder Kenia nachdenken. Dann müsste man wirklich Politik für die Bürger machen und auf verschieden Themengebieten, Gemeinsamkeiten, Kompromisse und Mehrheiten erstreiten.

Was wäre denn zum Beispiel so schlimm daran, integrationswilligen Flüchtlingen alle Möglichkeiten und Hilfe zur Verfügung zu stellen und im Gegenzug polizeibekannte Intensivstraftäter, abzuschieben. Gäbe es da wirklich keinen Konsens zwischen den Linken und der AfD? Mehr Lehrer, mehr Polizei usw. Da gibt es doch parteiübergreifend, sicher Einigkeit.

Ich weiß, das es naiv klingt. Aber die Bürger wollen nichts anderes. Nur stehen parteipolitische Interessen über denen der Bürger.

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28.10.2019, 18.37 Uhr
PIMI | an crimderöder
Das ist wohl war. Diejenigen, welche dank Bergmannsrente einen ordentlichen Lebensabend geniessen können- und ich gönne das den Kumpels und deren Frauen NEIDLOS, die haben eben eine Partei gewählt, die auch dank Herrn Schard vor Ort nicht nur zur Wahlzeit ordentlich präsent ist . Ich meine sowohl Herr Schard als auch Herr Krautwurst hätten bessere Chancen wenn deren Führerin, VDL, AKK nicht genug vermasselt hätten ). Die nächste Generation wählt anders weil die Altersarmut kommen wird. Und die übernächste Generation haut ab aus Thüringen.

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28.10.2019, 18.39 Uhr
tannhäuser | Irgendwann in der Zukunft...
...die viele von uns wohl nicht mehr erleben werden (So schätze ich bei allem Respekt altersmäßig die meisten Kommentatoren ein), wird es auch in Deutschland ein Zweiparteiensystem nach US-Vorbild geben.

Sowas wie Republikaner gegen Demokraten, wobei letzterer Begriff bei gewisser Kundschaft in Deutschland schon wieder ein Deckmantel sein könnte.

Die selbsternannte bürgerliche Mitte, die aus angeblichen früheren Volksparteien besteht, zerlegt sich derzeit selbst und kann damit genauso gut zu einem Rand wandern, bei dem sie sowieso argumentativ wildert.

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28.10.2019, 21.42 Uhr
Th. Wurst | Es erinnert an die DDR
Rot Rot Grün, wurde vom Volk abgewählt, jeder der Wähler hat dafür seine Gründe, daher versteht man nicht das die Parteien dennoch sich drehen und wenden wollen damit nach der Wahl möglichst alles wie vor der Wahl zu sein hat. Siehe da wie zu DDR Zeiten das Volk kann Wählen aber nach der Wahl ist meist alles möglichst so zu sein wie vorher. Die Ängste und Gründe der Wähler die anderes wollen sind dabei Egal. Anstelle um zu denken klebt man lieber so wie gewohnt am Beamtenstuhl könnte ja sonst eine weitere spärliche Diätenerhöhung verloren gehen. Um von allen Parteien Mal auch im allgemeinen Mal zu sprechen. Der Wunsch des Volkes ist bei Wahlen eh nicht gefragt. Jeder der Parteianhänger ist sich nur selbst der nächste, und der Wunsch die Macht keinstenfalls zu verlieren. Egal was das Wahlergebnis aussagt von uns allen.

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28.10.2019, 22.12 Uhr
PIMI | >Abstimmung mit den Füßen
Wenn man die Situation hier vor Ort mal klar betrachtet, dann bleibt nur eine kulturelle Hommage von Purple Schulz aus ,,Noch einTag,noch ein Jahr": ,, was für eine gottverlassne Gegend in einem gottverlassnem Land ". Jeder wer nicht wegen Hab und Gut oder Eltern zu pflegen ( wie ich ) einen Grund hat Durchzuhalten, der flüchtet aus der DDR 2.0. unter einem Wessi mehr schlecht als recht geführt.

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29.10.2019, 05.54 Uhr
icke58 | Zur Wahl!!
Herr Mohring treten Sie zurück mit soviel Stimmen Verluste das gab es noch nie bei der CDU..

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29.10.2019, 06.46 Uhr
Paulinchen | Da gibt es aber noch...
... einen ehemaligen Politiker und Buchautoren, der ganz sicher zur Zeit vor Lachen nicht in den Schlaf kommt. Der Titel eines seiner Bücher trägt den Namen : Deutschland schafft sich ab. Wäre er vielleicht der bessere Kandidat für die Nachfolge von Merkel?
Am besten wäre es, wenn wir alle Berufspolitiker, von der ersten bis zur zehnten Reihe, wegen Unfähigkeit, mittels Parteiausschluss, von ihren Schaukelstuehlen stoßen. Sie dienen nur ihrem Machterhalt und ihren Konten. Es sind Heuchler, wenn sie die Eidesformel sprechen :..... so wahr mir Gott helfe. Ich werde zu keiner Wahl mehr gehen. Ich schließe mich denen an, welche in der Regel die meisten Stimmen bekommen haben, die Nichtwaehler. Dan freue ich mich auf das Wahlergebnis, wenn es heißen wird, keine Partei hat die 5% Hürde erreicht. Und das wird nicht mehr lange auf sich warten lassen.

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29.10.2019, 08.06 Uhr
Heimathistoriker | Paulinchen
Ich kann Ihenn lediglich nur ein wenig folgen. Was ist, wenn von der "normalen" Bevölkerung niemand mehr Wählen geht?

Ganz einfach: da gibt es immernoch genug Parteimitglieder, Parteisoldaten, Parteifans und Parteivasallen, die IHRE Partei wählen werden. So macht die 5%-Hürde kaum einen Sinn. Stellen Sie sich doch nur mal folgendes, hypothetisches Szenario vor: niemand hätte am Sonntag die CDU, Linke, SPD, Grüne, MLPD, AfD, NPD, Direkte usw. usf. gewählt, sondern es wäre Thüringenweit (!) nur EINE Person wählen gegangen und hätte die FDP gewählt. Was wäre dann? Laut Wahlrecht, soweit ich es verstehe, hätte dann die FDP 100% der Landtagsplätze.

Von daher macht es weniger einen Sinn, nicht Wählen zu gehen, sondern die Stimme einer Kleinpartei zu geben oder gar UNGÜLTIG, ebenfalls eine demokratisches Mittel, was einem Wähler in der Bundesrepublik gegeben sein muss, machen. Dies wurde, laut meinen Recherchen, das letzte mal im Saarland 1952 als Proteststimme gedeutet. (Deutschland war nach dem zweiten Weltkrieg ja schließlich viergeteilt, bis 1990/91 dreigeteilt.) Zitat: "Bei der Landtagswahl im Saarland 1952 waren 24,5 % der Stimmen ungültig. Die hohe Zahl der ungültigen Stimmen erklärt sich mit dem Verbot der Demokratischen Partei Saar (DPS), die eine Wiedervereinigung des Saarlandes mit Deutschland forderte." (Quelle: https://www.wahlrecht.de/lexikon/ungueltig.html)

Es macht jedoch mehr Sinn, seine Stimme einer Kleinpartei zu geben: "Das Gerücht, ein ungültiger Wahlzettel könne die Wahl beeinflussen, hält sich wacker. Doch ungültige Wahlzettel haben auf das Parlament genauso viel Einfluss wie nicht wählen zu gehen – nämlich gar keinen. „Weder Wahlenthaltung noch ein ungültiger Stimmzettel sind eine sinnvolle Aktion. Wer Protest zeigen will, müsste sich für eine Oppositionspartei entscheiden oder eine eigene Partei gründen“, sagt Wahlforscher Kai Arzheimer von der Universität Mainz." (Quelle: https://www.focus.de/politik/deutschland/wahlen-2009/bundestagswahl/tid-15526/bundestagswahl-irrtum-6-ungueltige-stimmzettel-beeinflussen-die-wahl_aid_435941.html)

Mit Herrn Sarazin haben Sie insofern Recht: Ja, der Mann kommt vor Lachen nicht mehr in den Schlaf, aber nicht, weil er von Ihnen als nächster Bundeskanzler, so interpretiere ich Ihre Zeilen, gehandelt wird, sondern weil wir so dumm sind, seine Schriften zu kaufen, er von der Deutschen Bundesbank in allen Ehren und mit vollem Sold verabschiedet wurde usw. usf.. Zitat Bund der Steuerzahler: „Sollte der Abschied nun auch noch zusätzlich vergoldet werden, hat das nicht nur ein Geschmäckle, sondern das ist nicht in Ordnung.“ oder auch Katja Kipping, Die Linke: „Sarrazin wird durch Hetze reich und erhält dafür offenbar sogar noch Amtshilfe aus dem Bundespräsidialamt. Das ist ein goldener Handschlag in Raten.“ (Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Thilo_Sarrazin#Mitglied_des_Vorstands_der_Deutschen_Bundesbank ; sowie fortfolgende)

Außerdem: warum sollte sich der alte Mann jetzt noch diesem Stress aussetzen?

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29.10.2019, 09.53 Uhr
Kama99 | @icke58
Sehe ich genau so. Aber wird er nicht, da geht er lieber mit den Linken zusammen was vorher komplett ausgeschlossen wurde. Dies wäre in meinen Augen Wahlbetrug. Ist aber bei der CDU neuerdings wohl Mode. Siehe U.v.d.Leyen, AKK...

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29.10.2019, 11.17 Uhr
Tyrion | Sinn für Realitäten verloren
Herr Schulze faselt hier was von Nachfolgepartei der SED . Ich kann das nicht mehr hören .Das ist doch Geschichte . Herr Ramelow kommt aus den alten Bundesländern. Von SED- Mitgliedern bei der Linken kann doch wohl kaum noch eine Rede sein.
Er schreibt weiter,daß 30% der Thüringer den Sozialismus gewählt haben. Das ist Unsinn .Die Thüringer haben Ramelow gewählt, weil er realistische Politik gemacht hat und keine unsägliche Schaumschlägerei a la Merkel .
Im übrigen finde ich den Vorschlag so schlecht nicht, daß die Linke mit der AfD zusammengehen sollte. Wenn deren Chef Höcke nicht wäre...

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29.10.2019, 16.16 Uhr
Rammstein | @Tyrion
Hallo,
ich stimme Ihnen vollkommen zu.
Warum regt sich denn keiner über die ehemalige FDJ-Sekretärin fur "Agitation & Propaganda" in Berlin auf?
Da hat man wohl längst kapituliert.
Wir wissen wo es lang geht!
Schönen Abend noch.

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29.10.2019, 16.56 Uhr
tannhäuser | Die Idee Linke mit AfD...
...als Koalition ist wirklich charmant.

Wenn Minus plus Minus auch in der Politik Plus ergeben könnte, würde die selbst ernannte Bürgerliche Mitte noch blasser als derzeit aussehen.

Dann könnte auch ein Exodus an die jeweils passenden Ränder erfolgen und meine neulich erwähnte Zukunft mit 2 Parteien als Ersatz für die 3 bis 5 anderen, die (Zumindest in den Ländern) armselig zwischen 5-Prozent-Hürde und zweistellig vor sich hin vegetieren, schneller als erwartet Realität werden.

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29.10.2019, 17.07 Uhr
Kama99 | @Rammstein
Was soll man sich noch über Fr. Merkel aufregen? Die ist doch schon seit Wochen fast von der Bildfläche verschwunden. Der geht das doch scheinbar alles am Ar... vorbei. Die sitzt ihre Zeit noch ab und fertig.

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29.10.2019, 17.34 Uhr
A-H-S | Keine Koalition möglich? Na und?!
Was soll es werden? Dann sind eben keine Koalitionen möglich. So etwas gibt es im Sondershäuser Stadtrat oder im Kyffhäuser Kreistag auch nicht und Entscheidungen werden trotzdem gefällt.

Ist zwar nicht ganz vergleichbar, aber wir dürfen eben nicht in herkömmlichen Bahnen denken.
Den Regierungsauftrag hat Bodo vom Wähler erhalten. Jetzt muss er sich eben eine Mehrheit suchen, wenn er etwas durchsetzen will. Genau so gut können aber auch alle anderen Parteien im Landesparlament Anträge einbringen. Findet sich eine Mehrheit, gilt das als beschlossen und die Verwaltung hat sich um die Umsetzung zu kümmern. Eine Art parlamentarische Demokratie.

Was in einem Jahr ist, werden wir sehen. Vielleicht funktioniert es, vielleicht findet sich ein rot-schwarzes Paar, vielleicht findet sich eine "liberal-konservative" Koalition.
Ich denke, dass es dem Ton im Parlament ganz gut tun wird, wenn man sich miteinander unterhalten muss, weil man sonst nichts durchbekommt.

Was nicht passieren sollte: Neuwahl. Wir können nicht wählen lassen, bis uns das Ergebnis zusagt. Das sind horrende Kosten, die wir auch anderweitig sinnvoll einsetzen können. Und ob sich am Ergebnis etwas ändern würde, weiß man auch nicht.

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29.10.2019, 17.39 Uhr
Wolfi65
Der Beitrag wurde deaktiviert – Gehört nicht zum Thema
29.10.2019, 19.32 Uhr
Micha123 | Linke und AfD
Es ist eigentlich unvorstellbar, dass Linke und AfD zusammen eine Regierung bilden. Aber genau dies könnte passieren und wäre vielleicht keine schlechte Alternative.
CDU, SPD, Grüne - alles Verlierer der Wahl. Der Wähler wollte diese Parteien nicht mehr. Also lasst die Gewinner ran.
Höcke hin oder her. Ein Bodo Ramelow wurde auch zig Jahre vom Verfassungsschutz überwacht. Was ist an den Aussagen von Höcke verkehrt? Ist es strafbar ein Patriot zu sein? Und langsam merken auch die Wähler, dass die "Nazi- oder Faschisten-Keule" kein Einschüchterungsmittel mehr ist.
Der Wähler hat auch ein Zeichen gegen die Bundespolitik gesetzt, gegen die CDU und SPD Koalition. Die Zeiten, dass diese Parteien Volksparteien genannt werden - die sind längst vorbei, weil sie am Volke vorbeiregieren und nur mit sich selbst beschäftigt sind.
Und noch etwas an die "Grüne - Verbotspartei". Seit zig Jahren sparen wir Strom und Sprit und alles Mögliche. Aber im Geldbeutel merkt man es nicht. Wenn ihr mir eine neue Heizung bezahlt, ein neues Auto - gerne nehme ich dies an. Aber was bringt das, wenn der Rest der Welt nicht mit macht? Oder haben wir über Deutschland eine Kuppel und unser eigenes Klima??

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29.10.2019, 21.32 Uhr
Paul | Micha 123
Absolut klasse was du da geschrieben hast. Es ist genau das was die Leute beschäftigt und interessiert. Nur interessiert das unsere "Regierung" nicht. Und dann wird sich ein Wunderbeutel umgehängt, wie so etwas kommen kann. Nun die DDR-Bürger haben das alles life miterlebt. Wenn man jahrzentelang am eigenen Bürger vorbei regiert und die Zeichen der Zeit verkennt und nicht war haben will. Und nun ist es soweit für diesen Verein, die Bezeichnung Regierung verdienen die schon lange nicht mehr.

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29.10.2019, 22.51 Uhr
Andreas Dittmar | Da könnte man viel schreiben
Die Gräben sind viel zu tief @Micha123 und der AfD wie auch der Die Linke Wähler würde so etwas gnadenlos abstrafen.

Auch wenn beide Parteien eine soziale Komponente mitbringen, fehlt mir bei den Linken die Meinungsfreiheit und die Akzeptanz des staatlichen Gewaltmonopols der Polizei.

Viele denken : 30 Jahren nach dem Ende der DDR hat sich die Linke gewandelt und kann nicht mehr mit der SED verglichen werden. Ramelow kommt eh aus dem Westen. Auch die Bonner Republik hat einen roten Schandfleck. Hans Martin Schleyer, Jürgen Ponto, Siegfried Buback, ihre Sicherheitsleute wurden von Linksextremisten kaltblütig ermordet weil sie denen nicht ins Weltbild passten.

Das SED-Regime pflegte beste Kontakte zur PLO. Auf das Konto dieser Leute gingen zB. das Münchner Olympia-Attentat und die Entführung der Landshut. Irgendwann hat auch Arafat eingesehen, dass es so keinen Frieden geben kann. Er und sein israelischer Verhandlungspartner zahlten ihr Engagement mit dem Leben.

Mielke, der Meister der Angst startete seine Karriere als Antifa-Kämpfer in der Weimarer Republik mit zwei Polizistenmorden. Die Strafe nach der Wende und es gab wirklich nur diese Anklagepunkte ? Lächerlich.....

Bei den Toten an der Mauer und auch an der innerdeutschen Grenze muss man differenzieren. Sich den Weg nach drüben frei schießen ist aus meiner Sicht genau so verwerflich wie Schüsse auf unbewaffnete Flüchtende. Dort an der Grenze waren auch Leute welche nicht immer freiwillig ihren Grundwehrdienst ableisten mussten.

Was passierte eigentlich mit Stasi-Leuten, welche im Ausland ihr Werk verrichteten ? Da traf das Bundesverfassungsgericht im Zuge des Prozesses gegen Markus Wolf eine Grundsatzentscheidung. Diese Leute wurden nicht mehr verfolgt, weil sie für einen souveränen Staat legal auf Basis der dort geltenden Gesetze arbeitete. Damit wurde Unrecht zu Recht und ich spekuliere mal : Die Grundlage geschaffen, dass Zuträger im Westen in Ruhe schlafen und Linke im Osten wieder in deutsche Parlamente einziehen durften.

Nach dem Sozialismus soll wohl der Kommunismus kommen, der Traum von einer klassenlosen Gesellschaft. Leider blieb auch dieses Verbrechen der Menschheit nicht erspart. Die Ergeignisse im Kambodscha der 70'er sollten jedem Demokraten eine Warnung sein.....

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30.10.2019, 05.01 Uhr
PIMI | Danke, Herr Dittmar
Ich wundere mich nur, warum ihr Beitrag der Zensur hier entgangen ist. Ist vielleicht auch von der Tagesverfassung abhängig. Und um es auf den Punkt zu bringen, deutsche Geschichte wiederholt sich. Wir haben zwei starke Lager, die Extremismus betrieben. Eine neo Weimarer Republik, nur dass die Führer nicht mehr Thälmann und Röhm heißen.
BR meets BH !

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30.10.2019, 07.57 Uhr
henry12 | @Andreas Dittmar
Und dieses Regime haben Sie überlebt ?
Wie haben Sie denn das geschafft, Wahnsinn !!!

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30.10.2019, 10.51 Uhr
Herr Schröder | Andreas Dittmar
Da sagen sie in der Tat viel Wahres! Aber dabei sollten sie / ihre Partei auch immer auch in den Spiegel schauen. So lange eine AfD einen Höcke in ihren Reihen duldet bleibt diese Partei für mich nicht wählbar, unabhängig von anderen Personen und Programmen. Höcke hat die Äußerung über das Holocaust-Mahnmal als einen Fehler bezeichnet. Nun frage ich mich, was meint er. War es ein Fehler so etwas zu denken und zu sagen, oder war es nur ein Fehler so etwas laut auszusprechen obwohl man es denkt?! Höcke hat der AfD eine Menge Stimmen beschert, nicht umsonnst hat die NPD viele Stimmen verloren. Seine Aussage über das Holocaust-Mahnmal war dabei bestimmt hilfreich! Ich bin auf den AfD Parteitag gespannt genau so wie auf den der CDU und der SPD. Auf allen dreien herrscht eine sehr explosive Stimmung. Ich hoffe Phönix überträgt alle drei wieder live!
Um eines vorweg zu nehmen, ich habe weder die drei o.g. Parteien noch Grüne oder Linke gewählt, ich freue mich über den Einzug der Liberalen in den Landtag, obwohl ich auch da nicht alle Meinungen teile. Aber Demokratie bedeutet eben auch immer Kompromisse!

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30.10.2019, 11.55 Uhr
Andreas Dittmar | Kein Platz für Extremismus
Man muss sich von Extremismus abgrenzen. Weder Rechtsextremismus noch Linksextremismus darf geduldet werden. Ausübung von Gewalt, Aufruf zu Gewalt und deren Verherrlichung sind Extremismus. Das fängt auch für mich beim Hitlergruß und dem Niederschreien des politischen Gegners an und gipfelt in Brandanschlägen und Übergriffen gegen Personen. Das ist nicht Meins.

Björn Höcke hat gesagt, er würde diese Rede so nicht noch einmal halten. Darüber zu urteilen, wie er das nun genau meint, wäre Spekulation.

Meine persönliche Einstellung : Gedenken und Verantwortung aus der Geschichte muss aktiv gelebt und nicht nur auf einem Platz in Berlin einzementiert werden. Das betrifft die bedingungslose Anerkennung des Existenzrechts des Staates Israels und das konsequente Vorgehen gegen Antisemitismus, egal aus welchem Spektrum dieser kommt.

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30.10.2019, 12.16 Uhr
Tor666
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