eic kyf msh nnz uhz tv nt
Anzeige symplr (4)
Fr, 19:29 Uhr
17.04.2020
Meldungen aus dem evangelischen Kirchenkreis

Konfirmationen werden verschoben

Bedingt durch die derzeitige Situation der Corona-Pandemie, die das öffentliche Leben in starkem Maße beeinflusst, sind nicht nur Veranstaltungen der Kommunen, sondern auch Veranstaltungen der Kirche betroffen. Dazu diese Meldung aus dem evangelischen Kirchenkreis Bad Frankenhausen-Sondershausen...

In enger Abstimmung mit dem Kyffhäuserkreis wurden bereits am 13.03.2020 alle Veranstaltungen und Gottesdienste im Kirchenkreis abgesagt. Dies geschah in dem Bemühen und unter der Überschrift „Vertrauen wagen – Ansteckungsketten unterbrechen“.
„Das fiel uns nicht leicht, denn Gottesdienste und Gemeindeveranstaltungen sind Ausdruck eines lebendigen Glaubens und dienen der Gemeinschaft und der Selbstvergewisserung vor GOTT. Auf sie zu verzichten ist dezidiert nicht im Sinne von Gläubigen, die gerade in Notzeiten der Geschichte die Gemeinschaft im Gebet such(t)en. Sie abzusagen ist ein großes Opfer zum Wohle der Allgemeinheit, das auch nicht endlos durchgehalten werden kann“, so Superintendent Kristóf Bálint.

Dass im Kyffhäuserkreis nur relativ wenige Menschen (im Vergleich zur Gesamtbevölkerung) an Corona erkrankten, obwohl wir in der Anfangszeit ein Hotspot von Erkrankungen in Thüringen waren, ist dem umsichtigen Agieren der Entscheidungsträger im Landratsamt, den Kommunen, der Kirche und dem zum großen Teil verantwortungsvollen Befolgen der Regeln durch die Einwohner zu verdanken. „Noch müssen wir keinen durch Corona verstorbenen Bürger unseres Landkreises betrauern. GOTT sei Dank“ so der Superintendent.

Für Christinnen und Christen waren schon die vielen abgesagten und oft schon intensiv vorbereiteten Ostergottesdienste in den Kirchen vor Ort ein enormer Verlust. Schließlich ist Ostern der höchste Festtagzyklus der Christenheit.
An vielen Stellen wurden viele analoge und z.T. neue Wege gesucht und gefunden, um Gemeinde dennoch im Gebet zu sammeln und miteinander Gottesdienst zu feiern. Beispiele dafür finden sich auf der Homepage des Kirchenkreises unter https://www.suptur-bad-frankenhausen.de/-coronabedingte-infos-aus-dem-kk-/ bzw. https://www.suptur-bad-frankenhausen.de/glaube-und-leben/predigten/.

Nun stehen die Konfirmationen an, die traditionell von Ostern bis Trinitatis stattfinden. Gerade für viele Jugendliche, die sich konfirmieren lassen wollen, ist es schmerzlich, dass die Konfirmationen nicht zur ortsüblichen Zeit stattfinden werden können.

Zwar hat ein heute geführtes Gespräch zwischen Bundesregierung und EKD ergeben, dass eine schrittweise Rückkehr zur Normalität ab Anfang Mai wieder ermöglicht werden soll (Gottesdienste rücken wieder näher; siehe https://www.tagesschau.de/inland/gottesdienst-corona-kirche-101.html), jedoch werden diese unter noch zu entwickelnden Hygienekonzepten sehr starken Auflagen unterliegen. „Und gerade das wird das Problem werden“, so Superintendent Kristóf Bálint. „Wie soll eine Kirchengemeinde sicherstellen, dass in Ihrer kleinen Dorfkirche der Abstand von 1,50 – 2 Metern zwischen den Konfirmationsgottesdienst-Besuchern eingehalten wird? Wenn in einem Ort mehrere Jugendliche konfirmiert werden, kommen leicht 100-200 Gottesdienstbesucher zusammen, die sich alle in Anwesenheitslisten eintragen, die Hände desinfizieren und ihre Masken aufsetzen müssen, die Liederbücher und Buchablagen berühren. Dies alles müsste unter Hygienegesichtspunkte betrachtet und nachweislich abgesichert werden, damit nicht hohe Strafen fällig werden und aus dem guten Ansinnen ein essentieller Schaden erwüchse. Auch eine Konfirmation von einzelnen nacheinander ist nicht realistisch, weil dann zwischen den jeweiligen Konfirmationen sämtliche Kirchenbänke, Gesangbücher… desinfiziert werden und die Kirchen durchgelüftet werden müssten. Wem können wir das mit welchen Vorkehrungen (Schutzkleidung etc.) zumuten, ohne die Gefahr einer Ansteckung zu riskieren?“

Anzeige symplr (1)
„Eingedenk dieser Problematik habe ich bereits am 03. April die Pfarrerinnen und Pfarrer darauf hingewiesen, dass Sie mit ihren Gemeindekirchenräten und den Konfirmandenfamilien nach Alternativen suchen sollen, die realistisch durchführbar und sicher für alle Beteiligten sind. Niemand will riskieren, dass nach einer schönen Konfirmation ein Teilnehmer aus einer Hochrisikogruppe nach 14 Tagen beerdigt werden muss und weitere Personen z.T. heftig erkranken. Wie schnell das geht, haben wir im Februar/März bei den Wintersport-Heimkehrern aus Ischgl gesehen.“

„Insofern scheinen aus heutiger Sicht zwei Möglichkeiten einigermaßen vertretbar. Zum einen die Verlegung der Konfirmation in den Herbst oder die Verlegung in das nächste Jahr, entweder zeitlich vor die Konfirmation des Jahrgangs 2021 oder zeitgleich mit ihr. Entscheiden müssen das, entsprechend des Vorgaben von Bund, Freistaat und Landeskirche, die jeweiligen Kirchengemeinden selbst. Denn alle jetzigen Einschränkungen sind ja durch die eben genannten Vorgabengeber begründet. Insofern sind wir alle, die gesamte Gesellschaft darauf gewiesen, unsere Entscheidungen sorgsam abzuwägen, damit Vertrauen gewagt und Ansteckungsketten weiter unterbrochen werden. Das dient uns allen“ so Superintendent Kristóf Bálint.




Autor: khh

Anzeige symplr (6)
Kommentare

Bisher gibt es keine Kommentare.

Kommentare sind zu diesem Artikel nicht möglich.
Es gibt kein Recht auf Veröffentlichung.
Beachten Sie, dass die Redaktion unpassende, inhaltlose oder beleidigende Kommentare entfernen kann und wird.
Anzeige symplr (9)
Anzeige symplr (8)