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Mo, 20:04 Uhr
07.09.2020
Thüringer HC im ersten Spieltag

Gegen den Favoriten beherzt gegenhalten

Für den Thüringer HC, der in Ketsch bei den Kurpfalz Bären einen Pflichtsieg gelandet hat, geht es schon zu Beginn der Saison in eine erste englische Woche...

Der Gegner vom kommenden Mittwoch, die SG BBM Bietigheim, muss bereits am nächsten Wochenende in der EHF Champions League ran. Am zweiten Spieltag sind die Karten von vornherein klar gelegt, eigentlich sollte Bietigheim mit seinem Top-Team internationaler Stars nicht verlieren. Der THC sieht sich nicht in der Favoritenrolle und ob annähernd auf Augenhöhe wie die Jahre zuvor, muss sich erst zeigen. Trotzdem will die Mannschaft um ein gutes Ergebnis ringen.

Rückblick:
In Ketsch hat der THC seine Pflichtaufgabe erfüllt, zwei Punkte gewonnen, mehr recht als schlecht. Herbert Müller sah noch „viele Fehler“ bei der eigenen Mannschaft. Sowohl im Angriff als auch in der Deckung gibt es noch viel zu tun.

Für den Anfang war das ein Gegner nach Maß, der sich tapfer wehrte und mutig den Kampf suchte. „Wir haben sehr nervös begonnen, müssen in der Deckung viel kompakter stehen und haben so erst mit enormer Kampfkraft ein Übergewicht erzielt. Auch der Angriff hat noch lange nicht die Effektivität und Durchschlagskraft, wie ich sie mir vorstelle.“.

Indes wurde das Ziel erreicht, die beiden Punkte konnten auf die Heimreise mitgenommen werden. „Im ersten Spiel ging es nicht um einen Schönheitspreis“, sagt Herbert Müller und schaut nach vorn.

Der Gegner:
Der Deutsche Meister von 2017 und 2019 ist wie Borussia Dortmund ein Favorit auf den deutschen Meistertitel in der Saison. Dafür hat sich die Mannschaft nach den Abgängen der niederländischen Weltmeisterinnen Laura van der Heijden und Angela Malestein sowie Nationaltorhüterin Dinah Eckerle (alle nach Ungarn) wieder mit namhaften internationalen Top-Spielerinnen verstärkt. Dazu zählen unter anderen die norwegische Nationaltorhüterin Emily Stang Sando, die Mannschaftsführerin der dänischen Nationalmannschaft Stine Jørgensen, ihre Landsmännin Trine Østergaard Jensen, die auf Rechtsaußen Angela Malestein ersetzen soll, und die deutsche Nationalspielerin Xenia Smits, die vom französischen Meister Metz zur SG wechselte.

Mit sechs Zugängen und dem neuen Trainer Markus Gaugisch hat Bietigheim einen deutlichen Umbruch zu verzeichnen, nicht aber so dramatisch wie der Umbruch beim THC. Mit den „alten“ Routiniers Kim Naiszinavicius, Karolina Kudlacz-Gloc und Anna Loerper verfügt Bietigheim über international sehr erfahrene, torgefährliche Rückraumstrategen. Der Kader des THC-Gegners steht somit auf einem sehr hohen Niveau. Keine andere Mannschaft der Liga ist so ausgeglichen stark besetzt wie Bietigheim. Herbert Müller sieht sie deshalb noch knapp vor Dortmund. Die neue Mannschaft der SG BBM Bietigheim selbst setzt sich hohe Ziele: „Wir wollen Meister werden!“, unterstreicht Markus Gaugisch und „in der Champions League soll erstmals der Sprung ins Viertelfinale gelingen“. Der Thüringer HC indes hat acht Abgänge zu kompensieren, sowie acht Neuzugänge auf wichtigen Positionen zu integrieren. Am meisten vermisst der THC-Trainer Iveta Koresova, die in der Mutterpause ist und vielleicht zu Beginn des kommenden Jahres wieder zur Mannschaft stößt.

Zum Spiel:
In Ludwigsburg ist der THC in der Außenseiterrolle deutlicher als je zuvor. Das muss man so annehmen, alles andere wäre Augenwischerei. Goliat gegen David, dabei waren beide Klubs im OLYMP Final4-Finale 2019 auf Augenhöhe und der THC glücklicher Sieger. Die Ausgangslage zu Beginn der neuen Saison ist nun eine andere. Trotzdem will die Mannschaft gegen Bietigheim mutig auftreten, sich nach Kräften wehren und ihre eigenen Stärken entwickeln. Das ist bei so einem enormen Umbruch ein Lernprozess, der noch ein paar Wochen dauern wird. Herbert Müller gibt sich entsprechend kämpferisch. „Wir fahren nach Ludwigsburg in einer wohltuenden Außenseiterrolle. Schauen wir mal. Wir werden nichts herschenken, aber wir müssen schon ganz viel THC-Gen aktivieren und über das Kollektiv kommen. Mit unserem Mannschaftsgeist, der den THC über die Jahre hinweg ausgezeichnet hat, können wir dagegen halten. Gegen Bietigheim haben wir absolut nichts zu verlieren, das sollte Kräfte freisetzen.“.

Zum Kader:
Maike Schmelzer fällt wegen des Heilungsprozesses, der nach einem Bänderriss im Fuß noch andauert, weiter aus. Auch Ines Khouildi ist leider am Knie verletzt und fehlt in Bietigheim. Deshalb hat sie schon in Ketsch nicht spielen können. Als Abwehrspezialistin fehlt sie natürlich im Innenblock. Alle anderen Spielerinnen sind einsatzbereit und werden gegen Bietigheim dabei sein.
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