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Do, 18:25 Uhr
15.04.2021
Kriminalstatistik 2020

Häusliche Gewalt hat zugenommen

Die Kriminalstatistik 2020 zeigt den niedrigsten Stand an Straftaten seit 1993. Dennoch bleiben Problemfelder wie häusliche Gewalt, Kinderpornografie und Gewalt gegen Polizei- und Rettungskräfte. Die Zahlen und Schlussfolgerungen wurden heute in Berlin vorgestellt...

Festnahme (Symbolbild) (Foto: 4711018 auf Pixabay ) Festnahme (Symbolbild) (Foto: 4711018 auf Pixabay )
"Von Jahr zu Jahr verzeichnet die Polizei weniger Straftaten", erklärte Bundesinnenminister Horst Seehofer gleich zu Beginn der heutigen Pressekonferenz in Berlin. Gemeinsam mit dem IMK-Vorsitzenden und baden-württembergischen Innenminister Thomas Strobl und BKA-Präsident Holger Münch stellte er heute die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) für das Jahr 2020 vor.

So ist die Zahl der Straftaten gegenüber 2016 um über 1 Million gesunken. Trotz einer höheren Bevölkerung befindet sie sich damit auf dem niedrigsten Stand seit 1993. "Sinkende Fallzahlen bei gleichzeitigem Bevölkerungszuwachs: Die Entwicklung ist ausgesprochen positiv", betonte der Bundesinnenminister.

Im Jahr 2020 hat die Polizei insgesamt rund 5,3 Millionen Straftaten festgestellt, ein Rückgang um 2,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die Aufklärungsquote war mit 58,4 Prozent so hoch wie noch nie.

Weniger Wohnungseinbrüche und Gewaltkriminalität, mehr Online-Betrug und häusliche Gewalt
Die Kriminalstatistik des vergangenen Jahres müsse zwangsläufig mit der Corona-Pandemie in Zusammenhang gebracht werden, so Seehofer. Während des Lockdowns verlagerten sich große Teile des Lebens in den nichtöffentlichen Raum, das Dunkelfeld sei dadurch höchstwahrscheinlich gewachsen.

Gerade bei Wohnungseinbrüchen sei 2020 ein starker Rückgang zu verzeichnen, auch Raubdelikte gingen zurück. Gleichzeitig erreicht der Anteil des Warenbetrugs im Onlinehandel mit 11,5 Prozent einen neuen Höchststand.

Als besorgniserregend bezeichnete der Bundesinnenminister den Bereich häusliche Gewalt. Seit Beginn der Corona-Pandemie verzeichneten die Hilfetelefone deutlich erhöhte Anrufaufkommen. "Wir müssen die Straf- und Gewalttaten gegen Frauen und deren Motivation in den Polizeistatistiken besser erfassen, das lehren uns die letzten Monate," erklärte der Bundesinnenminister. Dazu sei er mit den Ländern bereits im Gespräch.

Problemfeld Kinderpornografie und steigende Gewalt gegen Polizei- und Rettungskräfte
Trotz des allgemein positiven Trends beleuchtete Bundesinnenminister Seehofer auch einige besorgniserregende Trends. Dazu gehört die Verbreitung kinder- und jugendpornografischer Schriften. Dort verzeichne die Statistik seit Jahren starke Anstiege - 2020 gab es eine Zunahme um über 54 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. "Eine Ursache für den Anstieg ist die Aufhellung des Dunkelfeldes. Wir sehen mehr als vorher", so Seehofer. Außerdem habe man im Vorjahr schärfere Strafgesetze beschlossen.

Noch wichtiger als die Ermittlung der Täter im Nachhinein sei aber die Verhinderung der Taten an sich. "Kinder und Jugendliche müssen besser über mögliche Gefahren aufgeklärt werden, das betrifft besonders die Nutzung sozialer Medien."

Als Bundesinnenminister besorge ihn außerdem, dass die Hemmschwelle zur Gewaltanwendung gegen Polizei und Rettungskräfte bei Einzelnen scheinbar verloren gegangen sei. "Stattdessen werden sie als Gegner begriffen und mit allen Mitteln, auch mit Gewalt, bekämpft. Das kann ein Rechtsstaat nicht ohne Reaktion hinnehmen." Eine vom BMI in Auftrag gegebene Studie soll zeigen, wie und an welcher Stelle Polizistinnen und Polizisten im Alltag noch besser unterstützt und geschützt werden können.

Hier können Sie die komplette Statistik downloaden, außerdem stellen wir einen Kurzüberblick für Sie zur Verfügung.
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