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Do, 10:57 Uhr
17.11.2022
nnz intern: Störung der Kommentarfunktion

War es der Staatsschutz?

Warum kann man keine Kommentare mehr abgeben? Hat euch der Staatsschutz gezwungen die Kommentare abzuschalten? Ist die nnz gehackt worden? So oder ähnlich lauteten die Anfragen der letzten Tage an die Redaktion...

Kommentarfunktion gestört. (Foto: VGF) Kommentarfunktion gestört. (Foto: VGF) Seit Mitte letzter Woche war unsere Kommentarfunktion „gestört“. Es gab diverse eMail-Anfragen und Telefonate zu dem Thema. Am interessantesten war, die wohl lustig gemeinte Frage, ob es der Staatsschutz war. Dem war nicht so! Wir erzählten jedem der gefragt hat, dass wir technische Probleme haben, aber daran arbeiten. Ein Problem mit der Datenbank.

Die Wahrheit ist eine andere. Kommentare sind anstrengend!

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Wir verwenden jeden Tag viel Zeit darauf Kommentare zu lesen und im Rahmen der Regeln freizugeben oder zu sperren. Oft kommt es hierbei intern zu Diskussion, was geht und was die Grenzen unserer Regeln überschreitet. Was der eine Redakteur noch für tragbar hält, findet der technische Support dann nicht mehr lustig oder umgekehrt.

Nicht immer passt jedem was dort steht und leider schreiben viele auch Dinge, die sich nicht mit unserer persönlichen Meinung decken – das nennt sich dann Meinungsfreiheit. Nicht selten wird unter dem Deckmantel der Anonymität geschimpft, beleidigt und gepoltert oder einfach offensichtlich Falsches behauptet. Viel zu selten sind Kommentare wirklich konstruktiv.

Einigen Kritikern fällt es auch schwer, die Meinung der Kommentatoren von der Meinung der Redaktion zu trennen oder eine Sperrung ihres Kommentars zu akzeptieren – dann bekommen wir Post. Viele Sperrungen ziehen anstrengende Nachfragen und Kritik nach sich, aber auch an der Freigabepraxis gibt es nicht selten Kritik. Daher denken wir in der Regel nach, bevor wir etwas sperren. Schnell kommen dann Sätze mit „Pressefreiheit" und „Einschränkung der Meinungsfreiheit" um die Ecke.

Einige möchten bei einer Sperrung gleich Ihren Account gelöscht haben. Das tut dann immer besonders weh, weil eigentlich lassen wir sehr viel, oft sogar zu viel, durchgehen. Leider können wir dem Leser selten genau mitteilen warum, weil dann müssten wir den Kommentar ja veröffentlichen. Das eine ums andere Mal stellt sich dann die Frage, brauchen wir diesen Stress?

Von aktuell 152.447 Kommentaren haben wie im Laufe der Jahre 12.770 gesperrt, das sind rund 8,5 %. Kann man wieder so oder so interpretieren.


Aber nun zum Grund der inaktiven Kommentarfunktion. Wir wollten testen wieviel Einfluss die Kommentare auf unsere Zugriffszahlen haben und ob es die Leute stört, wenn sie nicht mehr kommentieren können.

Das Ergebnis unseres Test war relativ eindeutig. Wir konnten in sechs Tagen keinen signifikanten Rückgang der Zugriffszahlen feststellen. Die Schwankung war zu gering und lag im üblichen Rahmen. Aber, es stört die Leute. Es ist das Salz in der Suppe unseres Projektes.

Kleine Randnotiz: Nachdem die Kommentare nun wieder funktionieren, musste ich den ersten gleich wieder sperren. „Danke - Schwachmaten-Regierung Scholz!!!" stand da. Meine Anmerkung: „Verhalten Sie sich bitte höflich gegenüber anderen." Kommentar gesperrt.
Volker Georg Franke
technischer Support nnz

PS: Eine Bitte: Wenn Sie Fragen oder Kritiken zu unserer „Bearbeitungspraxis der Kommentare" haben, dann teilen Sie uns das nicht in einem weiteren Kommentar mit, denn den müssten wir wiederum sperren „Gehört nicht zum Thema". Kritiken und Hinweise bitte deshalb immer an nnzredaktion@gmail.com Vielen Dank. PSG (Herausgeber)
Autor: vgf

Kommentare
Querdenker
17.11.2022, 11.49 Uhr
Sehr gut...
... dem ist nichts hinzuzufügen !
Leser X
17.11.2022, 12.07 Uhr
Den Versuch war es sicher wert
Sowas ähnliches hatte ich mir fast gedacht und "Versuch macht klug".

Dass die Aufrufe nur geringfügig sanken, war bestimmt auch der Neugier geschuldet, ob es "wieder geht".

Ich persönlich bin froh darüber. Der Austausch über Meinungsgrenzen hinweg fehlt erst, wenn er nicht mehr da ist.
altmeister
17.11.2022, 12.14 Uhr
Zugriffszahlen
Liebes Team der nnz-online.de,
ich möchte Euch bzgl. der Schlussfolgerung zu den Zugriffszahlen zu bedenken geben, dass da der Hinweis war, dass es doch später wieder versucht werden solle.
Allein schon dadurch werden weitere Zugriffe generiert und es kann somit keine Schlussfolgerung innerhalb dieser knappen Woche diesbezüglich erfolgen.
Ich kann sehr gut nachvollziehen, dass gerade die Kommentarfunktion einen enormen Aufwand mit sich bringt, welcher allerdings, wie im Artikel zu lesen, das bestimmte "Etwas" Eures Medienformates ausmacht.
Danke an Euch, dass Ihr dieses so möglich macht, weiterhin viel Spaß bei Eurer Arbeit!


Anmerkung techn. Support:
Stimmt. Also das mit dem Hinweis.
6 Tage waren für ein wirkliches Fazit auch zu kurz. Es lässt sich so schwer messen.
Komiron
17.11.2022, 14.22 Uhr
Der Beitrag wurde deaktiviert – Gehört nicht mehr zum Thema des Beitrages
Totofino
17.11.2022, 16.15 Uhr
Es ist gut so,
dass die Kommentare wieder freigegeben sind, es ist ein hohes Gut hier in dieser Zeitung und wohltuend in dieser Medienlandschaft. Jeder sollte versuchen sachlich zu bleiben und auch Toleranz gegenüber anderen zu zeigen , auch wenn die Meinung des Anderen nicht der eigene Standpunkt ist. Einseitigkeit in Bezug auf z.B. Corona oder Ukraine gibt es bei anderen schon genug.

Macht weiter so !
P.Burkhardt
17.11.2022, 18.46 Uhr
Ich fand es eigentlich nicht schlecht...
...konnte ich doch die Artikel lesen, ohne grenzwertige Kommentare ertragen zu müssen. Habe mir vorgenommen, künftig die Kommentare zu ignorieren... hoffe, dass es mir gelingt.

Wer es mag und braucht, soll die Kommentarfunktion gerne weiter rege nutzen.

Anmerkung tech. Support:
Alle nnz-artikel ohne Kommentare kann man unter https://www.nordthueringen.de lesen.
P.Burkhardt
17.11.2022, 19.02 Uhr
Cool, danke techn. Support ...
...wusste ich gar nicht *Daumen hoch für euch*
Kobold2
17.11.2022, 19.07 Uhr
Staatsschutz....
erinnert mich an einen kürzlich hier freigeschalteten Kommentar , der trefflich beschrieb, das ihr hier mit eurer nicht immer nachvollziehbaren Auswahl der Freischaltung eine Blase ( OTon aus dem Kommentar) herangezogen habt, die zeitweise schwer zuhändeln ist. Den Stress habt ihr euch damit auch in Teilen selbst zuzuschreiben.
Spätestens zu Wochenbeginn war klar, warum die Kommentarfunktion nicht nutzbar war.
Einzig Erkrankung und Personalmangel wäre noch eine plausible Erklärung.
Nach 4 Wochen Abschaltung hätte so mancher das Interesse an dieser Plattform verloren.

Anmerkung techn. Support:
Leider ist die Welt nicht ganz so einfach.
Ich kann versichern, dass es keine Absicht war irgend etwas bestimmtes »heranzuziehen«. Es wird immer wieder der Fehler gemacht, einen gesperrten oder frei geschalteten Kommentar mit unserer Meinung oder einer wie auch immer gearteten Ausrichtung der nnz gleichzusetzen.
Kobold2
17.11.2022, 21.16 Uhr
Niemand
Würde ihnen eine Absicht unterstellen.
Die Entwicklung hat sich auf Grund genannter Dinge ergeben .
Dazu gern ein paar Beispiele. Warum wird eine Beleidigung erst dann zum Verstoß gegen die AGB, wenn man diese aus einem vorher freigeschalteten Kommentar aufgreift und sachlich hinterfragt, oder warum ist einen Kommentar der mit der persönlichen Anrede schon in der Überschrift beginnt, kein Chat , die Antwort darauf aber dann doch?

Anmerkung techn. Support:
Wir sind in unserm Tun leider nicht perfekt.
Beim Chaten z.B. ist es schwierig. Wir mögen es nicht, weil es in der Regel vom Artikel ablenkt und die Diskussion in andere Richtungen lenkt. Einige Kommentatoren schaffen bzw. versuchen es aber immer wieder jedes Thema z.B. in z.B. Richtung Corona, »die bösen da Oben« oder Flüchtlinge »umzubiegen«. Das ist ermüdend.
Oft werden Chat und Beitrag auch vermischt.
Inzwischen lassen wir Chats ein bisschen zu, wenn es zu viel hin und her geht schreiten wir aber ein. Es gibt also immer etwas Spielraum (ein bisschen Chat). Nach ein paar Schleifen sollte dann aber Schluß sein.
Gleiches gilt für verbale Angriffe auf Redakteure. Da werden manchmal Dinge unterstellt, die einfach Blödsinn sind.
Ich kann da nur um Verständnis und Toleranz für mache Entscheidungen bitten.
Bei Fragen kann mich jeder gerne anrufen.
Kluge schöne Frau
17.11.2022, 22.21 Uhr
Danke für die Erläuterungen, Herr Franke
Vielen Dank für Ihre Erläuterungen zu den Hintergründen des Ausfalls der Kommentarfunktion. Die von Ihnen geschilderten Nöte sind sehr gut nachvollziehbar. Und ja, die Kommentare sind das Salz in der nnz-Suppe. Deshalb begrüße ich es auch unbedingt, dass Sie sich dazu entschlossen haben, weiterhin Kommentierungen zu ermöglichen, obschon es viel Zeit und Mühe in betriebswirtschaftlich durchaus relevanter Größenordnung verursacht.

Effizienter könnte man es vermutlich gestalten, wenn man

a) die Allein-Entscheidungsträger klar benennt und
b) die Sperr-Kriterien deutlicher definiert.

Es sollte nicht passieren, dass z.B. ein Kommentar von einem Mitarbeitenden zunächst freigeschaltet und später von einem anderen Mitarbeiter wieder gesperrt wird oder umgekehrt. Das konnte man leider schon mehrfach beobachten. Das beansprucht nicht nur unnötig personelle Ressourcen, sondern beschädigt auch die Glaubwürdigkeit. Eine Person sollte entscheiden und deren Entscheidung ist umzusetzen. Da es natürlich, wie von Ihnen geschildert, innerhalb der nnz oftmals unterschiedliche Auffassungen zur Zulässigkeit eines Kommentars gibt, könnte man dem dadurch abhelfen, indem man die Alleinentscheidungskompetenz ausgewogen über die verschieden Mitarbeitenden verteilt, also am Montag bis 24.00 Uhr Herr X und ab Dienstag O.OO Uhr Frau Y. Wenn man dann gleichzeitig die Bewertungsmaßstäbe für Sperrungen von Kommentaren klarer formuliert (z.B. ist eine Holocaustrelativierung durch Impfgegner, die sich als Juden der Coronadiktatur bezeichnen gravierender zu bewerten als eine allgemeine Schimpfkanonade auch mit drastischen Worten gegen die grün-versiffte Regierung) und sich vom grundsätzlichen Credo darauf verständigt, ob im Zweifel ein fragwürdiger Kommentar eher zugelassen werden sollte oder nicht, dann kann man die Unterschiede in der Sperr-Praxis, die durch die temporäre Alleinentscheidungszuständigkeit entsteht, auch auf ein erträgliches und tolerables Maß reduzieren. Am Ende eines Monats könnte man das intern evaluieren und jeder Mitarbeitende könnte seine Kritik anbringen, welchen Kommentar man z.B. für ungerechtfertigt gesperrt oder für ungerechtfertigt freigegeben hält und daraus für die Zukunft lernen.

Anmerkung techn. Support:
Gerade darin, dass wir eine Entscheidung für oder gegen ein Kommentar ggf. revidieren sehe ich eher eine Stärke. Anmerkungen und Beschwerden Dritter müssen doch eine Chance haben. Manchmal ist das für Außenstehende verwirrend und leider gibt es keinen guten Weg das transparent zu Kommunizieren bzw. zu begründen.
Wenn gefordert wird die Regeln rechts im Kasten (Etwas Text zum Thema »Kommentare«) klarer zu fassen bin ich offen für Vorschläge.
Zum letzten Punkt: Prinzipiell diskutieren wir vereinzelt Kommentar-Entscheidungen wenn sie auftreten, wir sind eine kleine Redaktion und haben schlicht nicht die Zeit am Monatsende alles noch mal aufzurollen.
Leser X
18.11.2022, 08.39 Uhr
In der Kürze liegt die Würze
Nun haben wir ja gelesen, wie aufwändig es für die Redakteure ist, in kurzer Zeit alle Kommentare gegenzulesen. Daher sollten wir alle darauf achten, uns in Kürze zu üben. Ein Kommentar muss doch nicht langatmig und um ein vielfaches länger sein als der Artikel. Immer "an die Leser denken", und natürlich an die Redakteure.
Komiron
18.11.2022, 12.30 Uhr
vertraulich
,nur für den Dienstgebrauch
und ein Dankeschön geht raus an den technischen Support.
Dafür daß ihr unverzüglich dem Hinweis gefolgt seid
und entsprechend reagiert habt.
Meinen Respekt habt ihr !
Kokoschinski
18.11.2022, 12.55 Uhr
Dankeschön, liebes NNZ-Team
Dankeschön auch dafür, dass offensichtlich Mehrfachaccounts gesäubert wurden. Auch eine wichtige Maßnahme für eine solide Kommentarfunktion.

Es war ja schon nicht mehr feierlich, dass in einigen Threads ein und die selbe Person sich mehrfach selbst bescheinigt hat, wie sehr diese doch im Recht ist. Eigentlich traurig, wer sowas nötig hat. Schizophrene Psychosen haben hier nichts zu suchen!

Zum Rest wurde ja schon alles gesagt. Danke für die Kommentarfunktion und dem damit verbundenen administrativen, sowie moderativen Aufwand.

Und zum Schluß noch ein Vorschlag: Vielleicht wäre eine externe, ehrenamtliche Moderation eine Lösung, wie sie in typischen Internetforen üblich ist. Wäre das denkbar?
tannhäuser
18.11.2022, 20.02 Uhr
Danke auch von mir!
Mein letzter Kommentar stand eine Woche an der Spitze der Lost Liste!

Leider wurden Zeitungen darauf aufmerksam, für die ich niemals schreiben würde...Spamordner kann man ja bereinigen ;)

Herr Franke, ich ziehe meinen Hut vor Ihrer Erläuterung und dabei muss ich mit selbigem nicht mal eine Altmännerplatte kaschieren.

Anmerkung techn. Support:
:-)
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