eic kyf msh nnz uhz tv nt
Anzeige symplr (4)
Mo, 10:31 Uhr
16.03.2009

Weiterhin kostenlos!

Zum Thema Brenntag oder Kompostierung äußerte am Samstag im Forum sich Dr. Günther Meyer (VIBT) mit seiner Meinung aus kommunalpolitischer Sicht. Allerdings kann man die Meinung so nicht unkommentiert im Raum stehen lassen...

In der Leserzuschrift von Dr. Günther Meyer steht, dass Baum- und Strauchschnitt bei der SAK Sondershausen ab 2009 nur noch kostenpflichtig abgegeben werden kann. In einem Telefongespräch heute Morgen mit dem Leiter des Umweltamtes Kyffhäuserkreis, Dr. Michael Fruth, widersprach er jedoch dieser Darstellung. Dr Fruth hatte sich noch vorige Woche vom Geschäftsführer der SAK bestätigen lassen, dass bei der SAK in der Schachtstraße 5 der Baum- und Strauchschnitt weiterhin kostenfrei abgegeben werden kann. Eine Rückfrage bei der SAK bestätigte diese Tatsache. Dort erfuhr kn auch, dass tatsächlich 14 Tage lang eine pauschale Gebühr für den Transport zur Kompostieranlage Allmenhausen erhoben worden war. Das wurde aber wieder rückgängig gemacht!

Allerdings sollte der Vorschlag von Dr. Meyer geprüft werden, ob nicht doch Container nur für den Baum- und Strauchschnitt zeitweise an anderen Stellen der Stadt aufgestellt werden. Es ist auf Grund des CO2 – Ausstoßes (Kohlendioxid -Ausstoß) der Autos sicher nicht gut für die Umwelt und die Luft in der Stadt, wenn jeder Kleingärtner z.B. von Jecha mit seinem Auto bis zur Schachtstraße tuckert, nur um seinen meist sperrigen Baum- und Strauchschnitt bis in die Schachtstraße zu karren. Denn in der heutige Zeit wird sicher keiner mehr einen Handwagen benutzen.

Im Gespräch mit Dr. Fruth erfuhr kn auch, dass durch den technologischen Prozess der Kompostierung der größte Teil der Krankheitserreger des Baum- und Strauchschnitts vernichtet wird, da im Kompostierprozess die Temperatur längere Zeit über 70°C liegt. Mit einer Kompostierung im eigenen Garten könne man so ein hohe Temperatur allerdings nicht erreichen.

Aber es gibt noch einen zweiten anderen Aspekt, zu dem man Dr. Meyer widersprechen muss. In seiner Meinung suggeriert Dr. Günther Meyer dem Leser, dass das Verbieten der Verbrennung von Baum- und Strauchschnitt den CO2 – Ausstoß (Kohlendioxid -Ausstoß) reduziere. Das ist aber definitiv nicht der Fall! Sogar das Gegenteil kann der Fall sein.

Beim Verbrennen von einer bestimmten Menge Baum- und Strauchschnitt wird der im Holz gebundene Kohlenstoff C in schneller Form hauptsächlich CO2 und H2O umgesetzt. Beim Kompostieren und dem späteren Umsetzen im Garten durch Miroorganismen dauert der Vorgang nur wesentlich länger und ist nicht in Qualmwolken zu sehen (wie beim Verbrennen zu feuchten Materials). Im Endeffekt kann aus der gleichen Menge Kohlenstoff nach beide Verfahren nur die gleiche Menge CO2 entstehen. Darüber sollte man sich im klaren sein. Wer allerdings seinen Baum- und Strauchschnitt nicht im eigenen Garten kompostiert, sondern auf der Kompostieranlage in Allmenhausen verarbeiten lässt, muss natürlich in der Umwelt- und CO2 -Bilanz berücksichtigen, dass allein durch den Transport eine ganze Menge CO2 entsteht, weil ja die Lkws auch Diesel verbrauchen! Man muss sich also im klaren sein, dass die Fremdkompostierung den CO2 sogar erhöht, eine Tatsache, die einige Umweltschützer außer acht lassen in ihren Diskussionen.

Das heißt aber auch, man muss einen Kompromiss finden, zwischen dem leider oft falsch angewendeten Abrennen vor Ort und einer dabei entstehenden Qualmentwicklung, und dem geruchsfreundlicheren Fremdkompostieren bei höherer CO2 - Belastung. Auch bei der Frage Brenntage oder nicht gibt es keine allgemein gültige Regel. Das sollte eben jede Kommune für sich und seine Bürger selbst entscheiden. Und selbst dort kann es keine einheitliche Lösung geben. Die Kurstadt Bad Frankenhausen kann sich schon wegen der vielen Kurgäste keine riesigen Qualmwolken erlauben. Eine Kommune mit wenigen Kleingärten kann da zu einem ganz anderen Ergebnis kommen, weil zu den wenigen Gärten nicht mal Kurgäste dazu kommen.
Karl-Heinz Herrmann

Autor: khh

Anzeige symplr (6)
Kommentare

Bisher gibt es keine Kommentare.

Kommentare sind zu diesem Artikel nicht möglich.
Es gibt kein Recht auf Veröffentlichung.
Beachten Sie, dass die Redaktion unpassende, inhaltlose oder beleidigende Kommentare entfernen kann und wird.
Anzeige symplr (9)
Anzeige symplr (8)